Das Verborgene Museum Frauen in der Kunst sind lange Zeit nicht so wahrgenommen worden, wie sie es eigentlich verdient hätten.
Farbe und Pinsel
Das Verborgene Museum zeigt Kunst von Frauen
Foto © jamierogers1
Viele von ihnen vollbrachten Großes; und das trotz Unterdrückung oder sogar Verschleppung in Lager und gewaltsamen Tod. Das verborgene Museum stellt vor allem Werke von Frauen aus, die um die vorletzte Jahrhundertwende geboren wurden. Vor allem dem Schaffen von Frauen aus den Bereichen Malerei, Architektur, Fotografie und Bildhauerei wird hier Augenmerk geschenkt. Das Verborgene Museum in der Charlottenburger Mommsenstraße ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, was sich in unserer Gesellschaft schon geändert hat - und was sich noch alles ändern muss.

Emanzipation in der Kunstwelt
Es ist noch nicht all zulange her, dass auch Frauen und Mädchen der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen gestattet wurde. Die Herren der Schöpfung waren der Meinung, eine gute Heirat und eventuell noch der Besuch einer Haushaltsschule täte es für die Frauen auch - an so etwas wie den Besuch einer Kunstakademie dachten die meisten nicht einmal im Traum.
Doch allen Widrigkeiten zum Trotz haben sich starke Frauen durchgesetzt und sind ihren Weg gegen alle Widerstände gegangen. Das Verborgene Museum stellt vor allem Werke von Frauen aus, die sich den Zutritt zu Akademien und Kunstschulen erkämpft haben.

Die Künstlerinnen
Marta Hegemann, 1894 geboren, war eine deutsche Grafikerin und Malerin, die der Dada-Bewegung zuzuordnen ist. Besonders im Raum Köln war sie ab den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine der angesehensten Künstlerinnen. Doch die Nazis beendeten die Karriere der Künstlerin und viele ihrer Gemälde wurden beschlagnahmt; einige sogar im Zweiten Weltkrieg vernichtet.
Die deutsche Modefotografin Yva publizierte ihre Arbeiten in ihrerzeit renommierten Presseerzeugnissen wie Die Dame, Uhu, Berliner Illustrirte Zeitung, Münchner Illustrierte Presse und Das Deutsche Lichtbild. Auch sie wurde ein Opfer des Nationalsozialismus. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft bekam sie zuerst Berufsverbot und wurde dann ins Vernichtungslager Sobibor verschleppt, wo sie 1942 gestorben ist. In ihrem Atelier wurde auch ein junger Mann namens Helmut Neustädter ausgebildet, der später als Helmut Newton weltberühmt werden sollte. Auch die deutsch-französische Malerin der Moderne, Lou Albert-Lasard, wurde ein Opfer des Hitlerregimes. Die Künstlerin, die freundschaftlich verbunden war mit Berühmtheiten wie Henri Matisse, Alberto Giacometti oder Robert Delaunay, wurde 1940 zusammen mit ihrer Tochter in das Internierungslager Gurs verschleppt, glücklicherweise jedoch im selben Jahr wieder entlassen. Während ihrer Internierung zeichnete sie Portraits ihrer Mitgefangenen und Szenen aus dem Lagerleben. Auch die Werke von Heidrun Hegewald, Margarethe Geiger, Lotte Laserstein und vielen anderen können und konnten in wechselnden Ausstellungen im Museum betrachtet werden.

Das Verborgene Museum
Schlüterstraße 70
10625 Berlin/ Charlottenburg
Telefon: 030/ 313 36 56

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Freitag von 15:00 bis 19:00 Uhr,
Samstag und Sonntag von 12:00 bis16:00 Uhr.

Öffentlicher Nahverkehr:
U-Bahn:
U2, Bahnhof Ernst-Reuter-Platz;
Bus:
M49, X34 101, Ausstieg jeweils Savignyplatz und Schlüterstraße;
101, Ausstieg Bismarckstraße/ Leibnizstraße;
M45, X9, Ausstieg jeweils Ernst-Reuter-Platz.
Im Internet: www.dasverborgenemuseum.de
Text: UG

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