Schloss Glienicke in Berlin

Im Süden Berlins - an der Grenze zu Potsdam - gibt es ein Stück Italien in einem englischen Park. Wo genau? Im Schloss Glienicke. Alles fing 1753 an, als der Berliner
Schloss Glienicke in der Nähe von Potsdam
Das Schloss Glienicke befindet sich unweit der
Landesgrenze zu Potsdam - Foto: © bluedesign
Arzt und Hofrat Johann Jakob Mirow auf seinem Grundstück ein Gutshaus baute. 1814 kam es in den Besitz von Karl August Graf von Hardenberg, der sich von Peter Joseph Lenné einen englischen Park, den Pleasureground, anlegen ließ. 1824 erwarb Prinz Carl von Preußen (1801-1883), ein Sohn von König Friedrich Wilhelm III., das Grundstück. Er beauftragte Karl Friedrich Schinkel, das Schloss zu einer klassizistischen Dreiflügelanlage auszubauen. Kurios ist, dass jeder Raum im Schloss nach einer anderen Farbe benannt wurde!
Auch Ludwig Persius, Ferdinand von Arnim und Hermann Fürst von Pückler-Muskau waren am Bau der Anlage Schloss Glienicke beteiligt. Prinz Carl von Preußen liebte Italien und Antiken leidenschaftlich. Immer wieder findet man in der Anlage etwas, das an diese Begeisterung erinnert. Nach dem Tod des Prinzen ging es mit der Anlage Glienicke bergab. In den 1930er Jahren erwarb die Stadt Berlin das Gelände. Es wurde als Lazarett, Offizierskasino, Hotel und Heimvolkshochschule benutzt. Heute wird Schloss Glienicke von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Schloss Glienicke mit Restaurant und Löwenfontäne


Zwei goldene Greife begrüßen die Besucher am Eingangstor. Rechts davon liegen das Pförtnerhaus und der Wirtschaftshof. Gegenüber ist das Stibadium (eine
Ruhebank). Dahinter befindet sich Schinkels berühmte Löwenfontäne. Ein paar Schritte noch, dann stößt man auf das Schloss und die Remise, wo auch ein Restaurant untergebracht ist.
Schon die Gebäude mit den exzentrischen Namen Kleine Neugierde und Große Neugierde machen einen neugierig. Die Kleine Neugierde, ein tempelartiges Gartenhaus, entstand 1827. Die Große Neugierde wurde um 1835 gebaut und bekam ihren Namen, weil man von dort aus gut das Treiben auf der Strasse nach Potsdam beobachten konnte. Gleich daneben ist die berühmte Glienicker Brücke. Das Casino, mit wunderschönen Ausblick auf die Havel, baute Karl Friedrich Schinkel 1824-1825 in ein elegantes Gästehaus um. Einzigartig ist das Hofgartenmuseum; das Erste in Europa. Hier können die Besucher alles über die Geschichte der preußischen Gartenkunst lernen.
Nicht zu verwechseln mit den Schloss Glienicke ist das Jagdschloss Glienicke, das auf der anderen Seite der Königsstraße liegt. Es wurde ab 1682 von Charles Philippe Dieussart für den Großen Kurfürsten erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach umgebaut, das letzte Mal 1964 durch den Architekten Max Taut. Heute ist hier das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin Brandenburg untergebracht.

Adresse:
Schloss Glienicke
Königstr. 36
14109 Berlin
Tel: 030 / 805 86 75-0

Eintrittspreis:
5 Euro / ermäßigt 4 Euro

Öffnungszeiten im Schloss Glienicke:


April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag, 1018 Uhr
Montag geschlossen
Mit Führungsangebot, Dienstag bis Freitag nur mit Führung
November bis März
Samstag, Sonntag und Feiertag, 1017 Uhr
Besichtigung nur mit Führung
Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließzeit
Bitte beachten Sie die Sonderregelungen zu den Feiertagen

Wie man hinkommt:
Bus 316
Text: R. H. / 08.02.2012



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