Auch im 3. Quartal 2006 ein Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen Insolvenzverfahren von Unternehmen, deren voraussichtliche Forderungen sich auf 452 Mill. EUR beliefen. Gegenüber dem Vorjahresquartal sank damit die Zahl der Firmenzusammenbrüche um 16,1 Prozent. Die offenen Forderungen aus unbezahlt gebliebenen Rechnungen reduzierten sich deutlich um über ein Viertel. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages bangten über 950 Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz, im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang von fast einem Drittel. In gut 60 Prozent der Unternehmensinsolvenzen konnte ein Verfahren eröffnet werden (233 Firmen). Für die Gläubiger von 154 Unternehmen bedeutet die gerichtliche Ablehnung des Insolvenzantrages mangels Masse einen Totalverlust ihrer noch offenen Forderungen.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, betrafen knapp 57 Prozent der Unternehmensinsolvenzen Gesellschaften mit beschränkter Haftung (219 GmbH). Die Pleiten bei den Jungunternehmen — unter 8 Jahre am Markt — sanken um über ein Zehntel. Bei Unternehmen, deren Gründung nicht länger als 3 Jahre her ist, ging die Pleitenquote um 13,6 Prozent zurück.
Die meisten Unternehmenszusammenbrüche wurden im Wirtschaftsbereich „Grundstück- und Wohnungswesen sowie Dienstleistungen für Unternehmen“ mit 147 Fällen und 334,3 Mill. EUR Gläubigerforderungen (Anteil: 38 bzw. 74 Prozent) registriert. An zweiter Stelle lag das Baugewerbe, dort konnten 71 Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen von 25,2 Mill. EUR (Anteil: 18 bzw. 6 Prozent) nicht mehr nachkommen. Im Wirtschaftsbereich „Handel“ standen 60 Unternehmen mit 32,5 Mill. EUR Schulden vor dem Aus (Anteil: 16 bzw. 7 Prozent).

Die meisten Unternehmensinsolvenzen des dritten Quartals 2006 wurden im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf mit 79 Anträgen (Anteil: 20 Prozent) und voraussichtlichen Forderungen in Höhe von 75,9 Mill. EUR (Anteil: 17 Prozent) ermittelt, gefolgt von Mitte mit 51 Insolvenzen (Anteil: 13 Prozent) und 57,0 Mill. EUR Verbindlichkeiten (Anteil: 13 Prozent). Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg mussten 50 Firmen (Anteil: 13 Prozent) mit rund 191,2 Mill. EUR Schulden (Anteil: 42 Prozent) den Weg zum Insolvenzgericht beschreiten. Die wenigsten Verfahren wurden in Lichtenberg mit 8 Anträgen (Anteil: 2 Prozent) gezählt, die Summe der unbezahlten Rechnungen addierte sich auf 2,1 Mill. EUR (Anteil: 0,5 Prozent).

Pressemitteilung vom Statistisches Landesamt Berlin


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