Lebenserwartung und auch die Geburtenrate der Berlinerinnen und Berliner steigen
Die Entwicklung der Berliner Bevölkerung ist - wie in Deutschland insgesamt auch - gekennzeichnet durch einen tief greifenden demographischen Wandel, der durch zwei Momente geprägt ist: Der Zunahme der Lebenserwartung der Berlinerinnen und Berliner und einer Geburtenrate, die für die Reproduktion der Bevölkerung nicht ausreichend ist.
2002/2004 geborene Berliner Mädchen haben eine voraussichtliche Lebenserwartung von 81,3 Jahren und Berliner Jungen von 75,9 Jahren. Sie leben damit durchschnittlich etwa 5,5 Jahre länger als ihre Elterngeneration. Dies sind Ergebnisse des von der Gesundheitssenatorin Dr. Heidi Knake-Werner herausgegebenen Basisberichts 2005 zur Gesundheitsberichterstattung des Landes Berlin.
Zwischen Lebenserwartung und sozialer Lage besteht ein enger Zusammenhang: Mädchen und Jungen aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg - dem Bezirk mit der berlinweit ungünstigsten Sozialstruktur – haben von allen Berliner Bezirken die niedrigste Lebenserwartung. Sie lag auch im Zeitraum 2002 bis 2004 bei den Mädchen mit 79,9 Jahren noch 2,6 Jahre unter den errechneten Werten der Mädchen aus Treptow-Köpenick (wo von allen Berliner Bezirken Mädchen seit Mitte der neunziger Jahre mit der höchsten Lebenserwartung rechnen können). Noch ungünstiger stellt sich die Differenz bei den Jungen dar. Männliche Neugeborene aus Friedrichshain-Kreuzberg, deren durchschnittliche Lebenserwartung derzeit etwa 73,8 Jahre beträgt, haben eine um dreieinhalb Jahre kürzeren Lebenserwartung als Jungen aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf (77,3 Jahre).
Potentiale für den weiteren Zuwachs an Lebenserwartung liegen bei den so genannten Vermeidbaren Sterbefällen: Jährlich sterben in Berlin etwa 1.150 Berlinerinnen und 2.300 Berliner an Krankheiten (z.B. ischämische Herzkrankheiten) bzw. nichtnatürlichen Ereignissen (wie z.B. Suizide, Verkehrsunfälle), sind also vermeidbare Todesfälle. Fast zwei Drittel der vermeidbaren Sterbefälle werden mittlerweile durch Krankheiten verursacht, deren Entstehen im Wesentlichen durch das individuelle Gesundheits¬verhalten vermeidbar wären. Allein an Lungenkrebs, psychischen und Verhaltens¬störungen durch Alkohol, Krankheiten der Leber und AIDS starben im Jahr 2004 420 unter 65-jährige Berlinerinnen und 999 Berliner.
Die Zahl der Lebendgeborenen ist im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 723 gestiegen, die Berliner Frauen haben 29.446 Kinder lebend geboren. Verglichen mit 1990 ist dies jedoch ein Rückgang um 22 %.
Die Geburtenrate, d.h. die Anzahl der Lebendgeborenen je 1.000 Einwohner, nahm aber 2004 erstmals seit drei Jahren wieder leicht zu – besonders deutlich in Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg.
„Ob dieser erfreuliche Trend anhält und die Bevölkerung Berlins durch Geburten¬zuwachs und Zuwanderung wächst, hängt auch von den gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen ab, die wir für die Menschen in der Stadt weiter verbessern wollen,“ betont Gesundheitssenatorin Dr. Heidi Knake-Werner.
Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit