Das Bode-Museum : Stolz der Museumsinsel

Jahrzehntelang lebten sie "in Trennung": Christus und Maria, beide vor vielen hundert Jahren aus Eichenholz für die Triumphkreuzgruppe der Moritzkirche in Naumburg geschnitzt und später in die Sammlung Wilhelm von
Das Bode Museum  Berlin und der Fernsehturm
Das Bodemuseum in Berlin
Foto: © Fotowahn
Bodes übergegangen, wurden zum Opfer der deutschen Teilung. Maria ging in den Westen nach Dahlem, der Christus auf die Museumsinsel in den Osten….

Das Figurenpaar ist ein besonders sinnfälliges Beispiel für die Zusammenführung der beiden Sammlungen, die in ihren Anfängen aus der brandenburgisch-preußischen Kunstkammer hervorgegangen sind und seit Ende 2006 erstmals wieder an ihrem ursprünglichem Standort, dem Bodemuseum, vereint sind. Fast sechs Jahre hatten zuvor die aufwändigen Sanierungsarbeiten gedauert, bis der Prachtbau an der Nordspitze der Museumsinsel Berlin seit den Zerstörungendes Zweiten Weltkriegs und den zum Teil notdürftigen Renovierungen in der DDR-Zeit erstmals wieder seine volle Schönheit entfalten konnte.

Im Bode-Museum Berlin


Neben dem neu geeinten Paar aus Eichenholz gibt es dort inzwischen noch eine Unzahl an Kleinodien zu bestaunen. Denn das Bodemuseum, ein majestätischer
neobarocker Bau, sieht äußerlich zwar kompakt aus, sperrt im Inneren aber seine Schatztruhe ausladend weit auf: so entpuppt sich die nach außen dreiflügelige Anlage innen als vielteiliger Komplex mit insgesamt fünf Lichthöfen. Kaum ein anderes Haus der Welt verfügt über derart viel Raum, um die Schätze seiner Skulpturensammlung auszubreiten. Zu der opulenten Skulpturensammlung, die sicherlich den wichtigsten Teil des Bodemuseums ausmacht, zählen Arbeiten vom Mittelalter bis zum späten 18. Jahrhundert, u.a. aus Frankreich, Deutschland, Holland und Spanien. Ein großer Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der italienischen Frührennaissance. Als "Stars" dieser Epoche sind z.B. Luca della Robbia, Donatello, Desiderio da Settignano, Francesco Laurana und Mino da Fiesole vertreten, doch auch Werke deutscher Bildhauer der Spätgotik wie Tilman Riemenschneider, Hans Brüggemann, Niclaus Gerhaert von Leyden oder Hans Leinberger brauchen sich daneben nicht zu verstecken. Highlightcharakter haben zweifelsohne auch die hünenhaften Ritterheiligen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges oder auch die in edles Weiß gemeißelten Alabaster- und Elfenbeinstatuetten aus Renaissance und Barock. Eine ganz besondere Attraktion war bereits zu Gründungszeiten des Bodemuseums - und ist jetzt wieder - das Tiepolo-Kabinett, ein kleiner, üppig mit Stuck verzierter Raum mit 22 Fresken in Grisaille-Technik, die der Barockmaler Giovanni Battista Tiepolo 1759 für den Palazzo Volpato Panigai im norditalienischen Nervesa geschaffen hatte. Museumsgründervater Wilhelm von Bode erwarb sie und brachte sie 1899 nach Berlin. Zwar wurde der kostbare Raum im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, doch anhand eines einzigen Schwarz-Weiß-Fotos aus einem Museumskatalog von 1904 konnte das Kabinett mit großem Aufwand wiederhergestellt werden.

Ausstellungen im Bode-Museum :


In südlichere Gefilde entführt hingegen das Museum für Byzantinische Kunst, das ebenfalls unter dem Dach des Bodemuseums sein Domizil bezogen hat. Hier erwartet
Bodemuseum Berlin
Blick von der Monbijoubrücke auf das Bodemuseum
Foto: © tillbeck
den Besucher Kostbares aus nahezu dem ganzen antiken Mittelmeerraum - darunter z.B. spätantike Sarkophage aus dem alten Rom oder Elfenbeinschnitzereien und Ikonen in Mosaiktechnik aus Byzanz. Neben dieser fast schon exotischen Pracht offenbaren die kleinen runden Preziosien des Münzkabinetts ihren wahren Wert erst auf den zweiten Blick. Denn das Spektakuläre an der Münzsammlung, eine der größten numismatischen Spezialsammlungen weltweit, sind nicht die Einzelstücke, sondern die Tatsache, dass von Beginn der Münzprägung im siebten vorchristlichen Jahrhundert in Kleinasien an bis zur Gegenwart geschlossene Münzserien zu sehen sind. Insgesamt sind es rund 500.000 Objekte, eine so gewaltige Summe, dass das Bodemuseum in den vier dafür vorgesehenen Ausstellungsräumen lediglich kleine Ausschnitte aus der einzigartigen Sammlung präsentieren kann. Insgesamt 4000 Münzen und Medaillen, geprägt mit religiöse Themen aus der antiken Mythologie und dem Christentum, Wappen, Tieren, Pflanzen, Bauten und berühmte Persönlichkeiten, können dort bestaunt werden, weitere 1500 Spitzenexemplare sind nur wenige Schritte entfernt im Pergamonmuseum beheimatet - übrigens ebenfalls eine sehr lohnensweret Adresse, und das nicht nur für Münzfans. ( Text: A.K. )


Adresse vom Bode-Museum
Besuchereingang:
Am Kupfergraben 1
10178 Berlin


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Verkehrsverbindungen:
U-Bahn U6 (Friedrichstraße)
S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße);
S5, S7, S75, S9 (Hackescher Markt)
Tram M1, 12 (Am Kupfergraben);
M4, M5, M6 (Hackescher Markt)
Bus TXL (Staatsoper); 100, 200
(Lustgarten); 147 (Friedrichstraße)

Die Öffnungszeiten vom Bode-Museum :

Mo: geschlossen!
Di: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Mi: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Do: 10:00 Uhr - 20:00 Uhr
Fr: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
So: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Eintrittspreise für das Bode Museum Berlin :
Hauskarte Bode-Museum 8 Euro, ermäßigt 4 Euro

Führungen
Besucher-Dienste
Genthiner Str. 38
10785 Berlin
Tel. 030 / 266 3666, Fax 030 / 266 3670
E-Mail: fuehrungen@smb.spk-berlin.de

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