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Jus­tiz on­line – In­ter­net­ver­stei­ge­rung und elek­tro­ni­sche Ver­ein­san­mel­dung im Bun­des­tag

Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute die Ge­setz­ent­wür­fe der Bun­des­re­gie­rung zur In­ter­net­ver­stei­ge­rung in der Zwangs­voll­stre­ckung und zur Er­leich­te­rung elek­tro­ni­scher An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter in ers­ter Le­sung be­ra­ten.

“Schon heute ist die Jus­tiz in vie­len Be­rei­chen on­line. Das In­ter­net hat sich fest als Platt­form des Wirt­schafts­le­bens eta­bliert. Hier tref­fen sich An­bie­ter und In­ter­es­sen­ten für Waren und Dienst­leis­tun­gen. Wir haben daher jetzt Re­ge­lun­gen vor­ge­schla­gen, mit denen Ge­gen­stän­de, die in der Zwangs­voll­stre­ckung ge­pfän­det wur­den, weit­aus leich­ter als bis­her über das In­ter­net ver­stei­gert wer­den kön­nen. Denn hier er­rei­chen wir einen viel grö­ße­ren Bie­ter­kreis, und die Auk­ti­ons­platt­form ist für je­der­mann 24 Stun­den am Tag zu­gäng­lich. Mehr Bie­ter be­deu­ten mehr Wett­be­werb und da­durch hö­he­re Er­trä­ge bei der Ver­wer­tung ge­pfän­de­ter Ge­gen­stän­de. Wir hel­fen damit in der Zwangs­voll­stre­ckung den Schuld­nern, schnel­ler ihre Schuld zu be­glei­chen. Und wir un­ter­stüt­zen die Gläu­bi­ger bei der ra­schen und ef­fek­ti­ven Bei­trei­bung ihrer of­fe­nen For­de­run­gen.

Auch im Be­reich der Re­gis­ter sind die Wei­chen schon lange in Rich­tung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs ge­stellt. Eine ganze Reihe von Re­gis­tern ist be­reits auf elek­tro­ni­schen Be­trieb um­ge­stellt. Auch viele Ver­eins­re­gis­ter wer­den in den Län­dern be­reits elek­tro­nisch ge­führt. Jetzt wol­len wir die Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen, damit dar­über hin­aus alle An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter elek­tro­nisch er­fol­gen kön­nen. Dabei ist mir wich­tig, dass die elek­tro­ni­sche An­mel­dung nicht zur Pflicht, son­dern zur zu­sätz­li­chen Mög­lich­keit wird. So kann jeder Ver­ein selbst ent­schei­den, wel­che Form der An­mel­dung für ihn die ein­fachs­te ist” er­läu­tert Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Bri­git­te Zy­pries.

1. In­ter­net­ver­stei­ge­rung in der Zwangs­voll­stre­ckung

Künf­tig soll die Ver­stei­ge­rung von Ge­gen­stän­den, die vom Ge­richts­voll­zie­her in der Zwangs­voll­stre­ckung ge­pfän­det wur­den, ein­fa­cher im In­ter­net er­fol­gen kön­nen. Bis­lang ist die Ver­stei­ge­rung von sog. be­weg­li­chen Sa­chen – z. B. Möbel und elek­tro­ni­sche Ge­rä­te – in der Zi­vil­pro­zess­ord­nung als Prä­senz­ver­stei­ge­rung durch den Ge­richts­voll­zie­her vor­ge­se­hen. Die dafür not­wen­di­ge An­we­sen­heit von Ver­stei­ge­rer und Bie­ter ist um­ständ­lich und ver­ur­sacht nicht zu­letzt wegen der An­rei­se teil­wei­se hohe Kos­ten.

Die In­ter­net­auk­ti­on soll als Re­gel­fall neben der bis­her üb­li­chen Ver­stei­ge­rung vor Ort er­mög­licht wer­den. Der Ge­setz­ent­wurf er­gänzt die be­ste­hen­den Vor­schrif­ten der Zi­vil­pro­zess­ord­nung, damit die In­ter­net­ver­stei­ge­rung auch in der Zwangs­voll­stre­ckung selbst­ver­ständ­lich wird. Die Bun­des­län­der wer­den er­mäch­tigt, Ein­zel­hei­ten wie etwa die Ver­stei­ge­rungs­platt­form, Be­ginn, Ende und Ab­lauf der Auk­ti­on oder die Vor­aus­set­zun­gen für die Teil­nah­me an der Ver­stei­ge­rung durch Rechts­ver­ord­nung zu re­geln. Die In­ter­net­ver­stei­ge­rung be­weg­li­cher Sa­chen wird auch in der Abg­ben­ord­nung als ge­setz­li­cher Re­gel­fall neben der Prä­senz­ver­stei­ge­rung eta­bliert.

2. Elek­tro­ni­sche An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter

Mit dem Ge­setz­ent­wurf wer­den die bun­des­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen, damit die Län­der für alle An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter – von der Er­st­an­mel­dung bis zur An­mel­dung der Be­en­di­gung eines Ver­eins – auch elek­tro­ni­sche An­mel­dun­gen zu­las­sen kön­nen. An­ders als bei den Han­dels-, Ge­nos­sen­schafts- und Part­ner­schafts­re­gis­tern sol­len al­ler­dings beim Ver­eins­re­gis­ter wei­ter­hin alle An­mel­dun­gen auch in Pa­pier­form mög­lich sein. Neben den Vor­schrif­ten zur elek­tro­ni­schen An­mel­dung ent­hält der Ent­wurf wei­te­re re­gis­ter­recht­li­che Än­de­run­gen. Zudem wer­den ei­ni­ge über­hol­te Vor­schrif­ten aus dem Ver­eins­recht auf­ge­ho­ben, an­de­re an die fort­ent­wi­ckel­te Rechts­pra­xis an­ge­passt.

Pressemitteilung des BMJ vom 14.05.2009

Kategorie: Justiz




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