Die kleinste Kirche in Berlin: Die Kapelle der Versöhnung
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Natürlich trägt er Talar und Beffchen. Im außergewöhnlichsten, kleinsten Berliner Bethaus treffen Touristen und Schulklassen aufeinander, Gottesnähe suchende Christen treten ein und Menschen, die das kuriose Haus mit seiner lichtdurchlässigen Ummantelung aus wenig sakral wirkenden Holzlamellen auch von innen sehen wollen. Das Gebäude aus dem Jahre 1999 ist ein ovaler, etwa neun Meter hoher und bis zu 20 Meter breiter Stampflehmbau mit einem schmucklosen inneren Wandelgang. An gleicher Stelle - mitten im ehemaligen Grenzgebiet - stand die unerreichbar gewordene Kirche der Versöhnungsgemeinde, die die DDR-Regierung 1985 sprengen ließ. In der geosteten Altarnische zieht ein aus dem Sprengschutt gerettetes Schnitzwerk mit Jesus und den Jüngern beim Abendmahl die Blicke auf sich. Die Sprengmeister gaben ihrer Barbarei noch einen orgiastischen Kick, indem sie einige Figuren durch das Abschlagen der Gesichter zu Unpersonen machten.