Das Jagdschloss Grunewald Das Jagdschloss Grunewald ist der älteste noch erhaltene Schlossbau der Stadt Berlin. Es steht am Südostufer des Grunewaldsees und gehört zum Ortsteil Berlin-Dahlem.

Fahrradfahrer in Berlin © D. Beselt
Das Jagdschloß Grunewald in schwarz-weiß
Foto © Michael Neuhauß
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Das Jagdschloss stammt aus den Jahren 1542/43 und geht wahrscheinlich auf die Pläne des Baumeisters Caspar Theiss zurück. In Auftrag gegeben wurde es vom brandenburgischen Kufürsten Joachim II. Hector. Es wurde im Stil der Frührenaissance errichtet und trug den Namen "Zum grünen Wald" und war somit gleichzeitig Namensgeber für den gesamten Grunewald. Im Laufe der Jahrhunderte erfolgten diverse Umbauten in und am Schloss, sodass sich am gesamten Gebäude die Einflüsse mehrerer Kunstepochen wiederfinden. Es verfügt über den einzigen Schlosssaal in Berlin aus der Zeit der Renaissance.

In der Mitte des 19.Jahrhunderts entdeckten die Berliner den Grunewald als Naherholungsgebiet. Dadurch bedingt, und natürlich auch durch das stetige Anwachsen der Stadt, verkleinerten sich die Forstflächen des Jagdrevieres, sodass ein Großteil der Jagden in der Parforceheide und dem Jagdschloss Stern abgehalten wurden. Als logische Folge daraus ergab sich, dass 1907 der Grunewald als Hofjagdrevier endgültig aufgegeben wurde.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Ende der Monarchie wurde das Vermögen, der Grundbesitz und die Immobilien des Hauses Hohenzollern zunächst durch die neue Regierung konfisziert. Ende Oktober 1926 kam das Jagdschloss Grunewald in den Besitz des preußischen Staates und anschließend in die Obhut der preußischen "Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten". Sie richtet im Jahr 1932 eine Museum im Schloss ein, mit Möbeln und Gemälden des 17. Bis 19. Jahrhunderts.

Während des Zweiten Weltkriegs überstand des Schloss die Bombardierungen und Luftangriffe vollkommen unbeschadet. In den letzten Kriegstagen nahmen jedoch einige der Kunstwerke Schaden durch Einschüsse, andere wurden bei Plünderungen einfach mitgenommen. Am 16.Mai 1949 fand die Wiedereröffnung des Museums statt, das nach dem Krieg als erstes Berliner Kunstmuseum wieder für die Öffentlichkeit zugänglich wurde.

Durch die Auslagerung zahlreicher Kunstwerke, aus dem zerstörten Berliner Stadtschloss und dem Schloss Monbijou, konnte die Grunewaldsammlung abermals erweitert werden. Unter den Gemälden war z.B. "Judith mit dem Haupt des Holofernes" von Lucas Cranach d.Ä.. Heute sind neben einigen wenigen Möbeln und Porzellanen über 200 Gemälde im Jagdschloss ausgestellt. Im ehemaligen Jagdzeugmagazin können neben Jagdtrophäen und Gemälden, Vitrinen mit Handfeuerwaffen des 16. Bis 18. Jahrhunderts besichtigt werden.

Bereits Ende der 60er Jahre entdeckte auch die Filmindustrie das Jagdschloss für sich. So wurden hier Aufnahmen für Edgar Wallace`Film "Die Blaue Hand" gedreht. Heute dient es als Außenkulisse für die Kinderserie "Schloss Einstein".

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