Auf dem Jüdischen Friedhof Prenzlauer Berg sind
über 23000 Menschen begraben - Foto © wn
1880) schöne und eher existentielle Anlässe auf, die die Hauptstädter seinerzeit bewogen, sich zu bestimmten Zwecken zu vereinen. Die Bestattung der Leichname jüdischer Verstorbener sind dabei Ereignisse mit außergewöhnlichen Erwartungen an das Danach. Nicht um die Frage ging es, ob die Totenkiste eine "schöne Leiche" füllte oder wie augenfällig der Schmerz der Hinterbliebenen war. Vielmehr ist es das noch heute fortgeltende Begehren einer garantiert ewigen Totenruhe. Die jüdischen Begräbnisplätze bieten seit alters her eine unbegrenzte Liegezeit. Jedes Grab ist für eine Ewigkeit von unbekannter Dauer berechnet - bis zum vielzitierten Jüngsten Tag. Die irdischen Besorgungen am toten Körper vor Beginn dieser Ruhezeit regelte im 19. Jahrhundert einem zeitgenössischen Bericht zufolge die "Begrabungsgesellschaft, welche sich mit dem Begraben und Reinigen der Todten beschäftigt. Der Arme bezahlt nichts, weder für den Gottesacker noch für Todtenkleider, der Reiche nach Gefallen." Das lässt aufhorchen: Befinden sich doch die Kosten für Begräbnisse nach jüdischem Ritus inzwischen in einem namhaften vierstelligen Bereich.