jüdischen Leben in Berlin - Berliner Centrum Judaicum
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Im September 1987 hatte sogar das Wachbataillon der Bundeswehr vor dem Bonner Kanzleramt zu Ehren des Angereisten die DDR-Nationalhymne intoniert. Nun hielt es der ostdeutsche Landeschef für unumgänglich, neben der BRD (alt) besonders die USA zu einer Rundum-de-iure-Anerkennung zu bewegen. Deshalb wollte er nun auch einmal vor dem Kamin im Oval Office des USA-Präsidenten und natürlich im Gespräch mit diesem abgelichtet werden. Deshalb hatte er ein Auge auf den linken Kamin-Sessel im präsidialen White-House-Office geworfen. Im Rücken hat man dort das Gemälde des Erst-Präsidenten George Washington (1732-1799), rechts das Porträt des sechzehnten Amtsinhabers Abraham Lincoln (1809-1865), der die USA auf den Weg zur zentral regierten Großmacht brachte. Auf der anderen Seite tickt die ehrwürdige Oval Office Clock, eine vor über 200 Jahren von der Bostoner Firma John and Thomas Seymour in der Serie "Furniture Masterworks" ausgelieferte Standuhr. Ihr sanftmütig anklingendes Schlagwerk hält jede Outdoor-Krise zumindest fürs erste fern. Seine Einladung wollte Honecker mit der Synagogen-Rekonstruktion in der Oranienburger Straße vergelten, mit der vor allem die einflussreiche jüdische Lobby in den USA beeindruckt werden sollte. Goyim Honecker verfehlte, wie bekannt, das Weiße Haus um fünfzehn Breitengrade und landete 1993 über 8000 Kilometer weiter südlich in Chiles Hauptstadt Santiago. Doch sein zwar von unreligiösen Gedanken inspirierter Synagogen-Traum geht ein Jahr nach seinem Tod in Erfüllung!