Shoppen bis zur Geisterstunde: Die Lange Nacht des Shoppings Shop till you drop ist angesagt, wenn Berlin zur "Langen Nacht des Shoppings" lädt. Seit 2000 ist diese konsumfreudige Nacht in der Berliner City West Synonym für exzessiven Kaufrausch,
Langen Nacht des Shoppings Berlin
Foto © Stephen Coburn
denn dieses zweimal jährlich inszenierte Konsum-Ereignis ist der bundesweit größte und umsatzstärkste Shopping-Event. Rund 500.000 Besucher, darunter auch unzählige Busladungen voller Touristen, zählt die Einkaufsmeile, die am Wittenbergplatz beginnt und sich über die Tauentzienstraße, den Kurfürstendamm bis zum Neuen Kranzler Eck, inklusive Joachimstaler Straße (Nord) und der Kantstrasse bis zum stilwerk Berlin erstreckt. Einkaufen und Amüsieren bis spät in die Nacht lautet dann die Parole. Hauptmagnete sind unter anderem das Europacenter, das KaDeWe und das extravagante Designkaufhaus stilwerk.

Bis zur Geisterstunde geöffnete Ladentore allein sind allerdings nicht der Grund, warum die Shoppingnacht es schafft, derartige Massen anzulocken. Genauso wenig wie die "Lange Nacht der Museen" mit Kunst allein nicht auskommt, sondern drumherum lautstark Sektkorken und Partyböller krachen lässt, will auch die Shoppingnacht etwas ganz Besonderes sein - eine Art Einkaufsparty, wenn man so will, ein Dreiklang aus Einkaufen, Party und Entertainment.

Partner sind dabei Kulturinstitutionen wie etwa die Deutsche Oper Berlin, die Schaubühne, das Wintergarten Varieté, das Ku'damm-Theater oder die Tribüne. Insgesamt sind es mehrere hundert Shops, Kaufhäuser, Restaurants, Bars, Theater und Kinos, die an diesem außergewöhnlichen Event teilnehmen. Begleitet wird die "Lange Nacht des Shoppings" von einem großen Straßenfest auf dem Kurfürstendamm, das sich bewusst von Rummelatmosphäre und Billig-Buden abgrenzt, um stattdessen die gehobene Ku-Damm-Kaufkraftklasse zu ködern. Nur ausgesuchte Händler, Kunsthandwerker und edle Gastronomen sind mit von der Partie, Discountware wie Handyschalen oder ähnliches sind hingegen absolut tabu, betont das werbeteam Berlin, Veranstalter der Langen Nacht des Shoppings, das allergrößten Wert auf eine attraktive und anspruchsvolle Gestaltung des Festes legt.

Früher war die Lange Nacht des Shoppings neben all dem Rummel und ihren Vergnüglichkeiten auch eine ernste, politische Veranstaltung; man könnte auch sagen: die größte Demonstration zur Abschaffung des Ladenschlußgesetzes. Shoppen gegen den Ladenschluss hieß die Devise. Seidem der Ladenschluss in Berlin jedoch gekippt bzw. deutlich liberalisiert worden ist und jedes Geschäft nach Lust und Laune öffnen kann, müssen die Veranstalter den Entertainment-Faktor noch mehr aufstocken, um weiterhin die konsumfreudigen Massen im bisher gewohnten Ausmaß anlocken zu können. Da ist es beispielsweise ein schlauer Coup, die Lange Nacht des Shoppings im Oktober in den Zeitraum des Lichtspektakels "Festival of Lights" zu legen. Dass Superlative dazu da sind, um neu überboten zu werden und dass die Konsumenten immer neue, noch größere Anreize brauchen, ist schließlich keine neue Weisheit. Schon der deutsche Psychoanalytiker Erich Fromm wusste: "Der Konsument ist der ewige Säugling, der nach der Flasche schreit!"
Text: A.K.


Lesen Sie auch:
Die Potsdamer Schlössernacht: illuminierte Pracht preußischen Barocks
Südseeparadies vor den Toren Berlins Tropical Island
Der Gendarmenmarkt: Berlins schönster Platz
- Shopping bis zum Umfallen: Bald totale Freigabe der Öffnungszeiten in Berlin


 
Wohnen in Berlin Jobs in Berlin Urlaub Freizeit Sonstiges Wörterbuch Veranstaltungen in Berlin Berlin Blog Berliner Bezirke
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Ä
Ö
Ü
Sitemap
 
Ärzte in Berlin Rechtsanwälte LKW Vermietung Internes Werbung buchen AGB's