Das " Berliner Fernsehmuseum " - Mattscheibenreminiszenzen Seit wann gibt es eigentlich Dinner for One? Oder die Ziehung der Lottozahlen?
Museum für Film und Fernsehen in Berlin
Im Filmmuseum erfährt man einiges über die
Geschichte des Fernsehens - Foto: © Ilka Burckhardt
Im dritten Obergeschoss des Filmhauses im Sonycenter am Potsdamer Platz findet sich eine reichhaltige Sammlung von Fernseherinnerungen: das Fernsehmuseum. Empfangen wird man zunächst von Blautönen. Vielleicht in Anspielung an das blaue Licht, das man abends aus den Fenstern schimmern sieht, wenn die Menschen in den Wohnungen den Fernseher laufen haben.
Eine Vielzahl blau getönter Fernsehszenen begrüsst einen, in gleichen Rechtecken aufeinander gereiht, mit Szenen von Loriot bis zur Tagesschau.

Ein Museumswärter weist den Weg ein paar Schritte weiter nach rechs. Dort findet man sich wieder in einer Art Fernsehkino, mit einer Multimediashow zur Geschichte des Fernsehens in Deutschland. Es ist dunkel, es gibt ein paar Sitzgelegenheiten. An der großen, hinteren Wand wirbelt ein Schnelldurchlauf durch etwa 50 Jahre Fernsehgeschichte, vervielfacht durch die großen Spiegel an beiden Seitenwänden: Joseph Beuys bohrt ein Klavier, der junge Peter Scholl-Latour berichtet aus Angola, Raumpatrouille Orion geht auf Abenteuer, eine Russischlektion in einem Moskauer
Selbstbedienungsladen beginnt mit Milch.
Die jüngeren Gesichter von Willy Brandt, Helmut Kohl, Herbert Wehner, Helmut Schmidt, alle noch in Schwarz-Weiss, tauchen auf, jeder sagt ein paar Sätze. Willy Brandt ist sich nicht so sicher, ob die Unterscheidung von rechts und links noch funktioniert, Wehner spricht von Lebensfreude. Dann eröffnet Walter Ulbricht den neuen Turm für Fernsehen und UKW, und es wird farbig. Das wird auch höchste Zeit, denn wir kommen langsam zur Hitparade mit Dieter Thomas Heck, Maggie Mae tritt auf. Auch Biolek präsentiert Rock´n´Roll.
Tutti Frutti mit Hugo Egon Balder und seinen Mädels darf nicht fehlen. Hella von Sinnen tanzt in tausenderlei Kostümen. Die Schwarzwaldklinik zieht vorbei, und Dalli Dalli. Das ganze Programm dauert etwa eine halbe Stunde, zwischen den Durchläufen gibt es als Schmankerl allerlei historische Pausenbilder.

Derart eingestimmt verlässt man den Spiegelsaal, wieder durch den Eingangsbereich, und gelangt in einen Ausstellungsraum, der als eine Art weisser Tunnel gestaltet ist. Dort finden sich auf Monitoren historische Aufnahmen. Zum Beispiel die erste Aussenübertragung der BBC. König Georg VI in seiner Krönungskutsche fahrend, am 12. Mai 1937. Oder den Auftritt John F. Kennedys in Berlin mit Adenauer und Willy Brandt, am 26. Juni 1963, seinerzeit live in der ARD. Die Filmexponate sowie die weiterführenden Texttafeln folgen in etwa dem zeitlichen Ablauf. Seit wann ist Dinner for One im Deutschen Fernsehen zu sehen? Oder seit wann gibt es die Ziehung der Lottozahlen? Die Antworten finden sich in den Texten dieses Raumes.

Von hier geht es eine Treppe nach oben. Dort kann der Besucher selbst ausgiebig im Fernseh-Archiv stöbern. Die Recherche-Plätze sind mit PC und Fernsehbildschirm ausgestattet. Eine Museumsangestellte erklärt freundlich die Bedienung. Es gibt
Fernsehmuseum Berlin - Geschichte des Fernsehens
Auch seit wann es die Ziehung der Lottozahlen gibt,
erfährt man im Fernsehmuseum - Foto: © jaschin
beispielsweise vier Folgen Polizeiruf 110, drei Folgen Unser Sandmännchen, Klimbim Folge 5 aus 1974, den Beatclub aus 1971 mit Diana Ross, Golden Earring und anderen. Die erste Folge von Dalli Dalli in 1971, und der Raumpatrouille Orion 1966. Aber auch den ersten, noch auf recht vagen Angaben beruhenden Bericht der Heute-Sendung im ZDF über den Reaktorunfall in Tschernobyl, am 29. April 1986. Ergänzt werden alle Programmbeispiele durch weiterführende Informationen.
Das Museum bietet in unterhaltsamen Formen einen Überblick über die Entwicklung von Formaten, Akteuren und Inhalten des Fernsehens. Es konzentriert sich dabei auf Beispiele aus Deutschland. Die schon früher einsetzende Entwicklung des Fernsehens als Massenmedium in den USA, ebenso wie eine medienwissenschaftliche Einordnung, oder ein Seitenblick auf das Radio, finden kaum oder nicht statt. Empfehlen könnte man die Ausstellung auch als eine populäre Einführung in die Geschichte Deutschlands nach dem II. Weltkrieg.
Eine schöne Ergänzung ist die derzeitige Sonderausstellung im Filmhaus über Kino und Psychoanalyse "Kino im Kopf". Diese ist im Eintrittspreis mit enthalten, und die Themen, wie zum Beispiel Voyeurismus, Traum, Rausch, Identifizierung mit dem Gezeigten, sind auch in Bezug auf die Wirkung des Fernsehens interessant.

Eintritt:
6 bzw. 4 Euro

Museum für Film und Fernsehen Berlin , die Öffnungszeiten:
Di - So 10 bis 18 Uhr
Do 10 - 20 Uhr

Adresse:
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen,
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
Tel.: +49-30-300 903-0
Im Internet: http://www.filmmuseum-berlin.de/


Text © : MM - 16.02.2007


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