Arbeitskosten je Stunde in Berlin knapp über bundesdeutschem Durchschnitt Arbeitskosten je Stunde in Berlin knapp über bundesdeutschem Durchschnitt Eine Arbeitsstunde in Berliner Betrieben kostete die Arbeitgeber im Jahr 2004 durchschnittlich 28,33 EUR und war damit geringfügig teurer als die für Deutschland insgesamt berechneten Kosten (28,18 EUR), teilt das Statistische Landesamt mit. Dieses Ergebnis wurde ermittelt durch die in vierjährigem Abstand in den Mitgliedsstaaten der EU nach einheitlichen Konzepten durchgeführte Arbeitskostenerhebung zur Messung der Aufwendungen für die Beschäftigung von Arbeitnehmern. Die Erhebung wird grundsätzlich als Stichprobe bei Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten durchgeführt und berücksichtigte erstmals nahezu alle Wirtschaftsbereiche, während bisher nur das Produzierendes Gewerbe und ausgewählte Dienstleistungsbereiche erfasst wurden.

Als wichtigste Bestandteile der Arbeitskosten je Stunde sind in Deutschland die Bruttoverdienste einschließlich der aus öffentlichen Mitteln erstatteten Lohnkosten, die Sozialbeiträge der Arbeitgeber und die Kosten für die berufliche Aus- und Weiterbildung zu nennen. Das Niveau der Arbeitskosten war im Jahr 2004 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen der in Berlin ansässigen Betriebe sehr unterschiedlich. Die höchsten durchschnittlichen Kosten je Stunde wiesen Betriebe der Chemischen Industrie und des Kreditgewerbes mit 44,82 EUR bzw. 43,79 EUR aus, dagegen betrugen sie in denen des Ledergewerbes nur 12,26 EUR. In den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes wurden Arbeitskosten je Stunde von 34,37 EUR ermittelt, im Baugewerbe von 21,94 EUR und in dem sehr heterogenen Wirtschaftsbereich der unternehmensnahen Dienstleistungen von durchschnittlich 24,45 EUR.

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass die durchschnittlichen Arbeitskosten je geleistete Arbeitstunde in Berlin gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2000 weiterhin gestiegen sind, jedoch deutlich geringer als noch durch Anpassungsprozesse vor allem im Ostteil der Stadt in den 90er Jahren. Betrug der jährliche Anstieg der Kosten für eine Arbeitsstunde in den Jahren 1992 bis 2000 in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes durchschnittlich 4,8 Prozent, so waren es 2,6 Prozent in den Jahren 2000 bis 2004.
Auch im Kredit- und Versicherungsgewerbe war eine deutlich abgeschwächte Arbeitskostenentwicklung festzustellen von zunächst jährlich
durchschnittlich 7,5 Prozent auf nunmehr 2,2 Prozent. In den baugewerblichen Betrieben gingen die Arbeitskosten je Stunde im gleichen Zeitraum sogar um 0,5 Prozent zurück, nachdem diese in den Jahren 1992 bis 2000 noch angestiegen waren (+1,9 Prozent). Im Vergleich aller Bundesländer belegt Berlin bei den Arbeitskosten je geleisteter Stunde den siebenten Platz. Ein Vergleich mit den Stadtstaaten Hamburg und Bremen zeigt, dass eine Arbeitsstunde dort mit 31,80 EUR und 29,58 EUR je Stunde deutlich teurer ist als in Berlin.

Pressemitteilung vom Statistisches Landesamt Berlin


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