Schöneberger Südgelände Berlins Ruf als grünste Metropole Europas wird auch durch das Schöneberger Südgelände gefestigt.
Ursprünglich befand sich hier der Rangierbahnhof Tempelhof. 1952 wurde der Bahnverkehr eingestellt, das Gebiet lag brach. 1980 sollte mit dem Bau eines neuen Bahnhofs begonnen werden. Diese Pläne wurden jedoch auf Betreiben der "Bürgerinitiative Südgelände" glücklicherweise verhindert. Ein jahrelanges Hickhack folgte, die Bürgerinitiative blieb aber erfolgreich und so konnte im Jahr 2000 der Park als Projekt der Expo 2000 eröffnet werden. Was der Besucher heute zu sehen bekommt, ist eine einzigartige Kombination aus alter Technik und unberührter Natur.

Der Park ist in weiten Teilen Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Deshalb führt ein höher gelegter, metallener Gittersteg über einen Großteil der Wiesen und durch die Wälder, so dass seltene Bodenbrüter nicht gestört und die empfindliche Vegetation nicht beschädigt werden kann. Viele der ehemaligen Bahnanlagen stehen zwar noch heute, so die wohl älteste Drehscheibe Deutschlands, als auch unzählige Gleise, die nun ins Nichts führen. Aber die Natur fordert ihren Tribut und lässt an den meisten Stellen nur noch erahnen, welch geschäftiges Treiben hier einst geherrscht haben muss.

Markante Sehenswürdigkeiten sind neben einigen künstlerischen Installationen ein riesiger, rostiger Wasserturm, ein Skulpturengarten und die versteckt unter Bäumen und Sträuchern stehende alte Dampflok. In der ehemaligen Brückenmeisterei gibt es eine interessante Dauerausstellung zum Südgelände. Darüber hinaus werden Führungen angeboten. Eine weitere Besonderheit ist, dass ein Wartungstunnel für Graffiti freigegeben wurde und man kann hier tatsächlich so manches interessante " Piece " bewundern. Hunde sind nicht erwünscht und der Eintritt kostet einen Euro.
Der Park ist das ganze Jahr bis zum Anbruch der Dunkelheit geöffnet und kann am bequemsten durch den S-Bahnhof Priesterweg erreicht werden.
Der Wasserturm
Foto © P.H.

Text: P.H.


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