Anstieg der Verbraucherinsolvenzen in Brandenburg hält an
Anstieg der Verbraucherinsolvenzen in Brandenburg hält an, Unternehmensinsolvenzen
aber um fast ein Viertel gesunken
Dem Amt für Statistik meldeten die vier Amtsgerichte des Landes Brandenburg im
ersten Quartal 2007 insgesamt 1 889 beantragte Insolvenzverfahren. Das waren 383
Verfahren bzw. rund 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die voraussichtlichen
Gläubigerforderungen beliefen sich auf 256 Millionen EUR und lagen damit
leicht über dem Vorjahresniveau.
Auf Unternehmen entfielen 215 Verfahren, auf übrige Schuldner 1 674 Verfahren.
Damit war im Bereich der Unternehmensinsolvenzen ein Rückgang gegenüber dem
Vorjahr um fast 25 Prozent, im Bereich der übrigen Schuldner dagegen ein Anstieg
um mehr als 37 Prozent zu verzeichnen. Von den insgesamt 1 889 beantragten Insolvenzverfahren
kamen 1 781 zur Eröffnung. Das waren rund 94 Prozent aller Verfahren.
Die Anzahl der mangels Masse abgewiesenen Verfahren lag unter 5 Prozent.
Mit der Annahme eines bestätigten Schuldenbereinigungsplanes endeten 18 Verfahren.
Die meisten der insgesamt 215 beantragten Unternehmensinsolvenzen kamen auch
im ersten Vierteljahr 2007 aus dem Baugewerbe. Die Anzahl der insolventen Baubetriebe
sank gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 63. Auch im Bereich Handel
(einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern)
ging die Verfahrensanzahl auf 43 insolvente Unternehmen zurück (–10 Fälle).
An dritter Stelle lag das Grundstücks- und Wohnungswesen mit 34 Insolvenzverfahren
(–15 Fälle).
Als Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe hatten rund 46 Prozent der
insgesamt 215 insolventen Unternehmen gearbeitet (98 Fälle). Die Rechtsform einer
Gesellschaft mit beschränkter Haftung führten 40 Prozent aller von der Insolvenz betroffenen
Unternehmen (86 Fälle). Knapp 60 Prozent aller insolventen Unternehmen
hatten weniger als acht Jahre existiert.
Gegen übrige Schuldner (Gesellschafter, Verbraucher, Nachlässe und ehemals selbständig
Tätige) richteten sich fast 90 Prozent aller im ersten Vierteljahr 2007 beantragten
Verfahren (1 674 Fälle). Drei Viertel davon (1 279 Verfahren) entfielen allein
auf private Verbraucher, 409 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Fast alle Verbraucherinsolvenzen
(98,5 Prozent) gelangten zur Eröffnung. Von den 356 Verfahren ehemals
selbständig Tätiger (+61 Fälle) wurden 95,2 Prozent eröffnet.
Pressemitteilung Amt für Statistik Berlin-Brandenburg