den Verkehrsvertrag bereits abgesegnet hat, welcher der BVG jährliche Zuschüsse von 350 Millionen Euro zusichert, hat die BVG eine "Tarifanpassung" durchgesetzt. Demnach steigen die Fahrpreise um durchschnittlich knapp zwei Prozent. Vor allem Inhaber von Zeitkarten müssen künftig mehr zahlen. Günstiger fahren dafür Familien.
Während der Preis für Einzelfahrscheine in der Tarifzone AB gleich bleiben wird, verteuern sich Zeitkarten um ca. drei Prozent. Eine Monatkarte für den Bereich AB beispielsweise kostet demnach ab dem 1.April 72 statt 70 Euro und für die Jahreskarte müssen 670 Euro bezahlt werden - 20 Euro mehr als bisher. Drauflegen muss auch, wer als Berliner nach Schönefeld pendeln muss. Auf Druck mehrerer Verkehrsunternehmen wird der Ort künftig in den Tarifbereich C fallen. Dadurch wird die Fahrt zum künftigen Großflughafen BBI statt 2,10 Euro 2,70 Euro kosten. Auch die insbesondere bei Senioren so beliebte Kurzstreckenkarte verteuert sich um 10 Cent von 1,20 auf 1,30 Euro.
Von Erhöhungen verschont bleibt hingegen das Sozialticket. Berechtigte, d.h. insbesondere Empfänger von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II fahren weiterhin für 33,50 Euro im Monat. Wirklich billiger wird es hingegen nur an wenigigen Stellen. Eine gute Nachricht ist beispielsweise die Einführung eines "Ferientickets". Schüler können dieses Ticket für 29 Euro erwerben und damit die gesamten sechswöchigen Sommerferien im Tarifbereich der BVG fahren. Eine familienfreundliche Neuerung ist auch die Tatsache, dass Kinder künftig bis zu ihrem 15. Lebensjahr den Ermäßigungstarif in Anspruch nehmen dürfen. Auch die schon lange versprochene "Sammelkarte" wird mit dem 1.April endlich realisiert. Vielerorts wird jedoch kritisiert, dass die 8 Euro teure Karte, mit der man vier Fahrten antreten kann, nur im Tarifbereich AB gilt und nicht, wie erhofft, im gesamten ABC-Bereich.
Der Grund für die "moderate Tarifanpassung", wie die BVG die Verteuerung der Tickets nennt, ist die Tatsache, dass die BVG mit ihrem Serviceangebot fast alle großen Verkehrsbetriebe in Deutschland ein Minusgeschäft einfährt. Derzeit ist die BVG mit 695 Millionen Euro in den roten Zahlen. Nach Angaben von BVG-Chef Andreas Sturmowski wachse der Schuldenberg bis zum Ende der Laufzeit des Verkehrsvertrages im Jahr 2020 auf ca. 1,2 Milliarden Euro an.Grund dafür sei, dass der Senat die Verluste seit Jahren schon nicht mehr in voller Höhe ausgleiche.
Doch wie sieht er eigentlich genau aus, der neue Verkehrsvertrag? Ihm zufolge bekommt die BVG jährlich 175 Millionen Euro für die Pflege der Infrastruktur und 75 Millionen Euro für die reine Verkehrsleistung. Dazu kommen 60 Millionen Euro als Kompensationszahlung für ermäßigte Fahrscheine und 40 Millionen Euro als Zuschuss für Pensionsleistungen aus früheren Jahren. Ob die volle Summe von insgesamt 350 Millionen Euro aber tatsächlich ausbezahlt wird, hängt von der Pünktlichkeit der BVG ab. Schafft die BVG es nicht, die vorgegebene Pünktlichkeitsquote einzuhalten, wird ihr wieder Geld abgezogen. Ist sie aber pünktlicher als vorgeschrieben, erhält sie einen Bonus.
Übrigens: Langfristig im Gespräch ist eine "Treueprämie". Wer jahrelang Umweltkarten-Abonnements erwirbt, wird mit Treuerabatten belohnt.