Pressefoto © Jüdisches Museum Berlin,
Foto: Jens Ziehet
zu sehen war, verzeichnete das Jüdische Museum bereits eine Besucherbilanz von rund 350 000 Besuchern. Unabhängig davon, was einmal darin zu sehen sein werde, war der Museumsbau selbst zur Attraktion geworden. In der Tat ist das im September 2001 eröffnete Jüdische Museum in Kreuzberg eine einmalige architektonische Meisterleistung, die Umsetzung einer ebenso genialen wie kühnen Grundidee. Das gesamte Gebäude steht auf einem zickzackförmigen Grundriss, der wie ein gesprengter Davidstern aussieht. Diesem Grundriss legte Libeskind ein, wie er es selbst ausdrückte, "imaginäres Netz über, das Lebens- und Wohnorte prominenter jüdischer und nichtjüdischer Bürger Berlins verknüpft". Wie Libeskind auf diese Weise gestalterisches Neuland betrat, wird der Baukörper selbst zum Holocaust-Mahnmal, ist gewissermaßen Haus-gewordene Intellektualität.