Deutlicher Anstieg der überschuldeten “Privaten Personen“ im 3. Quartal 2006
Deutlicher Anstieg der überschuldeten “Privaten Personen“ im 3. Quartal 2006
In den Monaten Juli bis September 2006 stieg die Zahl der "Übrigen Schuldner" um fast die
Hälfte auf über 1 900 Privatpersonen. Die von den Amtsgerichten ermittelten voraussichtlichen
Forderungen beliefen sich auf 203,2 Mill. EUR, gegenüber dem Vorjahresquartal ist das eine
Steigerung von knapp einem Fünftel.
In fast 96 Prozent aller Anträge konnte das Verfahren
eröffnet werden, hier hoffen die Gläubiger auf einen teilweisen Ausgleich ihrer noch offenen
Rechnungen. Bei 65 Verfahren wurde der Antrag „mangels Masse abgewiesen“, die Gläubiger
bleiben somit auf ihren Forderungen sitzen. In 14 Fällen konnten sich Gläubiger und Schuldner
unter richterlicher Aufsicht auf einen Schuldenbereinigungsplan einigen und somit der
Schuldenfalle entkommen.
Die Zahl der bankrotten ehemals selbständig Tätigen stieg um fast ein Viertel auf 502
Personen. Ihre unbezahlten Verbindlichkeiten erhöhten sich um 11,8 Prozent auf
100,6 Mill. EUR, das sind über 200 000 EUR Schulden je Person. In Charlottenburg-
Wilmersdorf meldeten sich 85 ehemals selbständig Tätige mit Verbindlichkeiten von
33,6 Mill.EUR (Anteil: 17 bzw. 33 Prozent). 58 Personen mit insgesamt 7,9 Mill. EUR Schulden
(Anteil: 12 bzw. 8 Prozent) wurden in Neukölln gezählt. Im Bezirk Mitte wurden 55 Verfahren mit
einer Schadenssumme von 9,1 Mill.EUR (Anteil: 11 bzw. 9 Prozent) gegen diese Schuldnergruppe
beantragt.
Über 1 300 Menschen mussten im 3. Quartal 2006 bei den Berliner Amtsgerichten mit
insgesamt 75,3 Mill. EUR Schulden eine Verbraucherinsolvenz beantragen. Gegenüber dem
Vorjahreszeitraum sind das fast 800 Menschen mehr, bei den Forderungen gab es einen
Anstieg von 44,5 Prozent. Die durchschnittlichen Schulden der Verbraucher reduzierten sich
gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 000 EUR auf rund 56 000 EUR.
Wie das Statistische Landesamt Berlin ermittelt hat, waren die Bezirke mit den meisten
Verbraucherinsolvenzen Lichtenberg mit 180 Verfahren und 7,2 Mill. EUR Schulden (Anteil: 13
bzw. 10 Prozent), Neukölln mit 178 Verfahren und 7,5 Mill. EUR Schulden (Anteil: 13 bzw. 10
Prozent) und Marzahn-Hellersdorf mit 168 Verfahren und 9,1 Mill. EUR Schulden (Anteil: 13
bzw. 12 Prozent). Werden die Forderungen auf die Anzahl der Verfahren bezogen, ergibt sich
folgende Rangfolge: Treptow-Köpenick mit 118 500 EUR, Steglitz-Zehlendorf mit 77 200 EUR
und Spandau mit 67 700 EUR.
Pressemitteilung Statistische Landesamt Berlin vom 12.9.2006