Nie wieder Schafe zählen: Was gegen Schlafstörungen hilft 3 Uhr morgens. Eigentlich sollte Ihr Unterbewusstsein gerade Bilderbuch spielen und brav Ihren Kopf für den kommenden Tag freiräumen.
Schlafstörungen
Foto © Lisa Vanovitch
Doch statt süß im Reich der Träume zu lustwandeln, sind Sie hellwach. Der Körper schreit nach Schlaf, doch die wohltuende Erlösung will sich einfach nicht einstellen. Das Schafezählen haben Sie schon aufgegeben. Seit Stunden zappen Sie durch die Fernsehkanäle, blättern lustlos Zeitschriften durch und waren schon das dritte Mal in der Küche, um ein Glas Milch zu trinken. Und in gut drei Stunden klingelt der Wecker. Ein Horror, der sich jede Nacht in abertausenden von deutschen Schlafzimmern wiederholt. Schlaftabletten sind keine Erlösung. Doch was hilft wirklich gegen Schlafstörungen?

Wer über einen längeren Zeitraum unter Schlafstörungen leidet, sollte Ursachenforschung betreiben. Denn schlaflose Nächte können unterschiedlichste Gründe haben. Zu den Top-10-Schlafblockern zählen Lärm, Stress und Überforderung, Sorgen und Probleme, zu wenig Ruhe- und Entspannungsphasen, zu langes Fernsehen am Abend, zu wenig Schlaf über längere Zeit, mangelnde Bewegung, Alkohol, schwere Mahlzeiten am Abend sowie körperliche und psychische Krankheiten.
Besonders schwer scheinen es Menschen zu haben, die zum Grübeln neigen. So hat beispielsweise laut dem Online-Portal "Medizin-Auskunft" eine Studie der Giessener Haushaltswissenschaftlerin Prof. Dr. Uta Meier ergeben, dass Hausfrauen von allen "Berufsgruppen" am schlechtesten schlafen. So liege fast jede Dritte nachts wach und macht sich Gedanken über Ehemann, Kinder oder finanzielle Probleme. Besonders wenig Schlafstörungen haben hingegen Beamte (11,3 Prozent) und Freiberufler (12,3 Prozent). Im Mittelfeld liegen Angestellte (17,1 Prozent), Selbstständige (18,7 Prozent) und Arbeiter (22,2 Prozent). Hausfrauen sind mit 30,1 Prozent deutlich über dem Schnitt. Was wohl auch daran liegt, dass sie dem weiblichen geschlecht angehören. Denn: Während nur 13 Prozent der Männer über Einschlafprobleme klagen, sind es bei den Frauen mit 24,1 Prozent fast doppelt so viele.

Wichtigste Regel im Kampf gegen nächtliches Wachliegen: Schlaf kann man nicht erzwingen. Statt also krampfhaft den Kopf ins Kissen zu pressen oder durch übertriebenen Aktionismus zu versuchen, den Körper zur völligen Erschöpfung zu treiben, sollte man lieber die eigenen Lebensgewohnheiten kritisch unter die Lupe nehmen. Bewege ich mich genügend? Esse ich abends zu viel? Sehe ich abends lange fern? Genügend Ruhe und Entspannung fördern den Schlaf. Besonders abendliche Ruhephasen bereiten den Körper darauf vor. Das können beispielsweise ein Bad oder ruhige Musik sein. Auch die psychische Konstitution ist wichtig. "Wer nachts vor lauter Sorgen nicht einschlafen kann, der sollte die Probleme auf einem Zettel notieren", sagt Frank Meiners, Psychologe der DAK. "So stellt sich das Gefühl ein, dass man sich am nächsten Tag wieder damit beschäftigen kann. Für heute ist aber erst einmal Ruhe." Und keinesfalls sollten Sie zu Zigaretten oder Alkohol greifen, denn diese Genussmittel beieinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus derart negativ, dass sie Schlafstörungen nur noch verschlimmern.

Bei Teenies sind es übrigens weniger Sorgen oder Stress, die die Nachtruhe stören. Wie eine Studie belgischer Forscher der Universität Leuven ergeben hat, stören nachts die Signale eingehender SMS fast elf Prozent der 16-Jährigen einmal wöchentlich, bei neun Prozent sogar mehrmals pro Woche. In diesem Sinen: Ein Druck auf den Power-Off-Knopf genügt - dann klappt's auch mit den Schafen!

Quelle: DAK/Medizin-Auskunft Text: JJ


Achtung: Fragen Sie auch Ihren Arzt um Rat! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise, die eine Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen können!


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