Das Restaurant zur letzten Instanz
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Selbst an Tellergerichten ist abzulesen, was zu bestimmter Zeit angesagt war und ist. In der vermutlich ältesten Berliner Restauration und Destillation "Zur letzten Instanz" in der heutigen Waisenstraße liegt eine Speisekarte auf dem Tisch, die den Eindruck einer Anlage zur Zivilprozessordnung macht. Von der Beleidigungsklage über den Sühneversuch bis zur Einstweiligen Verfügung enthält die Karte manches von dem, was man bei Gericht vorbringen kann oder hinnehmen muss. Auch eine Verhandlungspause ist erhältlich. Hier fällt der Wandel ins Auge. Wem im Jahre 1971 in der "Instanz" nach den drakonischen Regeln der DDR-Gastronomie, also aufgrund geziemenden Aussehens und Benehmens, eine Sitzerlaubnis zuerkannt worden war, bekam, so ihm danach hungerte, als Verhandlungspause ein paniertes Schweineschnitzel mit Spiegelei und Mayonnaisensalat für 2,75 Mark vorgesetzt. Nach der Wende erfuhr die Verhandlungspause einen hedonistischen Aufschwung, wandelte sich zu einer deftigen Schinkenplatte mit hausgebackenem Nußbrot zum Preis von 9,50 €. In der aktuellen Speisekarte ist daraus eine