Das Käthe-Kollwitz-Museum: aus dem Leben einer genialen Künstlerin

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Literaturhaus präsentiert das Käthe-Kollwitz-Museum in einer ständigen Ausstellung über vier Etagen das Werk jener Frau, die
Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin
Briefmarke mit Käthe Kollwitz
Foto: © rook76
zweifellos zu den bedeutendsten und genialsten Künstlerinnen des 20.Jahrhunderts gehörte.

Im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin :


In ihren Zeichnungen, Holzschnitten, Lithographien und Radierungen thematisierte die 1867 in Königsberg geborene Künstlerin hauptsächlich sozialkritische Themen. Ihre Kunst behandelt die Probleme der Epoche, erzählt von Armut, Streik und Aufstand. Dass Kollwitz' Werk viele düstere Kapitel aufschlägt, verwundert nicht, fielen doch in ihre Lebenszeit drei große Kriege. Besonders traumatisch erlebte Kollwitz den Beginn des ersten Weltkrieges, als ihr jüngerer Sohn Peter als Freiwilliger enthusiastisch wie damals viele junge Männer in den Krieg zog. Auch wenn Kollwitz dagegen war, glaubte sie, ihrem Sohn diese Erfahrung nicht verweigern zu dürfen. Im Oktober 1914 fiel Peter Kollwitz in Belgien. An diesem Schicksalsschlag zerbrach die Künstlerin fast.

Über 50 Jahre lang lebte und arbeitete die Bildhauerin und Grafikerin in Berlin. Viele ihrer Motive fand sie in ihrer unmittelbaren Umgebung, einem Arbeiterviertel am Prenzlauer Berg, wo ihr Mann - am heutigen Kollwitzplatz - eine Arztpraxis führte. Statt jungen Kreativen, die heute den Prenzlauer Berg bevölkern, lebte dort damals das, was wir heute das Prekariat nennen würden. Kollwitz zeichnete Arme, Alte, Arbeitslose, Mütter mit Kindern, Behinderte oder hungrige Kinder. Mit ihren schonungslosen "Sozialreportagen" kam sie im Kern dem sehr nahe, was Kollwitz' Zeitgenosse und Freund Armeleute-Maler Zille tat. Besonders großen Eindruck auf sie machte Gerhart
Hauptmanns Sozialdrama "Die Weber" dessen Uraufführung Kollwitz 1893 in Berlin miterlebte. Der Aufschrei schlesischer Weber gegen die schamlose Ausbeutung durch Fabrikbesitzer löste bei Kollwitz tiefe Erschütterung aus.

Wie man anhand der umfangreichen Exponate im Kollwitz-Museum sehen kann, spiegelt sich Kollwitz' intensive Gefühlswelt und Leidensfähigkeit überall in ihrem Werk wider. Über die große Authentizität ihrer Bilder war sich die Künstlerin selbst sehr bewusst. Ihre künstlerische Maxime hieß: mitweinen, mitfühlen, mitkämpfen. Anlässlich einer Ausstellung zu ihrem 50.Geburtstag bei Cassirer in Berlin schrieb Kollwitz in einem Brief an ihren Sohn: "Diese Blätter sind Extrakt meines Lebens. Nie habe ich eine Arbeit kalt gemachtů, sondern immer gewissermaßen mit meinem Blut. Das müssen die, die sie sehen spüren."

Auch wenn Kollwitz' Schaffen in erster Linie von düsteren Lebensthemen wie Krieg, Hunger und Tod geprägt ist, hat die Künstlerin dennoch - im Gegensatz etwa zu ihrem Kollegen Barlach - viel Heiteres hervorgebracht. So zeigt das Museum mit seinen rund 200 Exponaten beispielsweise eine Reihe von Selbstporträts, die fernab von jeglichem Pessimismus vor Selbstbewusstsein, Energie und Lebenskraft geradezu strotzen. Ein großer Pluspunkt des Museums ist es, dass sich das Haus der Aufgabe gewidmet hat, eben diese Polarität in Kollwitz' Schaffen, die viel zu wenig bekannt ist, herauszustellen und damit das Bild der Künstlerin zurechtzurücken.
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Käthe Kollwitz Museum in Berlin
Fasanenstr. 24
10719 Berlin-Charlottenburg
Telefon: 030 / 882 52 10

Öffnungszeiten vom Kollwitz Museum in Berlin :


Täglich 11.00 - 18.00 Uhr
Im Internet: www.katehe-kollwitz.de


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