Die Berliner Oberbaumbrücke: Die schönste Brücke Berlins Venedig. Insgesamt gibt es in der Spreestadt fast 1000 Brückenbauwerke aus den unterschiedlichsten Stilepochen.
Oberbaumbrücke Berlin
Foto der Oberbaumbrücke
© hapa7
Die Oberbaumbrücke, die seit 1896 Friedrichshain und Kreuzberg über die Spree miteinander verbindet und heute das Wahrzeichen des Bezirks darstellt, ist am aufwendigsten gestaltet.

Benannt ist die Oberbaumbrücke nach einer mittelalterlichen Sperranlage auf der Spree, bei der man bei einbrechender Dunkelheit den Flusslauf durch unter Brücken aufgehängte Baumstämme verbarrikadierte. Um Schmuggler abzuwehren, wurde nachts mittels einer Klappvorrichtung ein großer Baumstamm heruntergelassen, der die Durchfahrt von Schiffen verhinderte.

In Archiven finden sich über eine Oberbaumbrücke erste Hinweise aus dem Jahre 1724. Damals befand diese sich noch etwas nördlicher in Höhe des heutigen S-Bahnhofes Jannowitzbrücke, war aus Holz gebaut und auf Pfähle gesetzt.
Sie verband das Stralauer Tor mit dem Schlesischen Tor, und ermöglichte den Straßenverkehr zwischen der Stralauer und der Köllnischen Vorstadt. Nach Einführung einer Zollgrenze im Jahr 1732 durch Friedrich Wilhelm I. bildete die Oberbaumbrücke die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Wer sie passieren wollte, musste "Brückenzoll" berappen: Für ein Lastpferdefuhrwerk einen Groschen (12 Pfennige), für eine Kutsche 6 Pfennige, für einen leichten einspännigen Wagen 3 Pfennige und für jedes Pferd 3 Pfennige.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die hölzernen Brückenkonstruktion durch eine repräsentative Eisenbahnbrücke ausgebaut und erhielt so in etwa jenes Gesicht, welches sie auch heute noch hat. Die zinnenbekrönten Tortürme sowie die Türmchen, Gewölbebögen und Ziergiebel geben der Brücke den Charakter eines altmärkischen Stadttores und erinnern damit an die alte Torfunktion des Oberbaums. Die dekorative Schauseite richtet sich nach Südosten, der Sichtseite für die auf der Spree nach Berlin einfahrenden Schiffe. Mosaike mit Wappen verzieren die nördliche Seite des Hochbahnviaduktes.

Im 2.Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Oberbaumbrücke am 23. April 1945 auf Befehl Adolf Hitlers teilweise gesprengt. Das sollte den Vormarsch der Roten Armee behindern. Nach Kriegsende wurde die Brücke zunächst nicht wieder aufgebaut, da sie unmittelbar im Grenzgebiet lag. Ende 1963 wurde das erste sogenannte Passierscheinabkommen zwischen der DDR und dem Berliner Senat geschlossen, so dass die Brücke als Grenzübergang, jedoch ausschließlich für Fußgänger genutzt werden konnte.
Erst nach dem Mauerfall wurde die Oberbaumbrücke nach langjährigen Sanierungsarbeiten 1995 erneut für den Straßen- und U-Bahnverkehr freigegeben.
Seit 1999 ist die Oberbaumbrücke traditionell einmal im Jahr Schauplatz der so genannten Wasserschlacht zwischen den Friedrichshainern und den Kreuzbergern, die sich seit der Fusion der beiden Bezirke um die Vorherrschaft zanken. Friedrichshain bezeichnet Kreuzberg dabei als "Unterfriedrichshain", Kreuzberg nennt Friedrichshain "Ostkreuzberg". Erklärtes Ziel ist es immer, die Einheit der beiden Stadtteile - selbstverständlich unter eigener Führung - wiederherzustellen. Bei dieser Veranstaltung wird nicht nur Wasser und Mehl, sondern auch alles was weich und glitschig ist, dem Gegner entgegen geschleudert. Text: -AK-

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