1741-1743 im Auftrag Friedrichs des Zweiten als erstes freistehendes Theaterhaus Deutschlands erbaut und schon vor der Fertigstellung eröffnet, blickt die Berliner
Opernkarten für die Staatsoper Unter den Linden
Foto: © lumen-digital
Staatsoper auf eine bewegte Geschichte zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts brannte die damalige "Hofoper Unter den Linden" bis auf die Grundmauern ab und musste neu erbaut werden. Noch einmal hundert Jahre später wurde sie im Zweiten Weltkrieg gleich zweimal zerbombt. Der zweite Wiederaufbau wurde 1952-1955 von Richard Paulick in Anlehnung an die ursprüngliche Architektur durchgeführt - dabei gestaltete der Bauhaus-Schüler den Innenraum so genial, dass der ursprüngliche Rokoko-Charakter erhalten blieb.
Von Anfang an begleitete die Staatskapelle (damals Königliche Kapelle) die musikalischen Aufführungen. Ihre Wurzeln reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, wo sie als "Kurfürstliche Hofkapelle" zum ersten Mal urkundlich erwähnt ist. Die Tradition
selbständiger Sinfoniekonzerte der Kapelle besteht seit dem ersten Wiederaufbau der Oper und wird bis heute mit regelmäßigen Konzerten fortgeführt. Große Namen wie Meyerbeer, Mendelssohn Bartholdy oder Karajan sind eng mit der Geschichte der Staatsoper verknüpft.
Die wechselvolle Geschichte der Staatsoper
Sowohl unter der NS-Diktatur als auch zu DDR-Zeiten nutzten die Machthaber das Haus zu ihren Zwecken. Im Dritten Reich wurden Jüdische Künstler und Angestellte verdrängt und zum Teil umgebracht. Die SED behinderte mit ihren Zensurmaßnahmen die freie Ausübung der Kunst; viele Musiker flohen in den Westen. Damals bekam das Haus den Namen "Deutsche Staatsoper", der nach der Wiedervereinigung aber in den ursprünglichen Namen zurückverwandelt wurde - schon um Verwechselungen mit der Deutschen Oper, einem Schwesterinstitut der Staatsoper, zu vermeiden.
Die Deutsche Oper, wie auch die Komische Oper stellen innovative Gegengründungen dar - Folgen der künstlerischen Erstarrung, welche die Ausnutzung der repräsentative Funktion der Staatsoper durch die jeweiligen Regierungen mit sich brachte.
Heute gehört die Staatsoper mit knapp 1400 Plätzen zu den kleineren Häusern, bietet aber unter der Leitung Daniel Barenboims immer wieder beeindruckende Produktionen. Nachdem die letzte Restaurierung in den 80er Jahren durchgeführt wurde, stehen nun größere Sanierungsarbeiten an. Zum Glück ist inzwischen beschlossene Sache, dass dabei der denkmalgeschützte Innensaal nicht verändert werden darf - der ursprüngliche Plan hatte einen Totalumbau vorgesehen. Der Erhalt der Paulick-Architektur geht zwar auf Kosten von Sicht und Akustik im Zuschauerraum, die mit den Ansprüchen eines modernen Opernhauses nicht mithalten können. Aber wer einmal den wunderschönen Saal hat auf sich wirken lassen, wird diese kleinen Abstriche sicher verschmerzen können.
Adresse:
Staatsoper Unter den Linden
Unter den Linden 7
10117 Berlin
Tel: 030 - 20 35 - 45 55 (Kartenservice)
Mit der BVG zur Staatsoper in Berlin:
S + U Alexanderplatz
Bus: TXL, 100, 200
Text: JJ
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