Haus Schwarzenberg - Subkultur, Comics, Kunst und Kino in Berlins Mitte

Inmitten des durchgestylten Hackeschen Marktes kann der aufmerksame Stadterkunder noch ein Biotop aus einer anderen Zeit entdecken.
Haus Schwarzenberg am Hackeschen Markt
Am Hackeschen Markt finden Sie das Haus Schwarzenberg
Foto © Christine Davies
Einer wilden, anarchischen und freien Epoche. Das Haus Schwarzenberg ist einer der letzten Gebäudekomplexe in dem Kiez, die nicht totalsaniert und teuer verkauft oder vermietet sind und werden. Obschon das immer wieder versucht wurde. Doch die Betreiber des Schwarzenberg sind standhaft. Was macht dieses Areal so besonders? Gegründet 1995, ist das Haus seither eine Stätte der Begegnung zwischen Künstlern, Malern, Literaten, Comiczeichnern und -autoren und natürlich den vielen neugierigen Besuchern, die in die Vernissagen oder Ausstellungen strömen. Und während ringsum mit viel Aufwand Nobelboutiquen, Cafés, Modeläden und edle Restaurants eröffnet wurden und die Grundstückspreise in die Höhe schossen, machte der Schwarzenberg e.V. trotzdem unbeirrt weiter. Mit Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Parties. Daneben entstanden im Haus Schwarzenberg unter anderem Ateliers, ein Künstlerclub, ein Kino, eine Galerie und natürlich des berühmte Monsterkabinett:

Ausstellungen im Haus Schwarzenberg in Berlin


Wenn man das Ende des Hofes erreicht hat, stößt man rechterhand auf einen riesigen blechernen Vogel; einer Mischung aus Huhn, Geier und irgendetwas aus einem unruhigen Traum.
Gleichzeitig wirkt diese bewegliche Skulptur wiederum so skurril, dass niemand wirklich Angst bekommt, wenn er unvermutet auf sie stößt. Dieser Blechvogel ist ein Hinweis auf die Künstlergruppe Dead Chicken, die Gründungsmitglieder des Schwarzenberg e.V. sind. Dead Chicken betreiben im Keller des zweiten Hinterhofes ihr Monsterkabinett. Auch wenn der Name es vermuten läßt - dort ist es nicht wirklich gruselig. Die Ausstellung regt eher die Phantasie an; sie inspiriert und zaubert auf die Gesichter der Gäste ein Lächeln ob so viel kreativen Übermuts. Ein Besuch lohnt sich allemal - die Sinne werden in der Ausstellung schier überflutet.

Die Galerie Neurotitan stellt vor allem Werke von Künstlern aus, die der Subkultur und der Avantgarde zugeordnet werden. Hier wurde ein Experimentierfeld für Künstler geschaffen, dessen Anliegen es ist, künstlerische und soziale Grenzen zu erweitern beziehungsweise zu überschreiten. Kreative aus der ganzen Welt stellen hier aus. Über schmale Treppen erreicht man die in der 1. Etage im Hinterhaus gelegene Galerie. Betreten wird der 300 Quadratmeter große, helle Ausstellungsraum durch den Neurotitan-ArtShop, in dem Kunstbücher, Comics und Kunstoriginale angeboten werden. Neben den Ausstellungen veranstaltet das Neurotitan außerdem Lesungen, Konzerte, Screenings und Performances. Legendär sind die Vernissagen. Nicht nur die Ausstellungsobjekte sind sehenswert, sondern auch das Publikum. Schnell kommt man ins Gespräch und erfährt mehr über die ausstellenden Künstler, die lebendig, quirlige Berliner Kunstszene und lernt vielleicht sogar den einen oder die andere der Ausstellenden kennen. Hier kann die Nacht lang werden.

Im Sommer - meistens um den 19. Juni herum - wird das Freiluftkino im Haus Schwarzenberg eröffnet. Jeden Tag wird ein anderer Film gezeigt; das Repertoire reicht von Klassikern, Dokumentarfilmen bis zu Kultfilmen. Ganz besonders: Die meisten Filme werden in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt. Ab fünf Euro Eintritt können Sie hier eine Berliner Filmnacht der speziellen Art erleben.
( Text: UG, 13.06.2011 )

Haus Schwarzenberg in Berlin Mitte
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin/ Mitte
www.haus-schwarzenberg.org


Haus Schwarzenberg auf einer größeren Karte anzeigen
Am besten zu erreichen mit der U-Bahn (Weinmeisterstraße aussteigen), der S-Bahn (Hackescher Markt) oder der Tram M1, die direkt vor dem Haus Schwarzenberg hält. Nachts fährt der Bus (N8).

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