Weiterer Großeinsatz gegen den illegalen Anabolika-Handel in Deutschland Mit bundesweiten Durchsuchungen und der Vollstreckung mehrerer Haftbefehle verlief am heutigen Mittwoch, 6. September 2006, ein bundesweiter Einsatz verschiedener Ermittlungsbehörden gegen den illegalen Handel mit Anabolika. Es war der zweite Einsatz dieser Art innerhalb weniger Tage.

Seit den frühen Morgenstunden durchsucht die Berliner Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin gemeinsam mit den Zollfahndungsämtern Berlin/Brandenburg und Hannover sowie mit Unterstützung der Länderpolizeien Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen aufgrund richterlicher Beschlüsse fast 30 Objekte und vollstreckte 4 Haftbefehle in den Bundesländern Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Ein weiterer Tatverdächtiger, ein 43-jähriger Polizeiangestellter aus Berlin, wurde vorläufig festgenommen, nachdem bei ihm umfangreiches Beweismaterial gefunden wurde.

 © B. Kröger Ausgangspunkt der heutigen Maßnahmen ist ein seit November 2005 geführtes umfangreiches Ermittlungsverfahren der Berliner Staatsanwaltschaft, Abteilung Organisierte Kriminalität, wegen des Verdachts der Bildung
einer „Kriminellen Vereinigung“
(§ 129 Strafgesetzbuch),
deren Zweck der illegale Handel mit Anabolika sein soll.

Die „EG Anabolika“ im Landeskriminalamt Berlin konnte durch intensive Ermittlungen vier mutmaßliche Haupttäter, drei Männer und eine Frau, sowie eine Vielzahl weiterer Tatverdächtiger namhaft machen. Diese Vereinigung soll seit mindestens 2004 innerhalb der nationalen und internationalen Bodybuilding-Szene gewerbsmäßig illegal mit Anabolika und Wachstumshormonen handeln und ein strukturiertes Verteilungs- und Vertriebsnetz in Deutschland zum Zwecke des Dopings im Sport betreiben. Der mutmaßliche „Kopf“ dieser Vereinigung, ein 38-jähriger Griechischer Staatsangehöriger, der selbst aktiver Bodybuilder ist, führte den Ermittlungen zufolge die illegalen Geschäfte mit Unterstützung seiner Ehefrau und Familienangehörigen von Bielefeld aus. Die erheblichen finanziellen Gewinne wurden regelmäßig ins Ausland verbracht, um dort u. a. neue Ware (Anabolika und Wachstumshormone) einzukaufen bzw. um die Gelder dem Zugriff der deutschen Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.

Insgesamt sind seit 5 Uhr morgens rund 160 Polizeibeamte und -beamtinnen, darunter Spezialeinsatzkräfte des Zollkriminalamtes und der Bundespolizei, unter Führung des Landeskriminalamtes Berlin bundesweit eingesetzt gewesen. Die Durchsuchungen von 27 Wohnungen und zwei Sportstudios liefen u.a. in Bielefeld, Borkholzhausen, Gütersloh, Steinhagen, Rheine, Warendorf, Osnabrück, Hannover und Berlin. Es konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, das nunmehr auszuwerten ist. Die Ermittlungen dauern an.



Gemeinsame Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Berlin und des Polizeipräsidenten in Berlin


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