Ein Spaziergang durch die Geschichte: Die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor Wer mitten in Berlin ein wenig ruhige Zeit im Grünen verbringen möchte, wird auf einem der alten Friedhöfe der Stadt eher fündig als im Volkspark oder an der Spree: Nur wenige Besucher flanieren auf den Wegen, die man sich weder mit Radfahrern noch mit Inline-Skatern teilen muss.

Weniger bekannt als der Dorotheenstädtische Friedhof , aber ein ebenso empfehlenswertes Ausflugsziel, sind die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor. Auf der Anlage aus ehemals fünf kleinen Kirchhöfen findet man viele eindrucksvolle Grabmäler, die teilweise von berühmten Namen geziert werden. Und auch heute noch finden hier Begräbnisse statt. Es ist damit der älteste noch genutzte Berliner Friedhof.

1735 wurde zunächst der Jerusalemskirchhof angelegt - damals noch außerhalb der Stadt, eben vor dem Halleschen Tor. Hier fanden Menschen aus armen Verhältnissen ihre letzte Ruhestätte. In den nächsten Jahren kamen Friedhöfe anderer Gemeinden hinzu, auf denen auch Persönlichkeiten von Rang und Namen bestattet wurden.

Unter anderem liegen hier der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy und der Schriftsteller E.T.A. Hoffmann,
dessen vergleichsweise unscheinbares Grab eher schwer zu finden ist. Zahlreiche Ehrengräber zeichnen Personen des öffentlichen Lebens aus: Künstler, Wissenschaftler, Räte. Die meisten sind heute kaum noch bekannt - oder nur, weil eine Straße ihren Namen trägt.

Beeindruckend auch der Grabstein zweier im ersten Weltkrieg gefallener Brüder: Geziert wird er von einer deutschen Eiche und gekreuzten Säbeln. Hier kommt man ins Grübeln, wie eine Familie, die zwei junge Männer im Krieg verloren hat, so patriotisch bleiben kann.

Doch der Ausflug auf die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor führt nicht nur in die Stadt- sondern auch in die Kunstgeschichte. Vom Klassizismus bis zum Jugendstil sind hier viele sehenswerte Grabmäler versammelt. So der Grabpfeiler der Familie Bennewitz v. Loefen, aus dem ein gesenkter, verschleierter Frauenkopf herauswächst und der vermutlich vom Bildhauer Ignatius Taschner geschaffen wurde. Ein weiteres wunderschönes Werk der Jahrhundertwende ist das "Begräbnis ohne Namen", Ruhestätte des Gymnasialprofessors Julius Worpitzky, das im Halbrelief eine Frau zeigt, die gerade eine Tür öffnet, um diese Welt zu verlassen.

Die Friedhofsmauern werden von Wandgräbern und Mausoleen gesäumt, die teilweise leider in schlechtem Zustand sind - und sogar als Lagerstätte für Baumaterialien missbraucht werden. Hoffentlich ein Zeichen dafür, dass auch diese Gräber eines Tages wieder im alten Glanz erstrahlen werden.

Adresse:
Mehringdamm 21
10961 Berlin

BVG:
U Hallesches Tor

Text: -JJ-

Der jüdische Friedhof Weißensee
Der Künstlerfriedhof in Berlin

Mehr Ausflugstipps
- Sanssouci - In Friedrichs Weinberg Sorgenfrei
- Kapelle der Versöhnung - Ballistik und Beten - Berlins kleinste Kirche
- Kultur trifft Kommerz: Die KulturBrauerei in Prenzlauer Berg
- Der Bonsaigarten in Ferch - Ein Stück Fernost mitten in Brandenburg
- Kunstverein Acud in Berlin
- Stasi-Gedenkstätte Normannenstraße
- Das Parlament der Bäume
- Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz
- Der jüdische Friedhof Berlin Weißensee
- Kunst im Problemkiez: Die Kolonie Wedding
Links zum Thema : - Theater in Berlin
- Theaterkassen
- Oper
- Kinos in Berlin
- Das Oxymoron in Berlin
Kulinarisches: - italienisches Restaurant
- Sushi Restaurants
- Lieferservice
- Mehr Restaurants in Berlin
- Berliner Biergärten



 
Wohnen in Berlin Jobs in Berlin Urlaub Freizeit Sonstiges Wörterbuch Veranstaltungen in Berlin Berlin Blog Berliner Bezirke
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Ä
Ö
Ü
Sitemap
 
Ärzte in Berlin Rechtsanwälte Shops LKW Vermietung Rabatte Sonderangebote gut einkaufen Internes Werbung buchen AGB's