Das Schloss Charlottenburg: Klein-Versailles in Berlin

Man muss nicht extra bis Potsdam hinausfahren, um prachtvolle Schlösser zu sehen. Auch Berlin hat noch einige höfische Prachtbauten, wobei Schloss Charlottenburg mit
Schloss Charlottenburg in Berlin
Blick auf das Schloss Charlottenburg und den Schlossgarten
Foto © A.K.
Abstand die größte uns schönste Residenz aus dem Hause Hohenzollern ist. Opulent ausgestattete Räume und Säle, imposante Raumfluchten und ein einzigartiger Barockgarten machen das ehemalige "Lustschlößchen Lietzowburg" der Königin Sophie Charlotte zu einer echten Augenweide. In den Gemächern verbergen sich zudem hochkarätige Kunstsammlungen, darunter z.B. die größte Sammlung französischer Malerei des 18. Jahrhunderts außerhalb Frankreichs. Man sollte also durchaus einen halben Tag einplanen, um den bedeutendesten Barockbau Berlins in seiner ganzen Schönheit und architektonischen Vielfalt erleben zu können.

Schloss Charlottenburg in Berlin


Heute ist Schloss Charlottenburg zwar von Großstadttrubel umgeben, doch vor über 300 Jahren, als hier Kurfürst Friedrich III. für seine Frau Sophie Charlotte nach dem
Vorbild Versailles eine Sommerresidenz im Stil des italienischen Barock errichten ließ, war außer dem kleinen, abgelegen Dörfchen Lietzow weit und breit nur ländliches Idyll. Auch die Schloßanlage selbst war damals noch recht überschaulich. Zu seinen heutigen Außmaßen gelangte das Schloss erst, nachdem es Anfang des 18.Jahrhunderts von Baumeister Johann Friedrich Eosander von Göthe in eine Dreiflügelanlage mit Turm, Kapelle und Orangerie umgewandelt und einige Jahrzehnte später von Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff um den sogenannten Neuen Flügel erweitert worden war.

Der Schlossgarten vom Schloss Charlottenburg


Das Sehenswerteste an Schloss Charlottenburg ist mit Sicherheit der prächtige Schlossgarten. Unter Siméon Godeau als erster deutscher Garten im französischen Stil angelegt, wurde er im laufe der Zeit zwar häufig umgestaltet und entspricht heute keinesfalls mehr dem Original, doch nach den Zerstörungen im zweiten Weltkrieg sprach sich die West-Berliner Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten zumindest für eine halbwegs originalgetreue Nachbildung aus. Erhalten blieb so auch z.B. auch der 1824/25 als neapolitanische Villa errichtete Neue Pavillon, seit der Nachkriegszeit Schinkelpavillon genannt, das 1810 für Königin Luise erbaute Mausoleum sowie das Teehaus Belvedere, wo u.a. die mystischen Geisterbeschwörungen der Rosenkreuzer stattfanden, einem Geheimorden, dem der König angehörte. Heute beherbergt das Belvedere als Dauerleihgabe des Landes Berlin eine bedeutende Porzellansammlung - Meisterwerke aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM).

Doch auch das Innenleben des Schlosses ist nicht zu verachten. Da König Friedrich der Große Charlottenburg zu seiner Residenz machen wollte, sparte er bei der
Innenausstattung weder an finanziellem noch an künstlerischem Aufwand. Neben den prachtvollen Festsälen Goldene Galerie und Weißer Saal sind in den Wohnungen des Königs vor allem Meisterwerke französischer Rokokomalerei von Antoine Watteau, Nicolas Lancret und Jean Siméon Chardin, aber auch kostbare Tabatièren und erlesenes Mobiliar zu bewundern. Ein Highlight der Schloßbesichtigung ist sicherlich auch das 50 Gedecke umfassende "Kronprinzensilber", Preziosien, die anlässlich der Hochzeit des letzten deutschen Kronprinzenpaares Wilhelm und Cecilie 1904 von zahlreichen Städten und Gemeinden in Auftrag gegeben wurde sowie das Kronkabinett, in dem die traditionsreichen preußischen Kroninsignien von 1701 - teilweise Leihgaben des Hauses Hohenzollern - aufbewahrt werden.

Für Schloss Charlottenburg war übrigens ursprünglich auch das legendäre Bernsteinzimmer bestimmt - eine Wandvertäfelung, komplett aus Bernstein gefertigt. Für welchen Raum dieser unermeßlich teure Schmuck, der heute als verschollen gilt und seit 2003 nur in einer Rekonstruktion im Schloss Katharinenburg zu sehen ist, ausersehen war, ist allerdings unbekannt.

Adresse:
Schloss Charlottenburg
Spandauer Damm 20-24
14059 Berlin
Telefon: 030 / 320 91-1

Öffnungszeiten vom Schloss Charlottenburg:


Altes Schloss
April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag, 1018 Uhr
November bis März
Dienstag bis Sonntag, 1017 Uhr
Montag geschlossen

Sonderausstellung vom 21. März 2013 bis 7. Februar 2014
Berlins schönste Franzosen
Watteau und sein Kreis im Schloss Charlottenburg

Besichtigung mit Führung oder Audioguide
Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließzeit
Bitte beachten Sie die Sonderregelungen zu den Feiertagen

Eintrittspreise:
12 Euro / ermäßigt 8 Euro | mit Führung oder Audioguide
Fotoerlaubnis: 3 Euro
Stand 28.05.2013 / Text: A.K.

Anfahrt:
  • U-Bahn Linie 7 bis Richard-Wagner-Platz, weiter mit dem Bus bis Schloss Charlottenburg oder ca. 15 Minuten Fußweg;
  • S-Bahn bis Jungfernheide, weiter mit dem Bus bis Luisenplatz oder ca. 15 Minuten Fußweg;
  • Bus M 45 von Spandau dieser fährt bis zum Zoologischen Garten und hält vor dem Schloss
  • Bus 109 vom Zoologischen Garten über Charlottenburg Richtung Flughafen Tegel
  • Bus 309
  • S-Bahn bis Westend dann 3 Stationen mit Bus M 45 oder ca.15 Minuten Fußweg


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