Badesaison in Brandenburg eröffnet - Badegewässer laden zum Baden ein
Potsdam - Traditionell wird heute (15. Mai) die diesjährige Badesaison in Brandenburg eröffnet. Zu diesem Anlass hat das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium eine aktuelle Badestellenkarte mit allen 228 Badestellen des Landes seinen Badegästen, Urlauberinnen und Urlaubern zur Verfügung gestellt. Brandenburg gehört zu den gewässerreichsten Bundesländern und ist weit über seine Grenzen für die gute bis sehr gute Wasserqualität seiner Badegewässer bekannt. Mit über 3.000 Seen, seenartigen Erweiterungen seiner zahlreichen Flussläufe und idyllischen Naturparken bieten sich dem Erholungssuchenden vielfältige attraktive Möglichkeiten der Ruhe und Entspannung vom Alltag. Da das Kulturjahr Brandenburg diesmal durch das Thema "Wasser" geprägt wird, dürfen alle Brandenburger auf die vielfältigen Aktivitäten am Rande der Badegewässer gespannt sein.
Gute bis sehr gute Badegewässerqualität meldete das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium heute für die brandenburgischen Badegewässer zum Auftakt der Badesaison. Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD): "Die letzten kühlen und regnerischen Tage haben die Situation in der Landwirtschaft etwas entspannt, so dass wir uns jetzt auch auf wärmere Tage freuen, an denen wir Brandenburger und unsere Gäste Badespass an den zahlreichen Seen erleben wollen."
Wie in jedem Jahr sorgen die Gesundheitsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte dafür, dass die Überwachung der Badegewässer gewährleistet ist. Durch Vorort-Kontrollen der Badestellen können Auffälligkeiten schnell erkannt und entsprechende Maßnahmen veranlasst werden. Bereits vor Beginn der Badesaison wird die Kontrolle mit einer umfassenden Ortsbesichtigung verbunden, um auch andere, über die Badegewässerqualität hinausgehende negative Faktoren rechtzeitig mit zu erfassen und ausschließen zu können. Erst danach kann jede einzelne Badestelle zum Baden frei gegeben werden. Die ersten Untersuchungsergebnisse der letzten Woche zeigen an den ausgewiesenen Badegewässern eine gute bis sehr gute Wasserqualität. Während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September werden in einem 14-tägigen Rhythmus Wasserproben auf hygienische Parameter untersucht. Werden dabei Grenzwertüberschreitungen bestimmter mikrobiologischer Keime festgestellt, wird die Bevölkerung darüber informiert und weiterführende Untersuchungen zur Ursachenaufklärung durchgeführt. Das Abraten vom Baden oder Ausweisen von Badeverboten musste bisher in Brandenburg äußerst selten vorgenommen werden. Im letzten Jahr mussten lediglich an drei Badestellen zeitweilige Badeverbote ausgesprochen werden.
Woidke: "Jeder Badende leistet durch sein Verhalten am Strandabschnitt und im Badegewässer einen ganz persönlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der guten Wasserqualität."
Die EU schreibt in einer Richtlinie über die Qualität der Badegewässer seit 1976 einheitliche Richt- und Grenzwerte für Badestellen vor. Bei Richtwerten handelt es sich um Leitwerte, die nach badegewässerhygienischer Beurteilung eine sehr gute bis gute Gewässerqualität garantiert. Selbst bei der Überschreitung von Richtwerten besteht in der Regel keine Gesundheitsbeeinträchtigung. Häufiger auftretende Richtwertüberschreitungen können als Anzeichen gewertet werden, dass das Badegewässer Qualitätsbeeinträchtigungen ausgesetzt ist.
Der Grenzwert ist ein Höchstwert im Vorsorgebereich, bei dessen wiederholter Überschreitung eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.
Eine äußerst wichtige Rolle bei der Beurteilung der Wasserqualität haben die mikrobiologischen Untersuchungen. Mit diesen werden vor allem zwei große Bakteriengruppen, die fäkalkoliformen und gesamtkoliformen Bakterien, erfasst. Mit den Messungen wird die Menge der Bakterien fäkalen Ursprungs und anderer Mikroorganismen bestimmt. Damit können Rückschlüsse auf den Verschmutzungsgrad des Badegewässers gezogen werden.
Daneben werden aber auch andere Prüfparameter, physikalische und chemische Kriterien zur Beurteilung der Wasserqualität mit heran gezogen. Das sind unter anderem die Sichttiefe, die Färbung des Wassers sowie das Auftreten von Mineralölen und Tensiden.
Die Europäische Kommission hat die veraltete EG-Richtlinie für Badegewässer aus dem Jahre 1976 neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst und am 24. März 2006 novelliert in Kraft gesetzt. Zum frühest möglichen Zeitpunkt und in Abstimmung mit allen Bundesländern wird ab nächsten Jahr auf der Grundlage einer neuen Rechtsverordnung die Qualität der Brandenburger Badegewässer überwacht.
Als ein Beitrag zur Information der Öffentlichkeit und zur Förderung des Tourismus betont Woidke:"„Ich freue mich, dass vielen Besuchern und interessierten Bürgern des Landes auch in diesem Jahr eine aktualisierte Badegewässerkarte zur Verfügung gestellt werden kann."
Im Landesumweltamt wird auch in dieser Badesaison eine Badegewässerdatenbank geführt. Die virtuelle Badestellenkarte des Landes Brandenburg ist eine Serviceleistung des Umwelt- und Verbraucherschutzministeriums. Sie ist im Internet unter www.luis.brandenburg.de/v/badestellen abrufbar.
Pressemitteilung Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg