Die Bühne gleicht einem Urwald. Kübelweise stehen dort grüne Pflanzen. Dazwischen huschen Elfen und Kobolde. Verzauberte Jünglinge und verwirrte Damen kämpfen mit
Das Hexenkessel Hoftheater spielt "Das Wintermärchen"
Foto: Bernd Schönberger
Eifersucht und unsteter Liebe. Erst zum Schluss haben sich alle Paare gefunden. Die Zuschauer lachen, die Sonne geht langsam unter und taucht das nahe Bodemuseum in ein rötliches Licht.
Shakespeares "Sommernachtstraum" unter freiem Himmel. Spielort: Das Amphitheater im Monbijoupark. Betreiber: Das Hexenkessel Hoftheater. 2007 hat die Gruppe in dem Park gegenüber der Museumsinsel erstmals das große Holzgebäude aufgestellt. Etwa 400 Zuschauer passen hinein. Von Juni bis September gibt es an jedem Abend eine oder mehrere Vorstellungen, dazu Konzerte und Improvisationstheater. Der Zuspruch ist da: Etwa 40.000 Besucher strömen pro Sommersaison nach Angaben der Betreiber auf die dreistöckige Zuschauertribüne.
Die Anfänge des Hexenkessel Hoftheater
Angefangen hat alles 1994 in einem Hinterhof eines besetzten Hauses im Prenzlauer Berg. "In dem Hof waren immer Veranstaltungen, Musik bei Lagerfeuer und
ähnliches", erinnert sich Roger Jahnke, Mitbegründer des Hexenkessel Hoftheaters. Zwei Freunde von ihm wohnten hier, er besuchte sie öfter. So kamen sie auf die Idee, dort zu spielen. "Das Hinterhaus war eine Brandruine, der Ort wurde Hexenkessel genannt." Auf diese Weise kam die Truppe zu ihrem Namen. "Das Wintermärchen" von William Shakespeare spielten sie als erstes. "Wir hatten etwa 20 bis 25 Aufführungen, das war nicht viel", sagt Jahnke. Drei Schauspieler, ein Musiker und ein Bär - mehr Personal gab es nicht.
Fünf Jahre später dann der Umzug erst ins Kesselhaus der Kulturbrauerei, dann in den Monbijoupark. Hier musste die Truppe jedes Jahr an einem anderen Ort spielen,
"Der eingebildete Kranke" im Hexenkessel Hoftheater
Foto: Bernd Schönberger
denn im Park wurde viel gebaut. Letztlich dann der Bau des Amphitheaters, dazu die "Strandbar Mitte" und ein Pizzabäcker. Viele Veränderungen, aber eines ist gleich geblieben: Noch immer haben die Schauspieler ein Faible für Shakespeare. 2011 steht wieder "Das Wintermärchen" auf dem Programm. Hinzu kommen seit Jahren Stücke von Molière und Goldoni. Shakespeares Stücke übersetze ein Kollege selbst, die Rollen könnten sie auf die Schauspieler zuschneiden. Dazu kommen Stücke von Molière und Goldoni, alles Komödien, alles mit einem kleinen Ensemble zu bewältigen.
Die Märchenhütte
Und noch etwas ist vor einigen Jahren hinzugekommen: Die Märchenhütte. Vom 1. Advent bis Ende Februar spielt die Truppe hier täglich Märchen der Gebrüder Grimm. Für Kinder, aber ausdrücklich auch für Erwachsene. Etwa 70 Zuschauer passen in die Holzhütte neben dem Amphitheater. "Schneewittchen und die sieben Zwerge", "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" und andere - immer gespielt von zwei Darstellern, dazu gibt es Glühwein, belegte Brote und Kuchen.
Karten gibt es hier:
Telefonisch 030 - 2 888 66 999
Dienstag bis Samstag 12:00h - 15:00h
nur Kartenverkauf, keine Reservierungen!
Theaterkasse
Dienstag bis Samstag 15:00h - 18:00h
vis à vis Bode-Museum
Weitere Infos unter: http://www.hexenkessel-hoftheater.de/
Text: S. K.
Adresse:
Hexenkessel Hoftheater
Monbijoupark, Monbijoustraße, ggü. Bode-Museum
10117 Berlin
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