Die Franzosen kommen Wer fühlt sich nicht von ihr angezogen, Berlin, die Stadt der vielen Gesichter.
Hier findet jeder was sein Herz begehrt. Ob die Ruhe und Besinnlichkeit der vielen Parks oder die pulsierende Energie des Nachtlebens, jeder kommt auf seine Kosten. Und so kommt es, dass viele Touristen sich so sehr in diese Stadt verliebt haben und geblieben sind.

Seit einiger Zeit lässt sich feststellen, dass besonders eine Nation hier besonders gerne Wurzeln schlägt: unsere Nachbarn, die Franzosen. Meistens sind sie zwischen 20 und 40 Jahren und kommen aus der Metropole ihres Landes: Paris. Sie haben genug von dem Gedränge in der Metro, vom Lärm auf den Straßen, dem Stress, dem Dreck, den hohen Lebensunterhaltungskosten. "Métro, boulot, dodo" (Metro, Arbeit, Bett), das wollen sie nicht mehr.
Anfangs kommen sie hierher um sich die Stadt anzusehen… und endlich können sie wieder durchatmen. Die breiten sauberen Straßen, die leeren S-Bahnen, das viele Grün, die entspannten Menschen überall in den Cafés…und keiner guckt komisch, wenn man in Sonntagsklamotten auf die Straße geht. Jeder darf tun und lassen was er will. Hier wird man nicht nach normierten Kriterien begutachtet, hier kann man sich frei fühlen und seinen Launen Raum geben.

Dank easyJet kommt jeder günstig von z.B. von Paris nach Berlin (früh genug gebucht schon für 40 € ohne Gebühren), und so besuchten im letzten Jahr 230 000 französische Touristen die Stadt, dass sind 17% mehr als 2005. Doch ob sie hier wirklich ihr Glück finden bleibt fraglich. Schließlich sieht die Arbeitsmarksituation, trotz der wirtschaftlichen Konjunktur, nicht absolut rosig aus. Und die Preise werden sich auch immer mehr an die einer Metropole wie Paris oder London angleichen. Trotzdem stimmt es, die Wohnungen in Berlin sind wesentlich größer und billiger, es gibt keine Obdachlosen die auf dem Bürgersteig in ihren Schafsäcken schlafen, geschweige denn ihre Zelte an der Spree aufbauen.
Und, wer als Franzose kommt wird gut aufgefangen. Da gibt es die französische Botschaft die Jobs vermittelt, das Institut Francais mit vielen kulturellen Veranstaltungen in französischer Sprache, das Café "Visite ma tente" mit allem was das französische Herz begehrt und das frankophone Zweimonatsblatt "La Gazette" mit vielen wichtigen Informationen, Tipps und Trends.
Eigentlich lädt also alles zum Kommen und Bleiben ein. Doch was die Wenigsten wirklich können, wenn sie kommen ist…deutsch. Dabei ist gerade das Verständnis der Sprache so wichtig, um die Kultur und das Denken eines anderen Landes zu begreifen. Schließlich ist es wenig sinnvoll in die Ferne zu ziehen, um dann dort unter seines gleichen zu bleiben. Nur dadurch das Beherrschen der Landessprache wird Integration erst wirklich möglich. Und so wie die Franzosen viel von den Deutschen lernen können, können auch die Deutschen viel von den Franzosen lernen. Die einen ein wenig disziplinierter, die anderen ein wenig gelassener und die Beziehung kann nur funktionieren.

Text: S.Haase

Aber die schönsten Franzosen kommen aus New York":
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