Deutsches Blinden-Museum Steglitz

Um es vorweg zu nehmen, das Blinden-Museum ist nicht nur für Blinde und Sehbehinderte.
Blindenschrift
Infos über die Entwicklung der Blindenschrift
im Blinden-Museum Berlin / Foto © Jakub Krechowicz
Es erzählt hauptsächlich die Geschichte von Louis Braille und die Entwicklung der Blindenschrift. Ein rotes Backsteinhaus (1906), hinter dem versteckt ein kleiner idyllischer Garten liegt, ist das Zuhause dieses kleinen freundlichen Museums. Wer das Museum betritt, das auf dem Gelände einer Blindenschule liegt, erfährt gleich am Anfang seine Geschichte und etwas über Louis Braille, dem Erfinder der Brailleschrift. Eine Büste von Braille, geschaffen 1926 vom blinden Bildhauer Dario Malkowski, begrüßt den Besucher. Die Dauerausstellung "6 Richtige - Louis Braille und Blindenschrift" ist in fünf Abteilungen gegliedert: In der ersten Abteilung " Mit dem Finger nach Hogwarts" kann der Besucher Bücher ertasten oder anhören. Die Zweite Abteilung "Schrift Sehen und Fühlen" befasst sich mit Reliefschriften des 18. und 19. Jahrhunderts. In der Abteilung "Lous Braille kommt auf den Punkt" wird die Entwicklung der Punktschrift ausführlich erzählt. Wie Arbeit und Bildung ,dank Braille, für die Blinden möglich wurde, berichtet die Abteilung " Die Punktschrift eröffnet Welten". Hilfsmittel für blinde Menschen sind in der Abteilung "Pluspunkte im Alltag" ausgestellt.

Das Blinden-Museum ist ein interaktives Museum


Das Blinden-Museum ist interaktiv. Wie wärs denn mal eine Runde "Mensch ärgere dich nicht" für Blinde zu spielen?
Außerdem kann der Besucher verschiedene Blindenschriften ertasten und auch schreiben. Faszinierend ist der Globus für Blinde. Ausschnitte aus dem Filmen "Louis Braille und die Blindenschrift" und "Lesen mit sechs Punkten" machen die Geschichte der Blindenschrift noch anschaulicher. Zu den Exponaten gehören Harry Potter Bücher (für Blinde und Sehende), die Fernsehzeitung Braille TV und andere Zeitschriften in Blindenschrift - in denen man übrigens blättern kann! Um die Jahrhundertwende erfand Oskar Picht (1871-1945) eine Schreibmaschine für Blinde, die im Museum natürlich nicht fehlt. Aber auch ein Taschenrechner und andere Elektro-Artikel für Blinde -inklusive ein Laptop - gibt es zu betrachten. Eine Vitrine erklärt anhand Ausstellungsstücken, wie Kinder die Brailleschrift lernen; eine Puppe mit dem 6-Punkte System ist das Highlight. In einem anderen Raum gibt es Kalender, Spiele wie Scrabble, Arzneimittelverpackungen, CDs und Waagen. Eine Chronik erläutert die Geschichte der Blindenschrift.

Doch wer war Lous Braille und warum erfand er die Punktschrift, die nach ihm benannt wurde? Louis Braille wurde 1809 in der Nähe von Paris geboren. Als Kleinkind verletzte er sich in der Werkstatt seines Vaters am Auge. Das verletzte Auge entzündete sich, infizierte das zweite Auge, was zu einer völligen Erblindung führte. Doch Louis hatte Glück. Seine Eltern ermöglichten dem wissbegierigen Louis eine Ausbildung in einer Blindenschule. Dort entwickelte er die Blindenschrift, die seinen Namen trägt. 1825, mit 16 Jahren, hatte er sie fertiggestellt. Später entwickelte er noch eine Notenschrift für Blinde, die somit vielen blinden Menschen eine Karriere als Musiker ermöglichte. Louis Braille arbeitete als Lehrer in einer Blindenschule. 1852 starb er, erst 43- jährig, an Tuberkulose. Er konnte den Erfolg seiner Arbeit nicht mehr erleben.
Blinden-Museum
Rothenburgstraße 14
12165 Berlin
Telefon: 030-797 09 094
Fax: 030-797 09 095

Öffnungszeiten vom Deutsches Blinden Museum in Berlin


Das Museum ist jeden Mittwoch von 15:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Eine offene Führung findet jeden 1. Sonntag im Monat um 11 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Wie man hinkommt:
S-Bahn: S1 Rathaus Steglitz
U-Bahn: U9 Rathaus Steglitz
Busse: M-Bus: M48, M82, M85 Rathaus Steglitz
Bus: 170, 186, 188, 282, 283, 284, 285, 380, X83 Rathaus Steglitz
Text: R.H.

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