Der Dom in Berlin Mitte
Foto © Bernd Kröger
detailverliebte italienische Hochrenaissance und den monumentalen Barock zu vereinen. Die mächtige 74,8 m hohe Kuppel erinnert - wie beabsichtigt - an den Römischen Petersdom. Die Folge: Nicht wenige Touristen halten den Dom noch heute für eine katholische Kirche, während die bescheidenere katholische Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz als Hort protestantischer Seelenpflege erscheint. Aber die Berliner waren schon damals von der neuen Kirche irritiert.
Wie oft in solchen Fällen reagieren sie mit einer drastischen, letztendlich auf launige Akzeptanz hinauslaufenden Benennung. "Seelengasometer" hieß das neue Bauwerk bald. Und mit der Novemberrevolution 1919 meldete sich plötzlich auch der Zeitgeist wieder. Der deutsche Architekt German Bestelmeyer trat im Berliner Tageblatt mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit "den Berliner Dom durch Entfernung der schlimmsten Details etwas ruhiger zu gestalten".