Die Kunst am Detlev-Rohwedder-Haus
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zu Leipzig. Zielgerichtet steuerte er auf sein vierteiliges Gemälde "Pariser Commune" zu, zog - man sagt: heimlich - die Palette mit vorgemischten Farben aus der Aktentasche und malte an dem verkauften Bild weiter. Der Maler Bernhard Heisig (geb. 1925) hat ein Problem: Er hält keines seiner Werke für vollendet. Ein so kreatives Weitermalen war hingegen am Wandbild "Aufbau der Republik" in der Pfeilervorhalle an der Nordostecke des heutigen Detlev-Rohwedder-Hauses unmöglich. Dabei lagen 1952 genügend Gründe vor, die historische Stichhaltigkeit des Dargestellten in Zweifel zu ziehen. Der Porträt- und Landschaftsmaler Max Lingner (1888-1959) hielt sein 24 mal drei Meter großes Arbeitsergebnis am Schluss nicht für überarbeitungswürdig. Im Gegenteil: er hielt es für fatal und ist - nach Auskunft seiner Frau - vor dieser Wandgestaltung nie mehr erschienen. Seine musischen "Berater", SED-Generalsekretär Walter Ulbricht und DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl, hatten seinen ursprünglichen Entwurf mehrfach "präzisiert", so dass von einer die Nachkriegszeit bestimmenden, sorglichen Aufbruchsstimmung, die Lingner mit mehreren Familiengruppen ausdrücken wollte, wenig übrig blieb.
Stattdessen war er angehalten worden, die angeblich alles gestaltende, Macht ausübende Arbeiterklasse rigoros in Szene zu setzen. Das so auf Linie gebrachte Bild erzählt von einem verzückt-schwärmerischen Neubeginn im Osten Deutschlands, in dessen Verlauf bekanntlich alle Nichtverzückten mit dem Stigma des Abartigen belegt wurden. Spätere Korrekturen á la Heisig waren am Wandbild schon deshalb undurchführbar, weil die am Ende sechste Fassung des Werks in Kacheln aus Meißener Porzellan gebrannt wurde.