Seit dreißig Jahren wieder im Zoo-Aquarium: Ein weißer Wels
Weißlinge kennt man von vielen Tierarten, denn das Fehlen von Farbpigmenten in der Haut ist eine der häufigsten Mutationen. Dennoch begegnet man solchen Tieren in der Natur nur äußerst selten, da der Druck von Fressfeinden auf derart auffällige Beute ungleich größer ist.
Mitunter können in Verbänden lebende Tiere die Nähe der Weißlinge sogar meiden, um nicht selbst in den Focus der Räuber zu geraten.
Der europäische Wels Silurus glanis hat, eine bestimmte Größe vorausgesetzt, keine natürlichen Feinde zu fürchten. Mit einer nachgewiesenen Endgröße von mehr als drei Metern, ist der Wels, oder Waller, der größte einheimische Wildfisch. Als einzelgängerischer Räuber bewohnt er fast alle mitteleuropäischen Flusssysteme. Tiefe Gewässerbereiche und Unterstände aus Baumwurzeln bilden seine bevorzugten Ruheplätze, die er oft erst beim Einbruch der Dunkelheit verlässt, um schlafende Fische zu überwältigen. Zeichen dafür sind seine kleinen Augen und die tastempfindlichen Barteln.
Jungwelse haben auch als Weißlinge eine relativ große Überlebenschance, solange es ihnen gelingt, sich am Tage vor großen Hechten und Artgenossen zu verstecken. Tiere, wie der ausgestellte weiße Wels, der den Namen 'Orson' erhielt, sind ab dieser Größe auch in der Natur weitestgehend sicher.
Das Berliner Aquarium zeigte bereits vor mehr als dreißig Jahren einen weißen Waller und die Mitarbeiter sind deshalb besonders froh, dem Publikum nach so langer Zeit wieder ein solches Tier präsentieren zu dürfen.
Pressetext vom Berliner Zoo / 25.01.2007
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