Berliner Wahlen 2006 - Infos vom Statistisches Landesamt Berlin
Die Linkspartei hat in allen Bezirken Stimmen eingebüßt, sie kam in Berlin insgesamt auf einen
Zweitstimmenanteil von 13,4 Prozent nach 22,6 Prozent für die PDS bei der Vorwahl. Die
Linkspartei hat in Ost und West verloren, aber aufgrund ihres sehr viel höheren Niveaus im
Osten wesentlich mehr. Der Zweitstimmenanteil fiel hier um fast 20 Prozentpunkte auf nur noch
28,1 Prozent, im Westteil um 2,7 Prozentpunkte auf nur noch 4,2 Prozent, also deutlich unter
5 Prozent.
CDU im historischen Tief
Die CDU hat in Berlin insgesamt einen weiteren Rückgang der Zweitstimmen um
2,5 Prozentpunkte hinnehmen müssen. Ihr Stimmenanteil sank auf 21,3 Prozent. Die Verluste
der CDU sind im Westen mit mehr als 3 Prozentpunkten deutlich stärker ausgeprägt als im
Osten (ein Prozentpunkt). Dadurch haben sich die prozentualen Anteile zwar etwas
angeglichen, liegen aber weiterhin deutlich auseinander. Die CDU erhielt im Westteil nur noch
27,7 Prozent, im Ostteil 11,4 Prozent.
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN einzige Parlamentspartei mit Stimmenzuwachs
Die GRÜNEN haben als einzige der größeren Parteien trotz der geringeren Wahlbeteiligung
ihre absolute Stimmenzahl erhöhen können (+ 33.000 Zweitstimmen).
Der Zweitstimmenanteil der GRÜNEN ist in Berlin generell deutlich gestiegen, und zwar
insgesamt um 4,0 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent. Der Anstieg war im Osten etwas stärker
(4,6 Prozentpunkte) als im Westen (3,7 Prozentpunkte), so dass sich der Niveauunterschied
zwischen den beiden Stadthälften auch bei den Grünen weiter verringerte.
42 Prozent Nichtwähler
Der bemerkenswerte Rückgang der Wahlbeteiligung auf den historischen Tiefstand von
58,0 Prozent sowie die Tatsache, dass mit über 13 Prozent so viele Stimmen wie noch nie bei
Wahlen in Berlin auf Parteien entfielen, die nicht im Abgeordnetenhaus vertreten sind, zeigen
eine deutliche Unzufriedenheit der Wählerschaft. Mit 42 Prozent stellen die Nichtwähler die
stärkste Partei weit in den Schatten und die Wähler außerparlamentarischer Parteien erreichen
zusammen fast die Stimmenzahl der drittstärksten Parlamentspartei.
149 Abgeordnete im neuen Parlament
Von den 78 zu vergebenen Direktmandaten errangen die Sozialdemokraten mit 40 Mandaten
14 mehr als 2001. Die Grünen gewannen vier hinzu und besetzen nunmehr fünf Direktmandate.
Während die CDU ihre 19 Mandate noch halten konnte, büßte die Linkspartei 18 Direktmandate
gegenüber dem PDS-Ergebnis von 2001 ein und kam nur noch auf 14.
Hinzu kommen insgesamt 71 Listenmandate, darin enthalten sind 11 Ausgleichsmandate.
Von den gesamten 149 Mandaten entfallen auf die SPD 53, auf die CDU 37, auf Linkspartei
und GRÜNE jeweils 23 und 13 auf die FDP.
Bei den gewählten Abgeordneten hat sich der Frauenanteil gegenüber der letzten Wahl deutlich
um 7,0 Prozentpunkte auf 40,3 Prozent erhöht, wobei die GRÜNEN mit 60,9 Prozent erneut
den höchsten Frauenanteil unter ihren Abgeordneten aufweisen.
Auch in der neuen Fraktion
der Linkspartei sind mit einem Anteil von 52,2 Prozent mehr als die Hälfte Frauen.
Auch GRAUE, WASG, NPD und REPs in Bezirksverordnetenversammlungen vertreten
Für die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen gelten einige gegenüber den
Abgeordnetenhauswahlen abweichende Regelungen.