Pressefoto Sammlung Boros / © NOSHE
als Christian Boros seinen Plan offenbarte, aus dem monströsen Bunker in der Reinhardtstraße ein Privatmuseum zu machen. Dennoch ist ihm damit eines der ungewöhnlichsten und engangiertesten Projekte gelungen, die Berlin seit Jahren gesehen hat. Zwar gibt es in der Hauptstadt öfters Baustellen, auf denen alte Fabriken zu Lofts oder alte Umspannwerke zu Büros transformiert werden, doch einem Bunker eine neue Funktion zu geben, hat noch keiner gewagt. Seit Frühjahr 2008 präsentiert hier Boros, Inhaber einer Werbeagentur mit Standorten in Wuppertal und Berlin, in wechselnden Ausstellungen immer wieder neue Teile seiner rund 500 Werke umfassenden Sammlung zweitgenössischer Kunst. Skulpturen, Rauminstallationen, Licht- und Performancearbeiten machen den Gang durch jene Räume, in denen zu Kriegszeiten tausende von Menschen dicht zusammengedrängt vor den Bomben Zuflucht suchten, zu einer völlig neuen Erfahrung. "Ich sammle Kunst, die ich nicht verstehe", lautet Boros Motto. Klar, viele fasziniert das Rätselhafte mancher moderner Kunstobjekte. Und dennoch sagen die Werke aus Boros Sammlung einiges aus. Viele von ihnen stehen für markante Punkte im Berliner Kunstgeschehen der letzten Jahre: so zum Beispiel die acht Meter langen, teerbeschichteten Stelen des Künstlers Santiago Sierra, mit denen er zur Eröffnung der Galerie Gebauer an der Jannowitzbrücke die Wände durchbrach.