Foto vom Alten Stadthaus
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Nicht so in einschlägigen Märchen wie etwa im DEFA-Film "Das singende klingende Bäumchen" - sonst aber wird dem dickfelligen Sohlengänger, wenn er nicht gerade Knut heißt, wenig Gutes nachgesagt. Aggressiv und gierig schildert ihn die Bibel, im Berliner Wappen ist er - obwohl nicht klassisch heraldisch - gefährlich rot bewehrt und in derselben Farbe grell gezungt. In der Literatur erscheint er gar als Schimpfwort: "So geh', du deutscher Bär! so geh'!" ruft Dienerin Daja im Hause des Juden Nathan dem erzürnten, weil abgeblitzten Tempelherren nach. Der einzige Bär in unseren Breiten, dem man ein angedeutetes Lächeln nachsagt, ist der vom Bildhauer Georg Wrba (1872-1939) geschaffene mittelgroße Bronze-Petz. Dem Vernehmen nach hatte sich der Künstler Studien halber sogar einen Zoo-Bären ins Atelier bringen lassen - natürlich im Käfig. Die hergestellte Nähe zum Bärenleben hielt ihn nicht davon ab, uns eine geheimnisvolle Skulptur zu hinterlassen, die nicht klar erkennen lässt, ob das Tier nun ein Grienen andeutet oder dabei ist, mit seinem leicht geöffneten Maul hinterhältig die starken Fänge zu blecken. Dieser Bär, der zur Erstausstattung des 1911 fertig gestellten Alten Stadthauses am Molkenmarkt in Mitte (Foto) gehörte, war damals - und ist heute wieder - architektonischer Mittelpunkt des nach ihm benannten zentralen Saales dieses Rathaus-Ergänzungsbaues. Den für Berlin von alters her symbolträchtigen Beutegreifer hatte der Architekt und Stadtbaurat Ludwig Hoffmann (1852-1932) in Auftrag gegeben. Er ist der Erbauer des Stadthauses. Man kann ihn getrost einen bedeutenden Berliner nennen. Allein an der Spree schuf er auch die Volksbadeanstalt