Mehr Unternehmensinsolvenzen im 1. Quartal 2007 in Berlin
Mehr Unternehmensinsolvenzen im 1. Quartal 2007 in Berlin
Der vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg seit dem zweiten Quartal 2004 beobachtete
Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen in Berlin ist unterbrochen.
In
den ersten drei Monaten dieses Jahres registrierte das Amtsgericht Charlottenburg
insgesamt 371 Insolvenzverfahren von Unternehmen, deren voraussichtliche Forderungen
sich auf 236,9 Mill. EUR beliefen.
Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg damit die Zahl der Zusammenbrüche um 11,7
Prozent. Die unbezahlt gebliebenen Rechnungen reduzierten sich um mehr als die
Hälfte (–56,2 Prozent). Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages bangten 920 Arbeitnehmer
um ihren Arbeitsplatz, im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum
ist das ein Rückgang von 4,9 Prozent. Gegen 231 Firmen konnte ein Verfahren eröffnet
werden, das ist ein Anteil von 62,3 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen.
Für die Gläubiger von 140 Unternehmen bedeutet die gerichtliche Ablehnung des Insolvenzantrages
mangels Masse einen Totalverlust ihrer noch offenen Forderungen.
Wie das Amt für Statistik weiter mitteilt, betrafen über die Hälfte der Unternehmensinsolvenzen
Gesellschaften mit beschränkter Haftung (210 GmbH). Die Pleiten bei
den Jungunternehmen - unter acht Jahre am Markt - stieg um ein Drittel auf 205 Firmen.
Bei Unternehmen, deren Gründung nicht länger als drei Jahre her ist, erhöhte
sich die Pleitenquote um 40,6 Prozent (97 Neufirmen).
Die meisten Unternehmenszusammenbrüche wurden im Wirtschaftsbereich „Grundstück-
und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen sowie Dienstleistungen
für Unternehmen“ mit 131 Fällen und 164,6 Mill. EUR Gläubigerforderungen (Anteil:
35 bzw. 70 Prozent) registriert. An zweiter Stelle lag das Baugewerbe, dort konnten
70 Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen von 23,2 Mill. EUR (Anteil: 19 bzw. 10
Prozent) nicht mehr nachkommen. Im Wirtschaftsbereich „Handel“ standen 58 Unternehmen
mit 22,2 Mill. EUR Schulden vor dem vorzeitigen Aus (Anteil: 16 bzw. 9 Prozent).
Die meisten Unternehmensinsolvenzen des ersten Quartals 2007 wurden im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf mit 82 Anträgen (Anteil: 22,1 Prozent) und voraussichtlichen
Forderungen in Höhe von 29,8 Mill. EUR (Anteil: 12,6 Prozent) ermittelt, gefolgt
von Mitte mit 44 Insolvenzen (Anteil: 11,9 Prozent) und 32,2 Mill. EUR Verbindlichkeiten
(Anteil: 13,6 Prozent). Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg mussten 34 Firmen (Anteil:
9,2 Prozent) mit rund 70,2 Mill. EUR Schulden (Anteil: 29,7 Prozent) den Weg
zum Insolvenzgericht beschreiten. Die wenigsten Verfahren wurden in den Bezirken
Spandau und Treptow-Köpenick mit jeweils 18 Pleiten (Anteil: 4,9 Prozent) gezählt,
die Summe der unbezahlten Rechnungen addierte sich in Spandau auf 2,6 Mill. EUR
und in Treptow-Köpenick auf 4,0 Mill. EUR (Anteil: 1,1 bzw. 1,7 Prozent).
Pressemitteilung: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
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