Industrie „Made in Berlin“
Wirtschaftssenator Harald Wolf besucht heute Berliner Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie, die erfolgreich in der Stadt arbeiten und wachsen- Auftakt zu einer Reihe von Presserundfahrten zum Industriestandort Berlin.
Als „Elektropolis“ einst das industrielle Herz Deutschlands hat die Berliner Industrie nach 40 Jahren Teilung seit den 90er Jahren einen erheblichen Strukturwandel erlebt. Heute ist die Industrie in der Stadt wieder gut aufgestellt, überaus wettbewerbsfähig und innovativ. Bekannte Traditionsprodukte von Schuhcreme über Melissengeist bis zur Rasierklinge werden in Berlin ebenso produziert wie hoch spezialisierte Technologie-Produkte.
Ende 2006 hatten die rd. 800 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes (mit mehr als 20 Beschäftigten) knapp 98.000 Beschäftigte, hinzukommen eine Vielzahl von kleinen Unternehmen. Die Umsätze sind in den letzten Jahren steigend, die Auftragslage ist derzeit gut (+10,7 % im 1. Quartal 2007). Viele Unternehmen stellen Arbeitskräfte ein. Dabei ist Berlin ein attraktiver Standort für junge, hochqualifizierte Fachkräfte.
Die Chemie – und Pharmaindustrie in Berlin ist eine der zentralen Säulen des verarbeitenden Gewerbes. Sie hat in der Stadt rd. 11.000 Beschäftigte und erzielte 2006 einen Umsatz von rd. 4,8 Mrd. €. Prägend am Standort ist die pharmazeutische Industrie, die 83 % der Beschäftigten stellt und 92 % des Umsatzes erwirtschaftet. Mit Ausnahme der Unternehmen Bayer Schering Pharma AG und Berlin Chemie AG ist die Branche mittelständisch strukturiert.
Die besuchten Unternehmen aus den Bereichen Kunststoff, Pharma und Chemie zeigen, dass Industrie in Berlin erfolgreich arbeiten kann. Die Unternehmen sind sowohl national als auch international am Markt etabliert und auf Wachstumskurs.
Senator Wolf: „Die Hauptstadt Berlin ist ein interessanter Industriestandort. Wir haben hier eine leistungsfähige Industrie, die eng mit dem Dienstleistungssektor und der Forschung verknüpft ist. Wir brauchen Industrie in der Stadt, denn sie bildet die Grundlage für solides Wachstum.“
Unter der Überschrift Industriedialog arbeiten seit 2005 Unternehmen, Gewerkschaften, Verbände, Wissenschaft und Senat in einem Netzwerk daran, den Industriestandort zu stärken. Es geht darum, die Standortbedingungen weiter zu verbessern, die Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen sowie die hier etablierte Industrie sichtbar zu machen. „`Made in Berlin´ lohnt sich, das wollen wir zeigen.“ betont Senator Harald Wolf.
Informationen zu den besuchten Unternehmen:
Die profine GmbH ist international einer der führenden Anbieter auf dem Kunststoffprofilmarkt. Unter den Marken KBE, KÖMMERLING und TROCAL produziert profine Kunststoffprofile für Fenster und Türen, Sichtschutz und Fassaden sowie PVC-Platten. Die profine GmbH – International Profile Group - entstand im Jahre 2003 durch die Zusammenführung der Profilaktivitäten der HT TROPLAST unter einem Dach. Die Unternehmenszentrale befindet sich in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen).
Das Unternehmen hat in Europa einen Marktanteil von 26% und ist damit führend in der Branche. profine ist Arbeitgeber für 3.700 Mitarbeiter an 26 Standorten in 21 Ländern, davon rund 2.250 in Deutschland und rund 500 in Berlin. Die profine GmbH erzielte 2006 einen Umsatz von 848 Mio. Euro. Die Produktionskapazität liegt aktuell bei über 450.000 Tonnen hochwertiger Profile pro Jahr. Die Produktionsstandorte in Deutschland sind Berlin, Pirmasens und Troisdorf.
Dynamisches Wachstum, Arzneimittel-Innovationen und ein über Generationen gereifter Erfahrungsschatz sind Markenzeichen der BERLIN-CHEMIE AG. Die Wurzeln des Unternehmens am Hauptstandort Berlin-Adlershof reichen bis ins Jahr 1890 zurück. Seit 1992 gehört BERLIN-CHEMIE zur weltweit agierenden italienischen MENARINI Group und ist für das Arzneimittel-Geschäft in Deutschland, Osteuropa und Asien verantwortlich. Zudem ist Berlin einer der drei Forschungsstandorte der MENARINI Group.
Von 1999 bis 2006 hat BERLIN-CHEMIE den Umsatz vervierfacht (2006: 878 Mio. €) und die Zahl der Mitarbeiter im In- und Ausland um etwa 1.600 auf über 4.100 erhöht. In Berlin hat das Unternehmen 1.200 Beschäftigte. Zwei Drittel der im Inland verkauften Arzneimittel des Unternehmens sind innovative Präparate, vor allem Herz-Kreislauf-Mittel und Antidiabetika. BERLIN-CHEMIE liefert Medikamente in 35 Staaten und unterhält in 31 Ländern eigene Dependancen.
Die Diessner GmbH & Co. KG ist eine seit 1949 in Berlin ansässige Lack- und Farbenfabrik. Am Standort in Berlin-Britz werden lösemittelfreie Dispersionsfarben, Putze und kreative Produkte für das Malerhandwerk hergestellt. Die Produkte werden ausschließlich an Farbengroßhändler im gesamten Bundesgebiet verkauft. Exportiert wird auch in viele europäische Staaten sowie nach Asien.
Das Unternehmen mit seinen zur Zeit 60 Mitarbeitern war bis zum Jahr 2000 ein Familienunternehmen. Im Jahre 2001 wurde Diessner von der Sakret GmbH, Bad Lauterberg, einem großen Trockenmörtelhersteller übernommen. Durch zahlreiche Synergien mit der Sakret GmbH gelang eine erfolgreiche Restrukturierung und Positionierung am Markt. Dadurch ist auch eine umfangreiche Investition in die Modernisierung der Diessner-Produktionsanlagen möglich, deren Startschuss in diesen Tagen erfolgte.
Pressemitteilung Senatsverwaltung für Wirtschaft,Technologie und Frauen