Matthäuskirche auf dem Matthiäkirchplatz
südlich des Tiergartens - Foto: © -wn-
scheint es anders zu sein: Im Jahre 1846 bekommt am Südrand des Berliner Tiergartens eine neuerbaute Kirche den auf den ersten Blick wenig zutreffenden Namen eines Jüngers aus der zwölfköpfigen jesuanischen Apostel-Crew, den Namen eines Menschen, den man heute den von Grundsicherung lebenden, "bildungsfernen Schichten" zurechnen würde. Die Rede ist vom armen Zöllner Levi vom Nordufer des galiläischen Sees Genezareth, der sich später Matthäus nennt. Jesus holte ihn mit dem Satz "Folge mir!" direkt vom Arbeitsplatz weg in sein Menschenfischer-Team. Der Abgeworbene ist Autor eines nach ihm benannten neutestamentlichen Evangeliums - zusätzlich weltweit bekannt geworden durch Bachs Matthäus-Passion. Der Name des Apostel Paulus', der den Zwölfen nicht direkt angehörte, hätte den Kirchenneubau - so gesehen - besser bezeichnet. Paulus kam nämlich aus "gutem Hause". Und aus solchen Häusern kamen auch die Kirchgänger der neuen Matthäuskirche, deren Standort man das Geheimratsviertel nannte. Die Kirche des armen Matthäus stand in einem Gelände der "besseren Verhältnisse". Das Viertel war eine Gegend, "wo prunkende Villen den Stadtpark (