Berlin hat gewählt
Zum vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin
und den Bezirksverordnetenversammlungen teilt das Statistische Landesamt mit:
Die Berlinerinnen und Berliner wählten am 17. September 2006 bei geringer Wahlbeteiligung
ein neues Landesparlament und neue Bezirksverordnetenversammlungen.
Die Sieger der Abgeordnetenhauswahl sind die Sozialdemokraten mit 30,8 Prozent
(+ 1,1 Prozentpunkte gegenüber 2001) und die Grünen mit einem Stimmenzuwachs von
4,0 Prozentpunkten auf 13,1 Prozent.
Als größter Verlierer der Berliner Wahlen kam die Linkspartei (2001: PDS) mit einem Verlust
von 9,2 Prozentpunkten auf nur noch 13.4 Prozent.
Einbußen hatten auch die CDU mit -2,5 Prozentpunkten auf ihr historisches Tief von
21,3 Prozent bei Gesamtberliner Wahlen und die FDP (- 2,3 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent)
zu verzeichnen.
Bei den kleinen Parteien erreichten die GRAUEN mit 3,8 Prozent (+2,4 Prozentpunkte) und die
erstmals angetretene Partei WASG mit 2,9 Prozent beachtliche Stimmenanteile.
Alle nicht im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien zusammen erreichten einen
Stimmenanteil von fast 14 Prozent.
Das Statistische Landesamt Berlin konnte wieder frühzeitig stabile Hochrechnungen
präsentieren und einen klaren Wahlausgang dokumentieren. Noch in der Wahlnacht haben
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes erste Analysen des Berliner
Wahlergebnisses erstellt.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
SPD wieder stärkste Partei
Die SPD baute ihre Position als stärkste Partei aus, der Abstand zur zweitstärksten Partei CDU
beträgt jetzt 9,5 Prozent. Ihre Wahlkampforientierung auf die Person des Regierenden
Bürgermeisters Klaus Wowereit war damit von Erfolg gekrönt.
Der Zweitstimmenanteil der SPD ist in ganz Berlin von 29,7 Prozent auf 30,8 Prozent
gestiegen, also um über einen Prozentpunkt. Der erhöhte Prozentsatz ergab sich bei absolut
weniger Wählern allein aus der niedrigeren Wahlbeteiligung. Die Entwicklung verlief in den
beiden Teilen Berlins entgegengesetzt. Während die SPD im Westteil 2,3 Prozentpunkte
verloren hat, gewann sie im Ostteil 6,6 Prozentpunkte hinzu. Dadurch haben sich die
Ergebnisse in den beiden Stadtteilen deutlich angeglichen, nämlich auf 31,4 Prozent im Westen
und 29,8 Prozent im Osten.
Die Linkspartei.PDS größter Verlierer
Der bisherige Regierungspartner der Sozialdemokraten, die Linkspartei, erlitt einen erheblichen
Einbruch, sie erhielt nur gut halb so viele Wählerstimmen wie bei der vorigen
Abgeordnetenhauswahl.