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	<title>Pressemitteilungen aus Berlin und Brandenburg &#187; Justiz</title>
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	<description>Nachrichten von Firmen, Behörden und Vereinen im Presseportal für Berlin und Brandenburg</description>
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		<title>Neues Bi­lanz­recht in Kraft: Mil­li­ar­den­ent­las­tung für den deut­schen Mit­tel­stand</title>
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		<comments>http://www.in-berlin-brandenburg.com/Presseportal/9archives/591#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 May 2009 18:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CSieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Entlastung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelstand]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute tritt das Ge­setz zur Mo­der­ni­sie­rung des Bi­lanz­rechts (BilMoG) in Kraft (BGBl. I 2009, 1102). Das Ge­setz ent­las­tet die Wirt­schaft fi­nan­zi­ell in er­heb­li­chem Um­fang und stärkt das Bi­lanz­recht des Han­dels­ge­setz­bu­ches für den Wett­be­werb mit in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­stan­dards. Das be­währ­te, kos­ten­güns­ti­ge und ein­fa­che HGB-Bi­lanz­recht wird im Kern bei­be­hal­ten. Der han­dels­recht­li­che Jah­res­ab­schluss bleibt die Grund­la­ge der Ge­winn­aus­schüt­tung und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute tritt das Ge­setz zur Mo­der­ni­sie­rung des Bi­lanz­rechts (BilMoG) in Kraft (BGBl. I 2009, 1102). Das Ge­setz ent­las­tet die Wirt­schaft fi­nan­zi­ell in er­heb­li­chem Um­fang und stärkt das Bi­lanz­recht des Han­dels­ge­setz­bu­ches für den Wett­be­werb mit in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­stan­dards. Das be­währ­te, kos­ten­güns­ti­ge und ein­fa­che HGB-Bi­lanz­recht wird im Kern bei­be­hal­ten. Der han­dels­recht­li­che Jah­res­ab­schluss bleibt die Grund­la­ge der Ge­winn­aus­schüt­tung und der steu­er­li­chen Ge­winn­er­mitt­lung.<span id="more-591"></span></p>
<p>Die wich­tigs­ten Punk­te des Ge­setz­ent­wurfs im Ein­zel­nen:</p>
<p>1. De­re­gu­lie­rung</p>
<p>Die Neu­re­ge­lung ent­las­tet die Un­ter­neh­men von ver­meid­ba­rem Bi­lan­zie­rungs­auf­wand. Mit­tel­stän­di­sche Ein­zel­kauf­leu­te, die nur einen klei­nen Ge­schäfts­be­trieb un­ter­hal­ten, wer­den von der han­dels­recht­li­chen Buch­füh­rungs-, In­ven­tur- und Bi­lan­zie­rungs­pflicht be­freit. Für Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten wie AG und GmbH wer­den eben­falls Be­frei­un­gen und Er­leich­te­run­gen bei der Bi­lan­zie­rung vor­ge­se­hen. Ins­ge­samt ist auf­grund die­ser Maß­nah­men mit einer Sen­kung der Bi­lan­zie­rungs­kos­ten in Höhe von 1,3 Mrd. Euro zu rech­nen. Laut Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung 2008 zum Bü­ro­kra­tie­ab­bau er­gibt sich unter Be­rück­sich­ti­gung auch der Buch­füh­rungs- und In­ven­tur­er­leich­te­run­gen nach den Be­rech­nun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes ins­ge­samt sogar ein Ein­spar­po­ten­ti­al von etwa 2,5 Mrd. Euro pro Jahr. Kon­kret geht es um fol­gen­de Maß­nah­men:</p>
<p>Ein­zel­kauf­leu­te, die be­stimm­te Schwel­len­wer­te (500.000,- Euro Um­satz und 50.000,- Euro Ge­winn pro Ge­schäfts­jahr) nicht über­schrei­ten, wer­den von der Ver­pflich­tung zur Buch­füh­rung, In­ven­tur und Bi­lan­zie­rung nach den han­dels­recht­li­chen Vor­schrif­ten be­freit.<br />
Die Grö­ßen­klas­sen, die dar­über ent­schei­den, wel­che In­for­ma­ti­ons­pflich­ten ein Un­ter­neh­men tref­fen, wer­den an­ge­ho­ben: Die Schwel­len­wer­te für Bi­lanz­sum­me und Um­satz­er­lö­se in § 267 HGB wer­den um 20% er­höht. So kom­men mehr Un­ter­neh­men als bis­her in den Ge­nuss der Er­leich­te­run­gen, die für klei­ne und mit­tel­gro­ße Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten gel­ten. Der Auf­wand bei der han­del­recht­li­chen Rech­nungs­le­gung wird ver­rin­gert. Ab­hän­gig davon, ob eine Ka­pi­tal­ge­sell­schaft als klein, mit­tel­groß und groß ein­zu­stu­fen ist, muss sie mehr oder we­ni­ger weit rei­chen­de In­for­ma­ti­ons­pflich­ten er­fül­len. Klei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten brau­chen z. B. ihren Jah­res­ab­schluss nicht von einem Ab­schluss­prü­fer prü­fen zu las­sen und müs­sen nur die Bi­lanz, nicht aber die Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung of­fen­le­gen. Mit­tel­gro­ße Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten kön­nen auf eine Reihe von An­ga­ben ver­zich­ten, die große Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten ma­chen müs­sen, und dür­fen Bi­lanz­po­si­tio­nen zu­sam­men­fas­sen.<br />
Als klein gel­ten künf­tig sol­che Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten, die nicht mehr als rd. 4,8 Mio. Euro Bi­lanz­sum­me (bis­her rd. 4 Mio. Euro), rd. 9,8 Mio. Euro. Um­satz­er­lö­se (bis­her rd. 8 Mio. Euro), bzw. 50 Ar­beit­neh­mer im Jah­res­durch­schnitt auf­wei­sen. Von den Kri­te­ri­en muss eine Ka­pi­tal­ge­sell­schaft min­des­tens zwei er­fül­len, um als klein klas­si­fi­ziert zu wer­den.<br />
Als mit­tel­groß gel­ten künf­tig sol­che Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten, die nicht mehr als rd. 19,2 Mio. Euro Bi­lanz­sum­me (bis­her rd. 16 Mio. Euro), rd. 38,5 Mio. ¤ Um­satz­er­lö­se (bis­her rd. 32 Mio. Euro), bzw. 250 Ar­beit­neh­mer im Jah­res­durch­schnitt auf­wei­sen.<br />
2. Ver­bes­se­rung der Aus­sa­ge­kraft der HGB-Ab­schlüs­se</p>
<p>Das mo­der­ni­sier­te HGB-Bi­lanz­recht ist auch eine Ant­wort auf die In­ter­na­tio­nal Fi­nan­ci­al Ac­coun­ting Stan­dards (IFRS), die vom In­ter­na­tio­nal Ac­coun­ting Stan­dards Board (IASB) her­aus­ge­ge­ben wer­den. Die IFRS sind auf ka­pi­tal­markt­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men zu­ge­schnit­ten. Sie die­nen dem In­for­ma­ti­ons­be­dürf­nis von Fi­nanz­ana­lys­ten, be­rufs­mä­ßi­gen In­ves­to­ren und an­de­ren Ka­pi­tal­markt­teil­neh­mern.</p>
<p>Die weit über­wie­gen­de An­zahl der rech­nungs­le­gungs­pflich­ti­gen deut­schen Un­ter­neh­men nimmt den Ka­pi­tal­markt aber gar nicht in An­spruch. Es ist des­halb nicht zu recht­fer­ti­gen, alle rech­nungs­le­gungs­pflich­ti­gen Un­ter­neh­men auf die kos­ten­in­ten­si­ven und hoch­kom­ple­xen IFRS zu ver­pflich­ten. Auch der vom IASB be­ra­te­ne Ent­wurf eines Stan­dards &#8220;IFRS für klei­ne und mit­tel­gro­ße Un­ter­neh­men&#8221; ist keine gute Al­ter­na­ti­ve für die Auf­stel­lung eines in­for­ma­ti­ven Jah­res­ab­schlus­ses. Die Pra­xis in Deutsch­land hat den Ent­wurf des IASB scharf kri­ti­siert, weil seine An­wen­dung &#8211; im Ver­hält­nis zum HGB-Bi­lanz­recht &#8211; immer noch zu kom­pli­ziert und kos­ten­träch­tig wäre.</p>
<p>Das Bi­lanz­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz wählt des­halb einen an­de­ren An­satz: Es baut das be­währ­te HGB-Bi­lanz­recht zu einem Re­gel­werk aus, das den in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­stan­dards gleich­wer­tig, aber we­sent­lich kos­ten­güns­ti­ger und in der Pra­xis ein­fa­cher zu hand­ha­ben ist. Ins­be­son­de­re bleibt es dabei, dass die HGB-Bi­lanz Grund­la­ge der steu­er­li­chen Ge­winn­er­mitt­lung und der Aus­schüt­tungs­be­mes­sung ist. Dies er­mög­licht ins­be­son­de­re den mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men, wei­ter­hin nur ein Re­chen­werk &#8211; die sog. Ein­heits­bi­lanz &#8211; auf­zu­stel­len, das Grund­la­ge für alle ge­nann­ten Zwe­cke ist.</p>
<p>Mit fol­gen­den Maß­nah­men wird die Aus­sa­ge­kraft des han­dels­recht­li­chen Jah­res­ab­schlus­ses ver­bes­sert:</p>
<p>Selbst­ge­schaf­fe­ne im­ma­te­ri­el­le Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de des An­la­ge­ver­mö­gens<br />
Im­ma­te­ri­el­le selbst­ge­schaf­fe­ne Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de des An­la­ge­ver­mö­gens wie zum Bei­spiel Pa­ten­te oder Know-how kön­nen künf­tig in der HGB-Bi­lanz an­ge­setzt wer­den. Das ist vor allem für in­no­va­ti­ve Un­ter­neh­men wich­tig, die in­ten­siv for­schen und ent­wi­ckeln &#8211; bei­spiels­wei­se die che­mi­sche oder phar­ma­zeu­ti­sche In­dus­trie oder die Au­to­mo­bil­in­dus­trie nebst ihren Zu­lie­fe­rern. Ins­be­son­de­re pro­fi­tie­ren auch klei­ne und so­ge­nann­te Start-up-Un­ter­neh­men von der Vor­schrift. Auch sie kön­nen ihre Ent­wick­lun­gen &#8211; ihr Po­ten­ti­al &#8211; künf­tig in der Han­dels­bi­lanz zei­gen. Da­durch kön­nen die Un­ter­neh­men ihre Ei­gen­ka­pi­tal­ba­sis aus­bau­en und ihre Fä­hig­keit ver­bes­sern, sich am Markt kos­ten­güns­tig wei­te­res Ka­pi­tal zu be­schaf­fen. Steu­er­lich blei­ben die Auf­wen­dun­gen nach wie vor ab­zugs­fä­hig; sie ste­hen auch nicht für die Ge­winn­aus­schüt­tung zur Ver­fü­gung. Das för­dert die Wett­be­werbs­fä­hig­keit Deutsch­lands als Stand­ort für in­no­va­ti­ve Un­ter­neh­men.</p>
<p>Bei­spie­le: (1) Ein gro­ßer Teil der in der phar­ma­zeu­ti­schen In­dus­trie an­fal­len­den Kos­ten ent­fällt auf die Er­for­schung und Ent­wick­lung neuer Me­di­ka­men­te. Wenn sich künf­tig bei­spiels­wei­se aus kli­ni­schen Stu­di­en er­gibt, dass ein Me­di­ka­ment die Markt­zu­las­sung er­hal­ten wird, kön­nen die Ent­wick­lungs­kos­ten als Her­stel­lungs­kos­ten eines selbst er­stell­ten Ver­mö­gens­ge­gen­stan­des des An­la­ge­ver­mö­gens, bei­spiel­wei­se eines Pa­tents oder von ein­fa­chem Know-how ak­ti­viert wer­den. Das heißt, die Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung des Un­ter­neh­mens wird nicht be­las­tet, und der bi­lan­zi­el­le Ge­winn fällt höher aus.<br />
(2) Ein Start-up-Un­ter­neh­men, das sich bei­spiels­wei­se mit der Ent­wick­lung von Soft­ware be­fasst, kann die Kos­ten für die Ent­wick­lung der Soft­ware als Her­stel­lungs­kos­ten der Soft­ware in­ner­halb der selbst­er­stell­ten im­ma­te­ri­el­len Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de des An­la­ge­ver­mö­gens aus­wei­sen und muss diese nicht, wie bis­her, auf­wands­wirk­sam er­fas­sen.</p>
<p>Be­wer­tung von Fi­nanz­in­stru­men­ten zum Markt­wert<br />
Kre­dit­in­sti­tu­te müs­sen Fi­nanz­in­stru­men­te wie Ak­ti­en, Schuld­ver­schrei­bun­gen, Fonds­an­tei­le und De­ri­va­te, so­weit sie im Han­dels­be­stand ge­hal­ten wer­den, künf­tig zum Bi­lanz­stich­tag grund­sätz­lich mit dem Markt­wert (Fair Value) be­wer­ten. Das ent­spricht der bis­he­ri­gen Pra­xis der Kre­dit­in­sti­tu­te, ver­ein­facht und ver­ein­heit­licht die han­dels­recht­li­che Rech­nungs­le­gung, ist in­ter­na­tio­nal üb­lich und wird nun auch im HGB-Bi­lanz­recht ver­an­kert. Da­durch er­höht sich die Aus­sa­ge­kraft des Jah­res­ab­schlus­ses im Hin­blick auf je­der­zeit rea­li­sier­ba­re Ge­win­ne und Ver­lus­te. Die Kre­dit­in­sti­tu­te müs­sen dabei einen an­ge­mes­se­nen Ri­si­ko­ab­schlag be­rück­sich­ti­gen und einen aus­schüt­tungs­ge­sperr­ten Son­der­pos­ten als zu­sätz­li­chen Ri­si­ko­puf­fer bil­den. Die­ser Son­der­pos­ten ist in guten Zei­ten aus einem Teil der Han­dels­ge­win­ne auf­zu­bau­en und kann in schlech­te­ren Zei­ten zum Aus­gleich von Han­dels­ver­lus­ten ver­wen­det wer­den. Er wirkt daher an­ti­zy­klisch. Hier sind Kon­se­quen­zen aus der Fi­nanz­markt­kri­se ge­zo­gen wor­den.</p>
<p>Bei­spiel: Eine Bank kauft 10 Ak­ti­en zu einem Kurs von 100 Euro pro Aktie. Die Ak­ti­en wur­den mit der Ziel­set­zung er­wor­ben, Kurs­ge­win­ne zu er­zie­len und kön­nen bör­sen­täg­lich wie­der ver­kauft wer­den. Zum Bi­lanz­stich­tag haben die Ak­ti­en einen Kurs von 125 Euro pro Aktie. Bei Be­wer­tung der Ak­ti­en zum Markt­wert (125 Euro) ab­züg­lich eines Ri­si­ko­ab­schlags (z.B. 5 Euro) sind sie in der Bi­lanz mit ins­ge­samt 1.200 Euro (10 Stück x 120 Euro) an­zu­set­zen. Es er­gibt sich für die Bank ein Ge­winn von 200 Euro. Von den Ge­samt­han­dels­er­trä­gen sind dann noch 10 % in einen ge­sperr­ten Son­der­pos­ten ein­zu­stel­len, der bei Han­dels­ver­lus­ten auf­ge­löst wer­den kann.</p>
<p>Än­de­rung der Rück­stel­lungs­be­wer­tung<br />
Rück­stel­lun­gen von Un­ter­neh­men für künf­ti­ge Ver­pflich­tun­gen wer­den in Zu­kunft rea­lis­ti­scher be­wer­tet. Die ge­gen­wär­ti­ge bi­lanz­recht­li­che Be­hand­lung von Rück­stel­lun­gen ist in der öf­f­ent­li­chen Dis­kus­si­on immer wie­der als Schwach­stel­le der han­dels­recht­li­chen Rech­nungs­le­gung be­zeich­net wor­den. Ge­ra­de bei Pen­si­ons­rück­stel­lun­gen lasse sich der­zeit die wahre Be­las­tung der Un­ter­neh­men nicht aus der han­dels­recht­li­chen Rech­nungs­le­gung ab­le­sen, weil die bis­he­ri­gen Wert­an­sät­ze nach über­ein­stim­men­der Ein­schät­zung zu nied­rig seien. Bei der Be­wer­tung der Rück­stel­lun­gen sol­len des­halb künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen (Lohn-, Preis- und Per­so­nal­ent­wick­lun­gen) stär­ker als bis­her be­rück­sich­tigt wer­den. Zudem sind die Rück­stel­lun­gen künf­tig ab­zu­zin­sen. Die Be­wer­tung der Rück­stel­lun­gen wird also dy­na­mi­siert. Die Neu­re­ge­lung wird zu­min­dest bei den Pen­si­ons­rück­stel­lun­gen zu einer Er­hö­hung füh­ren. Dies ist aber un­er­läss­lich, wenn man zu einer rea­li­täts­ge­rech­ten Rück­stel­lungs­be­wer­tung ge­lan­gen will. Um diese Ef­fek­te ab­zu­mil­dern, sieht das Ge­setz die Mög­lich­keit vor, die Rück­stel­lung über einen Zeit­raum von meh­re­ren Jah­ren an­zu­sam­meln. Die steu­er­li­chen Vor­schrif­ten in die­sem Punkt blei­ben un­ver­än­dert, so dass es nicht zu Steu­er­aus­fäl­len kom­men wird.</p>
<p>Bei­spiel: Der Grund und Boden eines Un­ter­neh­mens ist mit Che­mi­ka­li­en ver­seucht. Die Be­hör­den geben dem Un­ter­neh­men auf, die Alt­last zu be­sei­ti­gen, so­bald das Un­ter­neh­men sei­nen Ge­schäfts­be­trieb ein­stellt. Damit ist in fünf Jah­ren zu rech­nen. Zum Bi­lanz­stich­tag be­tra­gen die Kos­ten für den ein­zu­set­zen­den Bag­ger 100 Euro /Std. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die Bag­ger­stun­de in fünf Jah­ren 120 Euro kos­tet. Nach der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge ist für die Be­mes­sung der Rück­stel­lung &#8211; dem Stich­tags­prin­zip fol­gend &#8211; von 100 Euro /Std. aus­zu­ge­hen, künf­tig hin­ge­gen von 120 Euro, weil die künf­ti­gen Ent­wick­lun­gen zu be­rück­sich­ti­gen sind.</p>
<p>Ab­schaf­fung nicht mehr zeit­ge­mä­ßer Wahl­rech­te<br />
Dar­über hin­aus wird das HGB-Bi­lanz­recht vom &#8220;Bal­last&#8221; der ver­gan­ge­nen Jahre be­freit. Nicht mehr zeit­ge­mä­ße Bi­lan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten, die den Un­ter­neh­men ein­ge­räumt wur­den, wer­den ein­ge­schränkt oder auf­ge­ho­ben. Diese be­ein­träch­tig­ten zum Teil den In­for­ma­ti­ons­ge­halt und die Ver­gleich­bar­keit von Jah­res­ab­schlüs­sen. Dies gilt bei­spiels­wei­se für die auch steu­er­lich nicht an­er­kann­te Mög­lich­keit, Rück­stel­lun­gen für ei­ge­nen künf­ti­gen In­stand­set­zungs­auf­wand zu bil­den.</p>
<p>Bei­spiel: Ein Un­ter­neh­men re­no­viert die ihm ge­hö­ren­den Ver­wal­tungs- und Be­triebs­ge­bäu­de im Ab­stand von zehn Jah­ren. Den zur Durch­füh­rung der Re­no­vie­rung er­for­der­li­chen Be­trag sam­melt das Un­ter­neh­men &#8211; ohne dass be­reits Ver­ein­ba­run­gen über die Durch­füh­rung der Re­no­vie­rung mit Drit­ten ge­trof­fen wor­den wären &#8211; über die Dauer der zehn Jahre in einer steu­er­lich nicht an­er­kann­ten Auf­wands­rück­stel­lung an. Der­ar­ti­ge steu­er­lich nicht an­er­kann­te Auf­wands­rück­stel­lun­gen kön­nen künf­tig nicht mehr ge­bil­det wer­den.</p>
<p>Trans­pa­renz be­züg­lich der Zweck­ge­sell­schaf­ten<br />
Das Ge­setz ent­hält auch Re­ge­lun­gen für mehr In­for­ma­ti­on und Trans­pa­renz im han­dels­bi­lan­zi­el­len Um­gang mit Zweck­ge­sell­schaf­ten. Die wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on der Zweck­ge­sell­schaft und das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko für den Kon­zern sol­len bes­ser aus dem Jah­res­ab­schluss des Kon­zerns ab­zu­le­sen sein. Zum einen müs­sen die Un­ter­neh­men künf­tig schon dann in den Kon­zern­ab­schluss ein­be­zo­gen wer­den, wenn das Mut­ter­un­ter­neh­men un­mit­tel- oder mit­tel­bar einen be­herr­schen­den Ein­fluss aus­üben kann. Das ist ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn es bei wirt­schaft­li­cher Be­trach­tungs­wei­se die Mehr­heit der Ri­si­ken und Chan­cen der Zweck­ge­sell­schaft trägt. Bis­her kommt es dar­auf an, ob das Mut­ter­un­ter­neh­men an der Zweck­ge­sell­schaft eine ge­sell­schafts­recht­li­che Be­tei­li­gung hält. Zum an­de­ren müs­sen die Un­ter­neh­men künf­tig im An­hang über Art, Zweck und fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen von nicht in der Bi­lanz er­schei­nen­den Ge­schäf­ten be­rich­ten, so­weit dies für die Be­ur­tei­lung der Fi­nanz­la­ge not­wen­dig ist. Damit wird eine EU-recht­li­che Vor­ga­be um­ge­setzt. Au­ßer­dem haben die Un­ter­neh­men künf­tig dar­zu­le­gen, wel­che Über­le­gun­gen ihrer Ri­si­ko­ein­schät­zung im Hin­blick auf Even­tual­ver­bind­lich­kei­ten zu­grun­de lie­gen. Hier ge­nügt es nicht, den Ab­schluss­adres­sa­ten nur über die Summe der be­ste­hen­den Even­tual­ver­bind­lich­kei­ten zu in­for­mie­ren, die da­hin­ter ste­hen­den Ri­si­ken und die Ein­schät­zung ihres Ein­tritts aber im Dun­keln zu las­sen.</p>
<p>Wei­te­re, aus EU-recht­li­chen Vor­ga­ben re­sul­tie­ren­de Än­de­run­gen<br />
Sons­ti­ge EU-recht­li­chen Vor­ga­ben, ins­be­son­de­re die Vor­ga­ben zum Un­ter­neh­mens­füh­rungs­be­richt und zur Ein­rich­tung eines Prü­fungs­aus­schus­ses wer­den &#8220;eins zu eins&#8221; &#8211; also mit ge­ringst mög­li­cher Be­las­tung für die Un­ter­neh­men &#8211; in deut­sches Recht um­ge­setzt. Zum Bei­spiel müs­sen ka­pi­tal­markt­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men, die be­reits ein Auf­sichts­or­gan haben, je­den­falls dann kei­nen Prü­fungs­aus­schuss ein­rich­ten, wenn des­sen Auf­ga­ben durch das Auf­sichts­or­gan wahr­ge­nom­men wer­den. Auch wer­den den Un­ter­neh­men keine Vor­ga­ben für die Ein­rich­tung eines in­ter­nen Ri­si­ko­ma­nage­ment­sys­tems ge­macht. Die Ent­schei­dung über die Ein­rich­tung und die Art und den Um­fang eines Ri­si­ko­ma­nage­ment­sys­tems liegt im Auf­ga­ben­be­reich der ge­schäfts­füh­ren­den Or­ga­ne eines Un­ter­neh­mens.<br />
3. In­kraft­tre­ten</p>
<p>Das Ge­setz ist am 29. Mai 2009 in Kraft ge­tre­ten. Die neuen Bi­lan­zie­rungs­re­ge­lun­gen sind ver­pflich­tend für Ge­schäfts­jah­re ab dem 1. Ja­nu­ar 2010 an­zu­wen­den. Sie kön­nen frei­wil­lig be­reits für den Ab­schluss 2009 an­ge­wen­det wer­den, je­doch nur als Ge­samt­heit. Ei­ni­ge Vor­schrif­ten, ins­be­son­de­re zur Um­set­zung EU-recht­li­cher Vor­ga­ben, gel­ten ver­pflich­tend schon für das Ge­schäfts­jahr 2009. Bi­lan­zie­rungs­er­leich­te­run­gen für klei­ne und mit­tel­gro­ße Un­ter­neh­men kön­nen &#8211; so­weit dies noch mög­lich ist &#8211; schon für das Ge­schäfts­jahr 2008 in An­spruch ge­nom­men wer­den.</p>
<p>Glos­sar:</p>
<p>An­la­ge­ver­mö­gen: Be­stand­teil des Ver­mö­gens, also auf der Ak­tiv­sei­te der Bi­lanz aus­ge­wie­sen. Das An­la­ge­ver­mö­gen ist das Ver­mö­gen, das dazu be­stimmt ist, dem Ge­schäfts­be­trieb dau­ernd zu die­nen. Dazu ge­hö­ren bei­spiels­wei­se die Pro­duk­ti­ons­ge­bäu­de und Pro­duk­ti­ons­ma­schi­nen eines Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­mens.</p>
<p>Bi­lanz: Ge­gen­über­stel­lung des Ver­mö­gens (Ak­tiv­sei­te der Bi­lanz) sowie der Schul­den und des Ei­gen­ka­pi­tals (Pas­siv­sei­te der Bi­lanz) eines Kauf­manns zum Ende eines Ge­schäfts­jah­res.</p>
<p>De­ri­va­te: Zu­sam­men­fas­sen­der Be­griff für Fi­nanz­pro­duk­te wie Op­tio­nen, Swaps oder For­wards zum Kauf oder Ver­kauf von bei­spiels­wei­se Wert­pa­pie­ren auf Ter­min.</p>
<p>Ei­gen­ka­pi­tal: Ver­mö­gen &#8211; Schul­den = Ei­gen­ka­pi­tal.</p>
<p>Even­tual­ver­bind­lich­kei­ten: Auf ver­trag­li­cher Grund­la­ge be­ru­hen­de, recht­lich mög­li­che In­an­spruch­nah­me des Kauf­manns, mit der aus Sicht des Ab­schluss­stich­ta­ges nicht kon­kret zu rech­nen ist.</p>
<p>Fi­nanz­in­stru­men­te: Ver­trag­li­che Ver­pflich­tun­gen, die mit­tel- oder un­mit­tel­bar auf den Aus­tausch von Zah­lungs­mit­teln ge­rich­tet sind (Ak­ti­en, Schuld­ver­schrei­bun­gen, De­ri­va­te).</p>
<p>For­wards: Ver­pflich­ten­der Ver­trag über den Kauf oder Ver­kauf von Wert­pa­pie­ren o.ä. zu einem vor­her be­stimm­te Preis auf Ter­min.</p>
<p>Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung: Ge­gen­über­stel­lung der Auf­wen­dun­gen und Er­trä­ge des Ge­schäfts­jah­res.</p>
<p>Han­dels­be­stand: Fi­nanz­in­stru­men­te des Han­dels­be­stan­des sind die­je­ni­gen Fi­nanz­in­stru­men­te von Kre­dit­in­sti­tu­ten, die weder zur Li­qui­di­täts­re­ser­ve noch zum An­la­ge­be­stand zäh­len.</p>
<p>In­ter­na­tio­na­le Rech­nungs­le­gungs­stan­dards: Hier ver­wandt als syn­onym für die In­ter­na­tio­nal Fi­nan­ci­al Re­por­ting Stan­dards (IFRS). Die IFRS sind in­ner­halb der EU für ka­pi­tal­markt­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men, die einen Kon­zern­ab­schluss auf­stel­len müs­sen, ver­bind­lich.</p>
<p>In­ter­na­tio­nal Ac­coun­ting Stan­dards Board (IASB): Pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­te Ein­rich­tung mit Sitz in Lon­don, die die (In­ter­na­tio­nal Fi­nan­ci­al Re­por­ting Stan­dards (IFRS) er­ar­bei­tet. Ziel des IASB ist es, die IFRS als welt­weit ein­heit­lich an­zu­wen­den­de Rech­nungs­le­gungs­stan­dards durch­zu­set­zen.</p>
<p>Jah­res­ab­schluss: Ober­be­griff; er um­fasst die Bi­lanz, die Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung und &#8211; bei Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten &#8211; den An­hang.</p>
<p>Ka­pi­tal­markt­ori­en­tier­tes Un­ter­neh­men: Un­ter­neh­men, das Ak­ti­en oder Schuld­ver­schrei­bun­gen zum Han­del auf einem ge­re­gel­ten Markt aus­ge­ge­ben hat.</p>
<p>Ge­re­gel­ter Markt: Markt­seg­ment an den deut­schen Bör­sen.</p>
<p>Op­tio­nen: (Wahl-)Recht zum Kauf eines Wert­pa­piers zu einem vor­her be­stimm­ten Preis.</p>
<p>Swaps: Ge­schäft über den Aus­tausch von Zah­lungs­strö­men (Bsp. Tausch eines fixen gegen einen va­ria­blen Zins).</p>
<p>Zweck­ge­sell­schaft: Selb­stän­di­ger Rechts­trä­ger (meist jur. Per­son oder Stif­tung), der zur Er­rei­chung eines eng be­grenz­ten und genau de­fi­nier­ten Ziels des Mut­ter­un­ter­neh­mens dient.</p>
<p>Pressemitteilung des Bundesministerium für Justiz vom 29.05.2009</p>
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		<title>Bun­des­tag ver­ab­schie­det ARUG: Gute Zei­ten für On­line-Ak­tio­nä­re – schlech­te Zei­ten für Be­rufs­klä­ger</title>
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		<pubDate>Sat, 30 May 2009 18:48:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CSieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[ARUG]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Aktionäre]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute das Ge­setz zur Um­set­zung der Ak­tio­närs­rech­te­richt­li­nie (ARUG) ver­ab­schie­det. Ak­tio­nä­re wer­den künf­tig bes­ser in­for­miert und ihnen wird die Stimm­rechts­aus­übung er­leich­tert. Zu­sam­men mit einer Ver­ein­fa­chung des Voll­machts­stimm­rechts der Ban­ken will das Ge­setz die Prä­senz von Ak­tio­nä­ren in der Haupt­ver­samm­lung er­hö­hen. Das ARUG er­schwert so­ge­nann­ten &#8220;räu­be­ri­schen Ak­tio­nä­ren&#8221; das Ge­schäft und ent­hält zudem eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute das Ge­setz zur Um­set­zung der Ak­tio­närs­rech­te­richt­li­nie (ARUG) ver­ab­schie­det. Ak­tio­nä­re wer­den künf­tig bes­ser in­for­miert und ihnen wird die Stimm­rechts­aus­übung er­leich­tert. Zu­sam­men mit einer Ver­ein­fa­chung des Voll­machts­stimm­rechts der Ban­ken will das Ge­setz die Prä­senz von Ak­tio­nä­ren in der Haupt­ver­samm­lung er­hö­hen. Das ARUG er­schwert so­ge­nann­ten &#8220;räu­be­ri­schen Ak­tio­nä­ren&#8221; das Ge­schäft und ent­hält zudem eine für die Pra­xis wich­ti­ge Neu­ord­nung des Fris­ten­re­gimes im Vor­feld der Haupt­ver­samm­lung.<span id="more-588"></span></p>
<p>&#8220;Räu­be­ri­sche Ak­tio­nä­re scha­den den Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land. Mit ihren Kla­gen gegen die Aus­füh­rung wich­ti­ger Be­schlüs­se geht es ihnen nicht um das ge­mein­sa­me Ganze, son­dern nur um per­sön­li­che wirt­schaft­li­che Vor­tei­le. Das ARUG er­schwert die­ses frag­wür­di­ge Ge­schäfts­mo­dell er­heb­lich&#8221;, sagte Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Bri­git­te Zy­pries. &#8220;Au­ßer­dem füh­ren wir mo­der­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men in das Ak­ti­en­recht ein. Elek­tro­ni­sche Brief­wahl und On­line-Teil­nah­me an der Haupt­ver­samm­lung wer­den mög­lich, die In­ter­net­sei­ten der Ge­sell­schaf­ten wer­den zum zen­tra­len In­for­ma­ti­ons­me­di­um aus­ge­baut. Die neuen Re­ge­lun­gen kom­men nicht nur den Ak­tio­nä­ren im In- und Aus­land zu­gu­te, son­dern auch den Ge­sell­schaf­ten sel­ber. Denn ein mo­der­nes und in der Pra­xis gut hand­hab­ba­res Ak­ti­en­recht ist ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor für die Wirt­schaft&#8221;, er­klär­te Zy­pries wei­ter.</p>
<p>Das Ge­setz im Ein­zel­nen:</p>
<p>1) Maß­nah­men gegen miss­bräuch­li­che Ak­tio­närskla­gen<br />
Zur Be­kämp­fung miss­bräuch­li­cher Ak­tio­närskla­gen wurde be­reits durch das Ge­setz zur Un­ter­neh­mens­in­te­gri­tät und zur Mo­der­ni­sie­rung des An­fech­tungs­rechts (UMAG) ein Frei­ga­be­ver­fah­ren bei der An­fech­tungs­kla­ge ein­ge­führt. Das Frei­ga­be­ver­fah­ren hat be­reits Wir­kung ge­zeigt, soll aber in ver­schie­de­ner Hin­sicht prä­zi­siert und er­gänzt wer­den:</p>
<p>Die In­ter­es­sen­ab­wä­gung, die die Ge­rich­te bei der Frei­ga­be­ent­schei­dung tref­fen müs­sen, wird ge­setz­lich prä­zi­siert. Da­durch er­hal­ten die Ge­rich­te eine klare Ent­schei­dungs­li­nie, um le­gi­ti­me von miss­bräuch­li­chen An­fech­tungs­kla­gen tren­nen zu kön­nen.<br />
Au­ßer­dem ist vor­ge­se­hen, dass Ak­tio­nä­re mit ge­rin­gem Ak­ti­en­be­sitz (unter 1000 Euro Nenn­be­trag), die we­ni­ger gra­vie­ren­de Ge­set­zes- oder Sat­zungs­ver­stö­ße gel­tend ma­chen, gegen die über­wie­gen­de Mehr­heit der an­de­ren Ak­tio­nä­re Haupt­ver­samm­lungs­be­schlüs­se nicht mehr auf­hal­ten kön­nen. Sie kön­nen nur Scha­dens­er­satz be­an­spru­chen.<br />
We­sent­li­ches Druck­mit­tel der räu­be­ri­schen An­fech­tungs­klä­ger ist die Ver­zö­ge­rung der Um­set­zung wich­ti­ger Be­schlüs­se. Daher kommt es maß­geb­lich dar­auf an, die Dauer der Frei­ga­be­ver­fah­ren ab­zu­kür­zen, weil das haupt­säch­li­che Er­pres­sungs­po­ten­ti­al in einer lan­gen Ver­fah­rens­dau­er liegt. Für Frei­ga­be­ver­fah­ren wer­den daher zu­künf­tig in ers­ter und ein­zi­ger In­stanz die Ober­lan­des­ge­rich­te zu­stän­dig sein. Durch den Weg­fall einer zwei­ten In­stanz wer­den die Un­ter­neh­men also spä­tes­tens nach drei bis vier Mo­na­ten Klar­heit haben. Damit wird für sie der Druck nach­las­sen, sich ver­glei­chen zu müs­sen.<br />
Mit ver­schie­de­nen wei­te­ren ver­fah­rens­recht­li­chen Re­ge­lun­gen wird eine Ver­zö­ge­rung der als Eil­ver­fah­ren kon­zi­pier­ten Frei­ga­be­ver­fah­ren ver­hin­dert. Künf­tig er­streckt sich die Voll­macht des Ver­tre­ters für den An­fech­tungs­pro­zess auch auf das Frei­ga­be­ver­fah­ren. Zeit­auf­wän­di­ge Zu­stel­lun­gen an den Klä­ger selbst, der mit­un­ter aus­län­di­sche Wohn­sit­ze etwa in China oder Dubai an­gibt, wer­den ent­behr­lich. Auch wird es ein Recht der Ge­sell­schaf­ten auf frühe Ak­ten­ein­sicht geben, wenn die Kla­ge­zu­stel­lung wegen feh­len­der Ein­zah­lung des Pro­zess­kos­ten­vor­schus­ses ver­zö­gert wird.<br />
2) Er­leich­te­rung der Stimm­ab­ga­be<br />
Das Ge­setz passt das Ak­ti­en­recht an das In­ter­net­zeit­al­ter an. Künf­tig kön­nen Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten bei Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung der Haupt­ver­samm­lung mo­der­ne Me­di­en in weit­aus grö­ße­rem Um­fang nut­zen. So ver­bes­sert sich die In­for­ma­ti­ons­la­ge für Ak­tio­nä­re bör­sen­no­tier­ter Ge­sell­schaf­ten und er­leich­tert ihnen die grenz­über­schrei­ten­de Aus­übung von Ak­tio­närs­rech­ten. Das stärkt vor allem Klein­an­le­ger und ver­hin­dert Zu­falls­mehr­hei­ten in der Haupt­ver­samm­lung vor allem dann, wenn die Ak­tio­nä­re welt­weit ver­streut sind und ihnen eine per­sön­li­che Teil­nah­me an der Haupt­ver­samm­lung zu um­ständ­lich und zu teuer ist.</p>
<p>Eine Haupt­ver­samm­lung kann zwar schon nach gel­ten­dem Recht in Ton und Bild über­tra­gen wer­den. Will der Ak­tio­när aktiv an der Haupt­ver­samm­lung teil­neh­men, muss er bis­lang aber ent­we­der selbst an­we­send sein oder einen An­we­sen­den be­voll­mäch­ti­gen. Künf­tig kann die Ak­ti­en­ge­sell­schaft ihren Ak­tio­nä­ren in der Sat­zung das Recht ein­räu­men, sich zur Haupt­ver­samm­lung on­line zu­zu­schal­ten. Der Ak­tio­när kann ins­be­son­de­re sein Stimm- und Fra­ge­recht &#8211; je nach Aus­ge­stal­tung der Sat­zung &#8211; wie ein phy­sisch an­we­sen­der Teil­neh­mer in Echt­zeit on­line aus­üben. Da­durch kön­nen z. B. ein ame­ri­ka­ni­scher und ein aus­tra­li­scher Ak­tio­när ohne auf­wen­di­ge Flug­rei­se selbst an einer Haupt­ver­samm­lung teil­neh­men, die in Ber­lin statt­fin­det. Zum Schutz der Ge­sell­schaf­ten be­rech­ti­gen Stö­run­gen des In­ter­net in die­sen Fäl­len aber nicht zur Be­schlus­san­fech­tung.<br />
Ver­bes­sert wird auch die Nut­zung neuer Me­di­en bei der In­for­ma­ti­on der Ak­tio­nä­re vor und wäh­rend der Haupt­ver­samm­lung.<br />
Bör­sen­no­tier­te Ge­sell­schaf­ten müs­sen die haupt­ver­samm­lungs­re­le­van­ten Un­ter­la­gen (z. B. die Ta­ges­ord­nung oder An­trä­ge zur Be­schluss­fas­sung) als­bald nach der Ein­be­ru­fung auf ihrer In­ter­net­sei­te ver­öf­f­ent­li­chen. So be­kom­men in­ter­es­sier­te Ak­tio­nä­re un­ab­hän­gig von ihrem Wohn­sitz einen ein­fa­chen und ef­fi­zi­en­ten Zu­gang zu den In­for­ma­tio­nen.<br />
Auch der Weg der In­for­ma­tio­nen von der Ge­sell­schaft zum Ak­tio­när wird mo­der­ni­siert. Die Haupt­ver­samm­lung kann ent­schei­den, ob sie den (kos­ten­in­ten­si­ven) Pa­pier­ver­sand be­vor­zugt oder die Kre­dit­in­sti­tu­te die Mit­tei­lun­gen in elek­tro­ni­scher Form z. B. über elek­tro­ni­sche Post­fä­cher über­mit­teln sol­len. Heut­zu­ta­ge ver­wah­ren Ak­tio­nä­re ihre Ak­ti­en ty­pi­scher­wei­se nicht mehr im ei­ge­nen Tre­sor oder Bank­schließ­fach, son­dern un­ter­hal­ten ein Wert­pa­pier­de­pot bei einer Bank. Des­halb soll die Über­mitt­lung der haupt­ver­samm­lungs­re­le­van­ten Mit­tei­lun­gen durch die De­pot­ban­ken fle­xi­bler ge­stal­tet wer­den. Da die Ge­sell­schaft und damit letzt­lich die Ak­tio­nä­re die Kos­ten für Druck und Ver­sand der Un­ter­la­gen tra­gen, pro­fi­tie­ren alle von dem ge­rin­ge­rem Kos­ten­auf­wand. Das Ein­spar­po­ten­ti­al ist er­heb­lich.<br />
Schließ­lich wer­den haupt­ver­samm­lungs­re­le­van­te Un­ter­la­gen ein­fa­cher zu­gäng­lich. Statt die Un­ter­la­gen in Pa­pier­form in den Ge­schäfts­räu­men aus­zu­le­gen (wo man als Ak­tio­när oh­ne­hin kaum hin­kommt) und auf Ver­lan­gen Ab­schrif­ten zu er­tei­len, kön­nen die Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten die Un­ter­la­gen auf ihrer In­ter­net­sei­te ver­öf­f­ent­li­chen. In der Haupt­ver­samm­lung selbst müs­sen keine Pa­pier­un­ter­la­gen mehr aus­ge­legt wer­den, wenn die Ak­tio­nä­re elek­tro­ni­schen Zu­gang zu den Un­ter­la­gen er­hal­ten, z.B. über Com­pu­ter-Ter­mi­nals.<br />
An­lass die­ser Än­de­run­gen ist die Richt­li­nie 2007/36/EG vom 11. Juli 2007 über die Aus­übung be­stimm­ter Rech­te von Ak­tio­nä­ren in bör­sen­no­tier­ten Ge­sell­schaf­ten (ABl. EU Nr. L 184 S. 17; sog. Ak­tio­närs­rech­te­richt­li­nie), die bis zum 3. Au­gust 2009 in deut­sches Recht um­ge­setzt wer­den muss.</p>
<p>3) Ver­bes­se­rung der Prä­senz in der Haupt­ver­samm­lung<br />
Neben der Op­ti­on für eine On­line-Teil­nah­me an der Haupt­ver­samm­lung ent­hält der Ge­setz­ent­wurf wei­te­re Maß­nah­men, die den Ak­tio­nä­ren die ak­ti­ve Wahr­neh­mung ihrer Rech­te er­leich­tern. Ak­tio­nä­re er­hal­ten mehr Mög­lich­kei­ten, ihre Stimm­rech­te aus­zu­üben, wenn sie nicht selbst an der Haupt­ver­samm­lung teil­neh­men wol­len. Statt einen Ver­tre­ter zu be­auf­tra­gen, kann der Ak­tio­när auch per Brief­wahl von sei­nem Stimm­recht Ge­brauch ma­chen &#8211; vor­aus­ge­setzt, die Sat­zung der Ge­sell­schaft lässt dies zu.</p>
<p>Eine große Ver­ein­fa­chung für die Un­ter­neh­men bringt die Re­form sämt­li­cher Fris­ten im Vor­feld der Haupt­ver­samm­lung. Die bis­he­ri­gen Fris­ten und Ter­mi­ne haben immer wie­der zu Zwei­fels­fra­gen und zu Pro­zes­sen ge­führt. Die neue Re­ge­lung be­han­delt alle Fris­ten und Ter­mi­ne nach dem glei­chen Sche­ma &#8211; sie rech­nen u.a. künf­tig alle von der Haupt­ver­samm­lung zu­rück.</p>
<p>Au­ßer­dem wird das sog. De­pot­stimm­recht der Ban­ken grund­le­gend de­re­gu­liert und fle­xi­bi­li­siert. Das macht es für den Ak­tio­när sehr viel at­trak­ti­ver, eine Bank zur Stimm­rechts­ver­tre­tung zu be­voll­mäch­ti­gen. Die Ban­ken haben künf­tig fol­gen­de Mög­lich­kei­ten, sich eine Voll­macht für die Stimm­ab­ga­be er­tei­len zu las­sen:</p>
<p>Die Bank kann dem Ak­tio­när ei­ge­ne Ab­stim­mungs­vor­schlä­ge un­ter­brei­ten und stimmt in die­sem Sinne ab, wenn der Ak­tio­när ihr keine an­ders lau­ten­de Ein­zel­wei­sung er­teilt hat.<br />
Der Ak­tio­när kann seine Bank auch mit einer ge­ne­rel­len Wei­sung be­auf­tra­gen, grund­sätz­lich (und bis auf Wi­der­ruf) so ab­zu­stim­men, wie es Vor­stand und Auf­sichts­rat der be­tref­fen­den Ge­sell­schaft vor­ge­schla­gen haben. Dies wird er nur tun, wenn er der Über­zeu­gung ist, dass die Un­ter­neh­mens­or­ga­ne gute Ar­beit leis­ten.<br />
In jedem Fall muss das Kre­dit­in­sti­tut dem Ak­tio­när aber zu­sätz­lich den Ser­vice an­bie­ten, die Voll­macht und Ak­tio­närs­le­gi­ti­ma­ti­on an einen vom Ak­tio­när be­nann­ten Ver­tre­ter wei­ter­zu­lei­ten. Dies wird meist eine Ak­tio­närs­ver­ei­ni­gung sein. Diese Dienst­leis­tung er­leich­tert es dem Ak­tio­när sehr, seine Stimm­rechts­aus­übung für sein ge­sam­tes Depot zu de­le­gie­ren. Das ver­ein­facht ihm das Leben und ver­mei­det, dass seine Stim­men un­aus­ge­übt blei­ben, weil er den Auf­wand scheut.<br />
4) De­re­gu­lie­rung bei der Sach­grün­dung<br />
Schließ­lich ver­ein­facht der Ent­wurf die Ka­pi­tal­auf­brin­gung von Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und ver­rin­gert so den Ver­wal­tungs­auf­wand bei den Ge­sell­schaf­ten. Künf­tig kann bei der Sach­grün­dung auf eine ex­ter­ne Wert­hal­tig­keits­prü­fung z. B. von Wert­pa­pie­ren und Geld­markt­in­stru­men­ten, die auf einem ge­re­gel­ten Markt ge­han­delt wer­den, ver­zich­tet wer­den, wenn diese mit dem Durch­schnitts­kurs der letz­ten drei Mo­na­te be­wer­tet wer­den.</p>
<p>5) Re­ge­lun­gen zur ver­deck­ten Sach­ein­la­ge<br />
Auf viel­fa­chen Wunsch der Wis­sen­schaft und der Un­ter­neh­mens­pra­xis sind im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren Re­ge­lun­gen zur ver­deck­ten Sach­ein­la­ge in das Ak­ti­en­ge­setz auf­ge­nom­men wor­den. Diese waren zuvor im Rah­men der GmbH-Re­form (MoMiG) für die GmbH ein­ge­führt wor­den und sind dort po­si­tiv auf­ge­nom­men wor­den.</p>
<p>Glos­sar</p>
<p>An­fech­tungs­kla­ge: Be­schlüs­se der Haupt­ver­samm­lung kön­nen wegen Ver­let­zung des Ge­set­zes oder der Sat­zung der Ak­ti­en­ge­sell­schaft durch eine Klage an­ge­foch­ten wer­den (§ 243 AktG).</p>
<p>De­pot­stimm­recht: Stimm­recht, das durch ein Kre­dit­in­sti­tut auf­grund einer ge­ne­rel­len Voll­macht aus­ge­übt wird (§ 135 AktG). Der Kunde kann die Bank durch eine aus­drück­li­che Wei­sung oder mit­tels einer Pau­scha­ler­klä­rung be­auf­tra­gen, für ihn auf der Haupt­ver­samm­lung einer Ak­ti­en­ge­sell­schaft ab­zu­stim­men.</p>
<p>Frei­ga­be­ver­fah­ren: Das ge­richt­li­che Frei­ga­be­ver­fah­ren er­mög­licht es, einen Haupt­ver­samm­lungs­be­schluss im Eil­ver­fah­ren in das Han­dels­re­gis­ter ein­zu­tra­gen, ob­wohl eine An­fech­tungs­kla­ge gegen den Be­schluss er­ho­ben wurde (vgl. §§ 246a, 319 Abs. 6, 327e AktG und § 16 Abs. 3 UmwG).</p>
<p>Räu­be­ri­sche Ak­tio­nä­re: Ak­tio­nä­re, die ak­ti­en­recht­li­che An­fech­tungs­kla­gen gegen Haupt­ver­samm­lungs­be­schlüs­se nur des­halb an­stren­gen, um da­durch die Un­ter­neh­mens­po­li­tik einer Ak­ti­en­ge­sell­schaft er­heb­lich zu stö­ren und um sich an­schlie­ßend die Klage gegen Ge­wäh­rung er­heb­li­cher fi­nan­zi­el­ler Vor­tei­le ab­kau­fen zu las­sen.</p>
<p>Pressemittelung des Bundesministeriums für Justiz vom 29.5.09</p>
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		<title>Das Handelsregister zieht um</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 18:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CSieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsregister]]></category>
		<category><![CDATA[Umzug]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Abteilungen für Handels-, Partnerschafts- und Genossenschaftsregister sind vom 18. bis 24. Mai 2009 wegen Umzugs geschlossen. Das Handelsregister wird vom Amtsgerichtsplatz 1 (Sitz des Amtsgerichts Charlottenburg) zur Hardenbergstraße 31, 10623 Berlin (Sitz des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg) verlegt. Trotz der Verlegung bleibt das Amtsgericht Charlottenburg zuständig für alle Registersachen in Berlin. In dieser Zeit findet kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Abteilungen für Handels-, Partnerschafts- und Genossenschaftsregister sind vom 18. bis 24. Mai 2009 wegen Umzugs geschlossen. Das Handelsregister wird vom Amtsgerichtsplatz 1 (Sitz des Amtsgerichts Charlottenburg) zur Hardenbergstraße 31, 10623 Berlin (Sitz des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg) verlegt. Trotz der Verlegung bleibt das Amtsgericht Charlottenburg zuständig für alle Registersachen in Berlin.<span id="more-548"></span></p>
<p>In dieser Zeit findet kein regulärer Geschäftsbetrieb statt. Es können keine Registereintragungen vorgenommen und keine Auskünfte aus den entsprechenden Registern erteilt werden. Der Abruf von Dokumenten über das Internet unter <a href="http://www.handelsregister.de">www.handelsregister.de</a> bleibt aber für die Zeit möglich.</p>
<p>Für besonders dringliche Registerangelegenheiten ist unter den Rufnummern 90177-456, 90177-415, 90177-346 oder 90177-237 ein Notdienst eingerichtet.</p>
<p>Ab dem 25. Mai 2009 wird der Geschäftsbetrieb in der Hardenbergstraße 31, 10623 Berlin, Telefon 90149-80 (Zentrale), Fax 9028-3298 (Zentrale) aufgenommen.</p>
<p>Pressemitteilung der Landespressestelle vom 15.05.2009</p>
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		<item>
		<title>Zy­pries: Mehr Ge­rech­tig­keit beim Ver­mö­gens­aus­gleich nach Schei­dung</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 07:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CSieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Änderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Scheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Zugewinnausgleich]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute den von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Zy­pries vor­ge­schla­ge­nen Än­de­run­gen des Zu­ge­winn­aus­gleichs- und Vor­mund­schafts­rechts in 3. Le­sung zu­ge­stimmt. Die Neu­re­ge­lun­gen im Zu­ge­winn­aus­gleichs­recht sor­gen für mehr Ge­rech­tig­keit bei der Ver­mö­gensaus­ein­an­der­set­zung bei der Schei­dung. Im Vor­mund­schafts­recht wird vor allem das Be­sor­gen von Geld­ge­schäf­ten für Mün­del oder Be­treu­te ent­bü­ro­kra­ti­siert. Seit 50 Jah­ren gibt es den Zu­ge­winn­aus­gleich, ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute den von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Zy­pries vor­ge­schla­ge­nen Än­de­run­gen des Zu­ge­winn­aus­gleichs- und Vor­mund­schafts­rechts in 3. Le­sung zu­ge­stimmt. Die Neu­re­ge­lun­gen im Zu­ge­winn­aus­gleichs­recht sor­gen für mehr Ge­rech­tig­keit bei der Ver­mö­gensaus­ein­an­der­set­zung bei der Schei­dung. Im Vor­mund­schafts­recht wird vor allem das Be­sor­gen von Geld­ge­schäf­ten für Mün­del oder Be­treu­te ent­bü­ro­kra­ti­siert.<span id="more-540"></span></p>
<p>Seit 50 Jah­ren gibt es den Zu­ge­winn­aus­gleich, ohne dass er an Ak­tua­li­tät ver­lo­ren hätte. Heute wird jede drit­te Ehe frü­her oder spä­ter ge­schie­den. Bei einer Schei­dung wird das Ver­mö­gen der Ehe­gat­ten aus­ein­an­der­ge­setzt. Im ge­setz­li­chen Gü­ter­stand (Zu­ge­winn­ge­mein­schaft), in dem die Mehr­zahl der Ehe­paa­re leben, gibt es dafür den Zu­ge­winn­aus­gleich. Der Grund­ge­dan­ke des Zu­ge­winn­aus­gleichs liegt darin, den wäh­rend der Ehe er­ziel­ten Ver­mö­gens­zu­wachs zu glei­chen Tei­len auf beide Ehe­gat­ten zu ver­tei­len. An die­sem Grund­ge­dan­ken än­dert sich nichts. Das heute ver­ab­schie­de­te Ge­setz kor­ri­giert meh­re­re Schwach­stel­len, die von Be­trof­fe­nen und von Rechts­prak­ti­kern auf­ge­deckt wor­den sind.</p>
<p>&#8220;Die heute ver­ab­schie­de­ten Än­de­run­gen beim Zu­ge­winn­aus­gleich sor­gen für mehr Ge­rech­tig­keit. Künf­tig wird der wirt­schaft­li­che Er­folg aus der Ehe­zeit tat­säch­lich zur Hälf­te auf die Ehe­gat­ten ver­teilt. Na­tür­lich bleibt die Be­rech­nung stark sche­ma­ti­siert, damit das Ver­fah­ren ein­fach, klar und gut hand­hab­bar ist. In Zu­kunft wird je­doch be­rück­sich­tigt, wenn ein Ehe­part­ner mit Schul­den in die Ehe ge­gan­gen ist und diese Schul­den wäh­rend der Ehe­zeit ge­tilgt wur­den. Au­ßer­dem kön­nen un­red­li­che Ver­mö­gens­ver­schie­bun­gen zu Las­ten des aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten künf­tig bes­ser ver­hin­dert wer­den&#8221;, be­ton­te Bri­git­te Zy­pries.</p>
<p>Zu den Re­ge­lun­gen im Ein­zel­nen:</p>
<p>I. Re­form des Gü­ter­rechts<br />
1. Be­rück­sich­ti­gung von Schul­den bei der Ehe­schlie­ßung</p>
<p>Nach bis­he­ri­ger Rechts­la­ge blei­ben Schul­den, die bei der Ehe­schlie­ßung vor­han­den sind und zu einem &#8220;ne­ga­ti­ven An­fangs­ver­mö­gen&#8221; füh­ren, bei der Er­mitt­lung des Zu­ge­winns un­be­rück­sich­tigt. Der Ehe­gat­te, der im Laufe der Ehe mit sei­nem zu­er­wor­be­nen Ver­mö­gen nur seine an­fäng­lich vor­han­de­nen Schul­den tilgt, muss die­sen Ver­mö­gens­zu­wachs bis­her nicht aus­glei­chen. Viele Men­schen fin­den das un­ge­recht. Noch stär­ker be­trof­fen ist der Ehe­gat­te, der die Ver­bind­lich­kei­ten des an­de­ren Ehe­gat­ten tilgt und zu­sätz­lich ei­ge­nes Ver­mö­gen er­wirbt. Hier bleibt nicht nur die Schul­den­til­gung und der damit ver­bun­de­ne Ver­mö­gens­zu­wachs beim Part­ner un­be­rück­sich­tigt; der Ehe­gat­te muss auch das ei­ge­ne Ver­mö­gen bei Be­en­di­gung des Gü­ter­stan­des tei­len. Das wird durch das ver­ab­schie­de­te Ge­setz ge­än­dert. Ne­ga­ti­ves An­fangs­ver­mö­gen wird in Zu­kunft be­rück­sich­tigt und der Grund­ge­dan­ke des Zu­ge­winn­aus­gleichs kon­se­quent durch­ge­führt.</p>
<p>Bei­spiel: Tho­mas und Re­gi­na K. las­sen sich nach 20­jäh­ri­ger Ehe schei­den. Tho­mas K. hatte bei Ehe­schlie­ßung ge­ra­de ein Un­ter­neh­men ge­grün­det und 30.000 ¤ Schul­den. Im Ver­lauf der Ehe er­ziel­te er einen Ver­mö­gens­zu­wachs von 50.000 ¤. Das End­ver­mö­gen von Tho­mas K. be­trägt also 20.000 ¤. Seine Frau Re­gi­na K. hatte bei Ehe­schlie­ßung keine Schul­den und hat ein End­ver­mö­gen von 50.000 ¤ er­zielt. Sie war wäh­rend der Ehe­zeit be­rufs­tä­tig und küm­mer­te sich auch um die Kin­der, damit sich ihr Mann sei­nem Ge­schäft wid­men konn­te. Nur so war Tho­mas K. im­stan­de, seine Schul­den zu be­zah­len und einen Ge­winn zu er­zie­len. Bis­lang muss­te Re­gi­na K. ihrem Mann einen Aus­gleichs­an­spruch in Höhe von 15.000 ¤ zah­len, weil seine Schul­den bei Ehe­schlie­ßung un­be­rück­sich­tigt blie­ben. Nach neuer Rechts­la­ge, die eine Be­rück­sich­ti­gung des ne­ga­ti­ven An­fangs­ver­mö­gens vor­sieht, haben Re­gi­na und Tho­mas K. je­weils einen Zu­ge­winn von 50.000 ¤ er­zielt. Des­halb muss Re­gi­na K. kei­nen Zu­ge­winn­aus­gleich an ihren Mann zah­len.</p>
<p>2. Schutz vor Ver­mö­gens­ma­ni­pu­la­tio­nen</p>
<p>Für die Be­rech­nung des Zu­ge­winns kommt es auf den Zeit­punkt der Zu­stel­lung des Schei­dungs­an­trags an. Die end­gül­ti­ge Höhe der Aus­gleichs­for­de­rung wird aber bis­lang durch den Wert be­grenzt, den das Ver­mö­gen zu einem re­gel­mä­ßig deut­lich spä­te­ren Zeit­punkt hat, näm­lich dem der rechts­kräf­ti­gen Schei­dung durch das Ge­richt. In der Zwi­schen­zeit be­steht die Ge­fahr, dass der aus­gleichs­pflich­ti­ge Ehe­gat­te sein Ver­mö­gen zu Las­ten des aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten bei­sei­te schafft. Diese Ge­fahr ist künf­tig ge­bannt.</p>
<p>Bei­spiel: Als Karl M. die Schei­dung ein­reicht, hat er einen Zu­ge­winn von 20.000 ¤ er­zielt. Fran­zis­ka M. hat kein ei­ge­nes Ver­mö­gen. Nach Ein­rei­chung der Schei­dung gibt Karl M. 8.000 ¤ für eine Ur­laubs­rei­se mit sei­ner neuen Freun­din aus und be­haup­tet zudem, die rest­li­chen 12.000 ¤ an der Börse ver­lo­ren zu haben. Bei Be­en­di­gung des Gü­ter­stan­des durch das rechts­kräf­ti­ge Schei­dungs­ur­teil ist Karl M. kein Ver­mö­gen nach­zu­wei­sen. Fran­zis­ka M. ste­hen zwar rech­ne­risch 10.000 ¤ zu. Da das Ver­mö­gen des Karl M. nach dem Schei­dungs­an­trag aber &#8220;ver­schwun­den&#8221; ist, hat sie plötz­lich kei­nen An­spruch mehr.</p>
<p>Vor sol­chen Ma­ni­pu­la­tio­nen ist der aus­gleichs­be­rech­tig­te Ehe­gat­te künf­tig ge­schützt. Die Gü­ter­rechts­re­form re­gelt, dass der Be­rech­nungs­zeit­punkt &#8220;Rechts­hän­gig­keit des Schei­dungs­an­tra­ges&#8221; nicht nur für die Be­rech­nung des Zu­ge­winns, son­dern auch für die Be­stim­mung der Höhe der Aus­gleichs­for­de­rung gilt. An­sprü­che wie der von Fran­zis­ka M. im Bei­spiels­fall blei­ben damit be­ste­hen.</p>
<p>Eine wei­te­re Neue­rung ist ein Aus­kunfts­an­spruch über das Ver­mö­gen zum Zeit­punkt der Tren­nung: Jeder Ehe­gat­te kann künf­tig Aus­kunft über das Ver­mö­gen des an­de­ren zum Tren­nungs­zeit­punkt ver­lan­gen. Diese Aus­kunft dient dem Schutz vor Ver­mö­gens­ma­ni­pu­la­tio­nen zwi­schen Tren­nung und Zu­stel­lung des Schei­dungs­an­trags. Denn mit­hil­fe des Aus­kunfts­an­spruchs kann jeder Ehe­gat­te er­ken­nen, ob das Ver­mö­gen des an­de­ren in die­sem Zeit­raum ge­schrumpft ist. Das Ge­setz geht aber noch wei­ter: Eine aus den Aus­künf­ten er­sicht­li­che Ver­mö­gens­min­de­rung ist aus­gleichs­pflich­ti­ger Zu­ge­winn, so­fern der Ehe­gat­te nicht ent­ge­gen­hal­ten kann, dass keine il­loya­le Ver­mö­gens­min­de­rung vor­liegt, son­dern ein un­ver­schul­de­ter Ver­mö­gens­ver­lust.</p>
<p>3. Ver­bes­se­rung des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes</p>
<p>Der Schutz des aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten wird aber nicht nur durch den neuen Aus­kunfts­an­spruch ge­stärkt, son­dern auch durch eine Mo­der­ni­sie­rung des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes. Das be­legt das fol­gen­de Bei­spiel:</p>
<p>Bei­spiel: Sa­bi­ne K. ist als er­folg­rei­che Un­ter­neh­me­rin unter an­de­rem Al­lein­ei­gen­tü­me­rin einer ver­mie­te­ten Ei­gen­tums­woh­nung. Diese Ei­gen­tums­woh­nung stellt als Ka­pi­tal­an­la­ge einen nicht un­er­heb­li­chen Teil ihres Ver­mö­gens dar. Sie will sich von Rolf K., einem er­folg­lo­sen Ver­tre­ter, schei­den las­sen und kün­digt ihm unter Zeu­gen an: Du be­kommst von mir nichts. Un­mit­tel­bar nach der Tren­nung in­se­riert sie die Woh­nung zum Ver­kauf, ob­wohl dies wirt­schaft­lich nicht sinn­voll ist. Rolf K. be­fürch­tet nun, dass der Ver­kauf nur dazu die­nen soll, den Erlös bei­sei­te zu schaf­fen, um ihm kei­nen Zu­ge­winn­aus­gleich zah­len zu müs­sen.</p>
<p>Sol­chen Fäl­len wird künf­tig ein Rie­gel vor­ge­scho­ben. Der Ehe­part­ner, dem hier der Scha­den droht, kann den Zu­ge­winn leich­ter vor­zei­tig gel­tend ma­chen. Die­ses Recht kann er in einem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren vor Ge­richt si­chern. Damit wird ver­hin­dert, dass der an­de­re Ehe­part­ner sein Ver­mö­gen ganz oder in Tei­len bei­sei­te schafft.</p>
<p>II. Ein­fa­che­re Be­sor­gung von Geld­ge­schäf­ten be­treu­ter Men­schen</p>
<p>Ein Vor­mund oder Be­treu­er, der für sein Mün­del oder sei­nen Be­treu­ten einen nur klei­nen Geld­be­trag vom Gi­ro­kon­to ab­he­ben oder über­wei­sen will, braucht der­zeit die Ge­neh­mi­gung des Vor­mund­schafts­ge­richts, so­bald das Gut­ha­ben auf dem Konto 3000 ¤ über­schrei­tet. Dies führt zu einem enor­men bü­ro­kra­ti­schen Auf­wand. Wegen die­ser Re­ge­lung wird Be­treu­ern sogar die Teil­nah­me am au­to­ma­ti­sier­ten Zah­lungs­ver­kehr (Geld­au­to­mat, on­line ban­king etc.) von ei­ni­gen Kre­dit­in­sti­tu­ten ver­wehrt. Die Ban­ken geben an, im au­to­ma­ti­sier­ten Kon­to­ver­kehr nicht aus­rei­chend kon­trol­lie­ren zu kön­nen, ob das Kon­to­gut­ha­ben die Gren­ze von 3.000 ¤ über­schrei­tet. Durch das ver­ab­schie­de­te Ge­setz fällt die vor­mund­schafts­recht­li­che Ge­neh­mi­gungs­pflicht bei einem Gi­ro­kon­to weg. Dies kommt auch den Be­treu­ten zu Gute.</p>
<p>Bei­spiel: Der 70­jäh­ri­gen, an einem Hirn­tu­mor er­krank­te Erika R. wurde ein Be­rufs­be­treu­er be­stellt. Aus ihrer Al­ters­ver­sor­gung er­hält sie mo­nat­lich 2.000 ¤. Da sie für ärzt­li­che Be­hand­lun­gen nicht sel­ten Vor­schüs­se ihrer Kran­ken­kas­se er­hält, liegt ihr Kon­to­gut­ha­ben häu­fig über 3.000 ¤.</p>
<p>Bei die­sem Gut­ha­ben­stand be­nö­tigt ihr Be­treu­er bis­her für jede all­täg­li­che Über­wei­sung / Aus­zah­lung von ihrem Konto eine Ge­neh­mi­gung des Vor­mund­schafts­ge­richts. Die­ser un­nö­ti­ge Ver­wal­tungs­auf­wand ent­fällt in Zu­kunft, da der Be­treu­er von Erika R. nun­mehr ohne ge­richt­li­che Ge­neh­mi­gung ver­fü­gen kann. In ers­ter Linie wer­den da­durch die Be­treu­er ent­las­tet, die nicht in einem engen fa­mi­liä­ren Ver­hält­nis zum Be­treu­ten ste­hen. El­tern, Ehe­gat­ten, Le­bens­part­ner und Ab­kömm­lin­ge sind be­reits nach be­ste­hen­der Rechts­la­ge von der Ge­neh­mi­gungs­pflicht be­freit. Vor einem Miss­brauch ist der Be­treu­te auch wei­ter­hin durch die Auf­sicht des Vor­mund­schafts­ge­richts ge­schützt. Der Be­treu­er muss über Ein­nah­men und Aus­ga­ben des Be­treu­ten genau ab­rech­nen und die Kon­to­be­le­ge ein­rei­chen. Geld, das nicht für die lau­fen­den Aus­ga­ben be­nö­tigt wird, muss der Be­treu­er für den Be­treu­ten ver­zins­lich an­le­gen.</p>
<p>III. Re­gis­trie­rung von Be­treu­ungs­ver­fü­gun­gen</p>
<p>Viele Men­schen haben be­reits die Mög­lich­keit in An­spruch ge­nom­men, beim Zen­tra­len Vor­sor­ge­re­gis­ter der Bun­des­no­tar­kam­mer Vor­sor­ge­voll­mach­ten re­gis­trie­ren zu las­sen, damit diese im Be­darfs­fall zu­ver­läs­sig auf­find­bar sind. Diese Vor­sor­ge­voll­mach­ten be­inhal­ten häu­fig auch eine Be­treu­ungs­ver­fü­gung, d.h. die Fest­le­gung, wer Be­treu­er wer­den soll, falls wegen un­vor­her­ge­se­he­ner Um­stän­de trotz der Vor­sor­ge­voll­macht ein Be­treu­er be­stellt wer­den muss. Die Vor­tei­le der Re­gis­trie­rung gel­ten mit dem Ge­setz auch für reine Be­treu­ungs­ver­fü­gun­gen, die nicht mit einer Vor­sor­ge­voll­macht ver­bun­den sind. Auch diese kön­nen in Zu­kunft gegen Ge­bühr ins Zen­tra­le Vor­sor­ge­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den.</p>
<p>IV. In­kraft­tre­ten</p>
<p>Das heute vom Bun­des­tag be­schlos­se­ne Ge­setz soll am 1. Sep­tem­ber 2009 in Kraft tre­ten. Es be­darf nicht der Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes.<br />
Pressemitteilung des BJM vom 14. Mai 2009</p>
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		<title>Jus­tiz on­line – In­ter­net­ver­stei­ge­rung und elek­tro­ni­sche Ver­ein­san­mel­dung im Bun­des­tag</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 07:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CSieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsvollzieher]]></category>
		<category><![CDATA[online]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsversteigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute die Ge­setz­ent­wür­fe der Bun­des­re­gie­rung zur In­ter­net­ver­stei­ge­rung in der Zwangs­voll­stre­ckung und zur Er­leich­te­rung elek­tro­ni­scher An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter in ers­ter Le­sung be­ra­ten. &#8220;Schon heute ist die Jus­tiz in vie­len Be­rei­chen on­line. Das In­ter­net hat sich fest als Platt­form des Wirt­schafts­le­bens eta­bliert. Hier tref­fen sich An­bie­ter und In­ter­es­sen­ten für Waren und Dienst­leis­tun­gen. Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Deut­sche Bun­des­tag hat heute die Ge­setz­ent­wür­fe der Bun­des­re­gie­rung zur In­ter­net­ver­stei­ge­rung in der Zwangs­voll­stre­ckung und zur Er­leich­te­rung elek­tro­ni­scher An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter in ers­ter Le­sung be­ra­ten.</p>
<p>&#8220;Schon heute ist die Jus­tiz in vie­len Be­rei­chen on­line. Das In­ter­net hat sich fest als Platt­form des Wirt­schafts­le­bens eta­bliert. Hier tref­fen sich An­bie­ter und In­ter­es­sen­ten für Waren und Dienst­leis­tun­gen. Wir haben daher jetzt Re­ge­lun­gen vor­ge­schla­gen, mit denen Ge­gen­stän­de, die in der Zwangs­voll­stre­ckung ge­pfän­det wur­den, weit­aus leich­ter als bis­her über das In­ter­net ver­stei­gert wer­den kön­nen. Denn hier er­rei­chen wir einen viel grö­ße­ren Bie­ter­kreis, und die Auk­ti­ons­platt­form ist für je­der­mann 24 Stun­den am Tag zu­gäng­lich. Mehr Bie­ter be­deu­ten mehr Wett­be­werb und da­durch hö­he­re Er­trä­ge bei der Ver­wer­tung ge­pfän­de­ter Ge­gen­stän­de. Wir hel­fen damit in der Zwangs­voll­stre­ckung den Schuld­nern, schnel­ler ihre Schuld zu be­glei­chen. Und wir un­ter­stüt­zen die Gläu­bi­ger bei der ra­schen und ef­fek­ti­ven Bei­trei­bung ihrer of­fe­nen For­de­run­gen.<span id="more-537"></span></p>
<p>Auch im Be­reich der Re­gis­ter sind die Wei­chen schon lange in Rich­tung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs ge­stellt. Eine ganze Reihe von Re­gis­tern ist be­reits auf elek­tro­ni­schen Be­trieb um­ge­stellt. Auch viele Ver­eins­re­gis­ter wer­den in den Län­dern be­reits elek­tro­nisch ge­führt. Jetzt wol­len wir die Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen, damit dar­über hin­aus alle An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter elek­tro­nisch er­fol­gen kön­nen. Dabei ist mir wich­tig, dass die elek­tro­ni­sche An­mel­dung nicht zur Pflicht, son­dern zur zu­sätz­li­chen Mög­lich­keit wird. So kann jeder Ver­ein selbst ent­schei­den, wel­che Form der An­mel­dung für ihn die ein­fachs­te ist&#8221; er­läu­tert Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Bri­git­te Zy­pries.</p>
<p>1. In­ter­net­ver­stei­ge­rung in der Zwangs­voll­stre­ckung</p>
<p>Künf­tig soll die Ver­stei­ge­rung von Ge­gen­stän­den, die vom Ge­richts­voll­zie­her in der Zwangs­voll­stre­ckung ge­pfän­det wur­den, ein­fa­cher im In­ter­net er­fol­gen kön­nen. Bis­lang ist die Ver­stei­ge­rung von sog. be­weg­li­chen Sa­chen &#8211; z. B. Möbel und elek­tro­ni­sche Ge­rä­te &#8211; in der Zi­vil­pro­zess­ord­nung als Prä­senz­ver­stei­ge­rung durch den Ge­richts­voll­zie­her vor­ge­se­hen. Die dafür not­wen­di­ge An­we­sen­heit von Ver­stei­ge­rer und Bie­ter ist um­ständ­lich und ver­ur­sacht nicht zu­letzt wegen der An­rei­se teil­wei­se hohe Kos­ten.</p>
<p>Die In­ter­net­auk­ti­on soll als Re­gel­fall neben der bis­her üb­li­chen Ver­stei­ge­rung vor Ort er­mög­licht wer­den. Der Ge­setz­ent­wurf er­gänzt die be­ste­hen­den Vor­schrif­ten der Zi­vil­pro­zess­ord­nung, damit die In­ter­net­ver­stei­ge­rung auch in der Zwangs­voll­stre­ckung selbst­ver­ständ­lich wird. Die Bun­des­län­der wer­den er­mäch­tigt, Ein­zel­hei­ten wie etwa die Ver­stei­ge­rungs­platt­form, Be­ginn, Ende und Ab­lauf der Auk­ti­on oder die Vor­aus­set­zun­gen für die Teil­nah­me an der Ver­stei­ge­rung durch Rechts­ver­ord­nung zu re­geln. Die In­ter­net­ver­stei­ge­rung be­weg­li­cher Sa­chen wird auch in der Abg­ben­ord­nung als ge­setz­li­cher Re­gel­fall neben der Prä­senz­ver­stei­ge­rung eta­bliert.</p>
<p>2. Elek­tro­ni­sche An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter</p>
<p>Mit dem Ge­setz­ent­wurf wer­den die bun­des­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen, damit die Län­der für alle An­mel­dun­gen zum Ver­eins­re­gis­ter &#8211; von der Er­st­an­mel­dung bis zur An­mel­dung der Be­en­di­gung eines Ver­eins &#8211; auch elek­tro­ni­sche An­mel­dun­gen zu­las­sen kön­nen. An­ders als bei den Han­dels-, Ge­nos­sen­schafts- und Part­ner­schafts­re­gis­tern sol­len al­ler­dings beim Ver­eins­re­gis­ter wei­ter­hin alle An­mel­dun­gen auch in Pa­pier­form mög­lich sein. Neben den Vor­schrif­ten zur elek­tro­ni­schen An­mel­dung ent­hält der Ent­wurf wei­te­re re­gis­ter­recht­li­che Än­de­run­gen. Zudem wer­den ei­ni­ge über­hol­te Vor­schrif­ten aus dem Ver­eins­recht auf­ge­ho­ben, an­de­re an die fort­ent­wi­ckel­te Rechts­pra­xis an­ge­passt.</p>
<p>Pressemitteilung des BMJ vom 14.05.2009</p>
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