Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof Weißensee
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(1884-1932) kämpfenden Grabsteinen gegenüber. Augenzeuge dieses "Aufruhrs der Male" wurde er auf dem nur einen Hektar großen Jüdischen Friedhof in der Prager Josefstadt. Auf dem Gottesacker am südlichen Eingang des Prager Moldau-Mäanders liegen etwa 100000 Gebeine in mehreren Erdaufschichtungen übereinander, trotzdem auch in der Waagerechten auf engstem Raum. Wild durcheinander stehende und sich berührende Grabsteine erwecken den Anschein des Kämpferischen. Die Enge des Prager Begräbnisfeldes wiederholt sich auf dem 440 Jahre jüngeren und um das 40fache größeren jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. Zumindest in einigen der 120 ab 1880 streng geometrisch angelegten Grabfeldern herrscht sichtliche Beengung. Auch hier, auf einem der größten Friedhöfe in Europa, ergibt sich das Raumproblem aus dem mittlerweile auf 115000 Gräber angewachsenen Bestand an letzten Ruhestätten, aber besonders aus dem jüdischen Anspruch einer durch nichts angetasteten Totenruhe. Nach jüdischer Tradition löst die undatiert bleibende Ankunft des Messias eine leibliche Wiederauferstehung der Toten aus. Jüdische Gräber bleiben deshalb über unabsehbare Zeiträume erhalten - als "Häuser der Ewigkeit".