bis zu den Regierenden nach Berlin. Dort allerdings kann man sich derzeit nicht durchringen, den Autofahrer bei den Spritkosten zu entlasten. Warum also nicht Gas tanken?
Zwei Gassorten im Angebot: Erdgas und Flüssiggas
Wer auf ein Auto mit Gasantrieb umsteigt, der kann je nach gewähltem Modell zwischen 45 und 796 Euro (jawohl) pro Jahr auf die hohe Kante legen. Doch hier gilt: Augen auf beim Autokauf. Denn Gas ist nicht gleich Gas, und Gasantrieb ist nicht gleich Gasantrieb. Im Angebot an den Zapfsäulen befinden sich zwei Gasarten: Erdgas (CNG: Compressed Natural Gas) und Flüssiggas (wird auch Autogas genannt, abgekürzt LPG: Liquified Petroleum Gas).
Flüssiggas tanken kommt teurer als Erdgas tanken
An der Tanke scheint Flüssiggas zunächst günstiger als Erdgas. LPG aber wird in Litern, CNG in Kilogramm abgegeben. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass zwei Liter Autogas der Energiemenge von einem Kilogramm Erdgas entsprechen. Summa summarum macht dies das Tanken mit Autogas um rund 30 Prozent teurer als der Betrieb mit Erdgas. Dennoch fahren in Deutschland deutlich mehr Autos mit Autogas herum. Dies mag auch daran liegen, dass das Tankstellennetz für diesen Betriebsstoff mit annähernd 3000 Zapfsäulen besser ausgebaut ist als jenes für Erdgas (knapp unter 800 Tankstellen).
Gas- oder Gas-Benzin-Antrieb
In punkto Technik unterscheiden sich die Fahrzeuge kaum. Es gibt mono- und bivalente Antriebe.
Die monovalente Variante ist auf den Gasbetrieb optimiert. Ein kleiner Nottank (Fassungsvermögen etwa 15 Liter Benzin) hilft, wenn die nächste Gas-Zapfsäule in nicht ausreichender Nähe ist. Bivalente Fahrzeuge lassen sich sowohl mit Gas als auch mit Benzin betreiben. Sie haben im Gasbetrieb ein wenig mehr Durst als reine Gasautos und sind mit Benzin immer noch günstig unterwegs. Im reinen Gasbetrieb liegt die Reichweite je nach Tankgröße zwischen 179 und 458 Kilometer Fahrstrecke.
Die Sicherheit ist gewährleistet
Darüber hinaus sind Gas-Autos so sicher wie benzin- oder dieselbetriebene. Spezielle Ventile lassen den Stoff bei einem Bumms entweichen. Das Gas verbrennt, explodiert aber nicht. Auch beim Durstlöschen ist für Sicherheit gesorgt. Wegen der unterschiedlichen Ausführung der Tankschläuche kann keine "falsche" Gasart getankt werden; Sicherungen verhindern, dass Gas ausströmen kann.
Ordentliches Angebot an Serienfahrzeugen
Etliche Autohersteller bieten ab Werk Autos mit Gasantrieb an. Ihre Vorteile sind die fachgerechte Unterbringung des Gastanks und die Werksgarantie. Eine Nachrüstung sollte nur in von Sachverständigen-Organisationen zertifizierten Werkstätten vorgenommen werden. In diesem Falle ist eine Rückfrage beim Hersteller angesagt, um herauszufinden, ob eine Werksgarantie beim nachträglichen Einbau einer Gasanlage noch gültig ist.
Umsteigen auf Gas lohnt
Auch wenn der Preis ebenfalls Schwankungen unterliegt, ist das Fahren mit Gas immer noch günstiger als mit Benzin oder Diesel. Denn bis zum Jahr 2018 lässt der Bundesfinanzminister in Sachen Energiesteuer die Finger vom Gas, bei der Kfz-Steuer wird der entsprechende Wert für Benzin-Modelle berechnet. Zwar sind die Anschaffungskosten so hoch wie für einen Diesel. Oder die Nachrüstung kostet 2000 bis 3000 Euro. Dafür zahlen die örtlichen Gasversorger oft hohe Zuschüsse in Form von Barem oder Gas. Im Übrigen werden Gas-Vehikel bei der Autoversicherung gleich behandelt wie konventionell betriebene. Manche Kfz-Versicherungen bieten sogar einen Umweltbonus an, da deutlich weniger Schadstoffe emittiert werden. Auch das Parken in Tiefgaragen ist oft erlaubt. Allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Gasart für ihn die lohnendere ist - Flüssiggas oder Erdgas.