„Schulden – was tun?“ – Antworten auf diese Frage erhalten Schuldnerinnen und Schuldner beim bundesweiten Aktionstag am 14. Juni 2007. Während einer „Langen Nacht der Schuldnerberatung“ von 18 bis 22 Uhr werden an diesem Tag die Schuldnerberaterinnen und –berater zusätzlich ansprechbar sein. Aufgerufen zu dem Aktionstag hat die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände in Deutschland, die damit auf die Situation überschuldeter Haushalte und auf besondere Hilfen für diese deutlich machen will.
Das Land Berlin verfügt über ein stadtweites Netz an anerkannten Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen und somit über gute Voraussetzungen für ein qualifiziertes und flächendeckendes Beratungsangebot. Betroffene Bürgerinnen und Bürger haben in jedem Bezirk die Möglichkeit, sich kostenlos und fachgerecht beraten zu lassen. Die Liste der anerkannten Beratungsstellen sind unter www.info-schuldnerberatung-berlin.de abrufbar.
Schätzungen zufolge sind in Berlin mindestens 165.000 Haushalte überschuldet. Entsprechend hoch ist der Andrang in den anerkannten Schuldner- und Insolvenz¬beratungsstellen. Ende des zweiten Halbjahres 2006 befanden sich 13.945 Menschen in laufender Beratung. Das entspricht im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres einer Steigerung um rund 17 %. Darüber hinaus werden halbjährlich ca. 18.000 Kurzberatungen durchgeführt. Durchschnittlich 50 % der Ratsuchenden sind Hartz-IV-Betroffene und Arbeitslose. Bis einschließlich April 2007 wurden Anträge auf Übernahme von Mietschulden in Höhe von 4,4, Millionen Euro gestellt, von denen 2,2 Millionen durch die Kommune übernommen werden konnten. Um die wichtige Arbeit in den Beratungsstellen zu festigen, wurden die Landesmittel für die geförderten Stellen ab 2005 um 1 Millionen Euro erhöht und summieren sich jetzt auf 6,4 Millionen Euro.
Besonderes Augenmerk, so die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales
Dr. Heidi Knake-Werner, müsse in den Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen weiterhin auf Prävention gelegt werden. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene gerieten noch zu häufig in eine „Schuldenfalle“, aus der sie ohne professionelle Hilfe nicht mehr hinausgelängen. Lobenswert sei das sogenannte Handybooklet, mit dem inzwischen bundesweit über die Kosten und Verpflichtungen im Zusammenhang mit einem Handy aufgeklärt werde.
Pressemeldung Land Berlin
Schuldnerberatung in Berlin