Was tun bei Rückenschmerzen ? Die Wirbelsäule ist der elementare Bestandteil des Skeletts. Über sie sind Arme, Beine und Kopf mit dem Rumpf verbunden,
Immer mehr Berliner und Brandenburger haben Rückenschmerzen
Gymnastik bei Rückenschmerzen
Foto © Stefan Redel
sie dient also als Stütze. Ist diese Stütze im Ungleichgewicht, so kommt es zu Rückenschmerzen. Jeder kennt das Gefühl, wenn es mal im Rücken "beißt und zwickt". Rückenschmerzen haben sich mittlerweile zu einer der häufigsten Erkrankungen in Deutschland entwickelt. Jeder Dritte leidet immer öfter unter diesen Schmerzen und immer mehr jüngere Patienten kommen hinzu.

Aber keine Angst, Heilung ist in den meisten Fällen sehr gut möglich. Die Ursachen für "Hexenschuss", Bandscheibenvorfälle bzw. Muskelschmerzen sind vielfältig. Meistens handelt es sich um Irritationen von Nerven zwischen den Wirbelgelenken. Hinzu kommen muskuläre Fehlbelastungen durch Bewegungsmangel und ungesunde Bewegungsabläufe im Alltag. Dazu zählt häufiges Heben und Tragen, lang andauerndes Sitzen, ungünstige Körperhaltungen beim Arbeiten mit großen Lasten und einseitige körperliche Dauerbelastungen.
Des Weiteren zählen falsche Ernährung und daraus resultierendes Übergewicht zu den häufigsten Auslösern von Rückenschmerzen. Noch nicht sehr verbreitet bzw. anerkannt sind die psychischen Ursachen. Stress, Lärm, Zeitdruck, Streit und Angst tragen ihren Teil bei. Klar ist, dass man von Lärm keine Rückenschmerzen bekommen kann. Bewiesen ist aber, dass diese Faktoren bei manchen Menschen zur erhöhten Anspannung der Muskulatur des Rückens beiträgt, was wiederum zu Rückenschmerzen führt. Wird nicht dagegen vorgegangen, so setzt beim Gehirn das so genannte "Schmerzgedächtnis" ein. Dabei lernt das Hirn kleinste Bewegungen als Schmerz wahr zu nehmen, die zuvor noch nicht als schmerzhaft empfunden wurden. Dies passiert aber erst nach langem Ignorieren der Schmerzen. Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Das Therapieprogramm hängt natürlich vom Grad der Erkrankung und der Vorgeschichte des Patienten ab und sollte nach Möglichkeit immer von einem Arzt begleitet werden.
Normalerweise wird eine Kombination aus Medikamenten und Rückenschule angewandt. Dabei sollte sich der Betroffene nicht gleich überfordern, tägliches Training von 5-10 Minuten ist wesentlich effektiver, als sich einmal die Woche völlig auszupowern. Die Muskeln ermüden dabei nicht so schnell und brauchen somit auch keine all zu lange Erholungsphase. Zu beachten ist dabei, dass ein ausschließliches Training der Rückenmuskulatur eher schädlich ist. Ausgleich heißt die Devise! So ist ein Training der Bauchmuskulatur und der Gesäßmuskulatur, als gemeinsame Gegenspieler unbedingt notwendig. Was viele nicht wissen, auch die Muskulatur der Oberschenkel muss gerade von Patienten, die viel und lange sitzen, regelmäßig trainiert werden. Beim Sitzen verkürzen sich die Muskeln der Oberschenkel, dies zwar nur minimal, aber es führt dazu, dass sich der Muskel beim Stehen nicht auf seine normale Länge ausdehnen kann und der Betroffene in das bekannte, ungesunde "Hohlkreuz" fällt, um diesen Mangel auszugleichen.

Zu guter Letzt einige kleine Tipps, die bei richtiger Anwendung schon manches alltägliches "Zwicken" lindern kann.
Das beliebte "Kopfkreisen" sollte vermieden werden: dabei verengen sich die Gefäße zwischen den Wirbelkörpern, was zu geringer Durchblutung führt, was wiederum die Ursache von Kopfschmerzen, Schwindel und Schmerzen in Rücken und Armen sein kann. Sanfte Massagen, die auf keinen Fall Schmerzen verursachen dürfen, versprechen kurzfristige Schmerzlinderung. Im Falle von Nackenschmerzen, sollte dieser mit Hilfe von Tüchern o.ä. warm gehalten werden. Der entscheidende Tipp, an den man sich so oft wie möglich erinnern sollte, lautet: den Rundrücken aufrichten - d.h. Schultern zurück und gerade sitzen bzw. stehen. Grundsätzlich gilt: sollten die Rückenschmerzen durch sanfte Gymnastik, Massagen oder Entspannung nicht auf Dauer verschwinden, so muss ein Arzt/Physiotherapeut aufgesucht werden.
Text: K.B.

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