Fernsehmuseum - Der zweite Teil ...
Derart eingestimmt verlässt man den Spiegelsaal, wieder durch den Eingangsbereich, und gelangt in einen Ausstellungsraum, der als eine Art weisser Tunnel gestaltet ist. Dort finden sich auf Monitoren historische Aufnahmen. Zum Beispiel die erste Aussenübertragung der BBC. König Georg VI in seiner Krönungskutsche fahrend, am 12. Mai 1937. Oder den Auftritt John F. Kennedys in Berlin mit Adenauer und Willy Brandt, am 26. Juni 1963, seinerzeit live in der ARD. Die Filmexponate sowie die weiterführenden Texttafeln folgen in etwa dem zeitlichen Ablauf.
Seit wann ist Dinner for One im Deutschen Fernsehen zu sehen? Oder seit wann gibt es die Ziehung der Lottozahlen? Die Antworten finden sich in den Texten dieses Raumes.
Von hier geht es eine Treppe nach oben. Dort kann der Besucher selbst ausgiebig im Fernseh-Archiv stöbern. Die Recherche-Plätze sind mit PC und Fernsehbildschirm ausgestattet. Eine Museumsangestellte erklärt freundlich die Bedienung. Es gibt beispielsweise vier Folgen Polizeiruf 110, drei Folgen Unser Sandmännchen, Klimbim Folge 5 aus 1974, den Beatclub aus 1971 mit Diana Ross, Golden Earring und anderen. Die erste Folge von Dalli Dalli in 1971, und der Raumpatrouille Orion 1966. Aber auch den ersten, noch auf recht vagen Angaben beruhenden Bericht der Heute-Sendung im ZDF über den Reaktorunfall in Tschernobyl, am 29. April 1986. Ergänzt werden alle Programmbeispiele durch weiterführende Informationen.
Das Museum bietet in unterhaltsamen Formen einen Überblick über die Entwicklung von Formaten, Akteuren und Inhalten des Fernsehens. Es konzentriert sich dabei auf Beispiele aus Deutschland. Die schon früher einsetzende Entwicklung des Fernsehens als Massenmedium in den USA, ebenso wie eine medienwissenschaftliche Einordnung, oder ein Seitenblick auf das Radio, finden kaum oder nicht statt. Empfehlen könnte man die Ausstellung auch als eine populäre Einführung in die Geschichte Deutschlands nach dem II. Weltkrieg.
Eine schöne Ergänzung ist die derzeitige Sonderausstellung im Filmhaus über Kino und Psychoanalyse "Kino im Kopf". Diese ist im Eintrittspreis mit enthalten, und die Themen, wie zum Beispiel Voyeurismus, Traum, Rausch, Identifizierung mit dem Gezeigten, sind auch in Bezug auf die Wirkung des Fernsehens interessant.
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen,
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
Tel.: +49-30-300 903-0
Im Internet: http://www.filmmuseum-berlin.de/