Führungen und Touren durch die Unterwelten Berlins

Haben Paris und Rom ihre geheimnisumwobenen Katakomben, Moskau seine berühmte Metro und Wien eine Kanalisation, so hat auch Berlin einen Untergrund, um den ein eigener Mythos rankt.
Bunker in Berlin
Führungen duch die Berliner Unterwelten
Spannende Touren durch die Bunkeranlagen in Berlin
Foto © Mirek Hejnicki
Hier kann man Stadtgeschichte aus einer ganz besonderen Perspektive erkunden: blinde Tunnel, Geisterbahnhöfe und Bunker - eine Führung durch die "Eingeweide" der Hauptstadt ist nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Berlinern sehr gefragt.

Seit 1999 ist das Berliner Unterwelten-Labyrinth der Öffentlichkeit zugänglich. Bei den geführten Exkursionen bieten sich viele spannende Einblicke. Aus dem Erdreich lässt sich beispielsweise noch sehr deutlich die ehemalige Teilung Berlins herauslesen: damals wurden Wasser-, Gas und Stromleitungen gekappt und Kanalisationsschächte mit Stahlgittern gegen Flüchtlinge abgeschottet. Ost und West war im Untergrund nur noch durch Spionage- und Fluchttunnel miteinander verbunden.

Touren duch die Unterwelten in Berlin

Eine der spannendesten Touren führt in den ABC-Schutzbunker unter dem Blochplatz am Humboldthain, ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges. Während dieser Führung
erfährt man nicht nur, auf welch verschlungenen Wegen die "unterirdischen Grenze" zu Mauerzeiten verlief, sondern auch einiges über die beklemmend-bizarre Welt der "Geisterbahnhöfe" im ehemaligen Ostteil der Stadt. West-U-Bahnen durften hier nur durchrauschen, keinesfalls jedoch anhalten. Passagiere konnten damals bei der Durchfahrt durch die nur matt erleuchteten, halb verfallenen U-Bahnstationen lediglich schemenhafte Umrisse von Grenzsoldaten erkennen. Von 1961 bis 1989 war dies eine verbotene Zone, heute ist fast alles renoviert.

Führungen duch die Bunker in Berlin


An den Trip durch die Geisterbahnhöfe schließt sich die Besichtigung der 1977 errichteten ABC-Schutzanlage an, die im "Ernstfall" rund 3.400 Menschen Schutz für mehrere Wochen hätte bieten sollen. Die viertgrößte Zivilschutzanlage Berlins ist übrigens immer noch voll ausgestattet und funktionsfähig: während ein unterirdisches Wasserwerk die Trinkwasserversorgung sicherstellen soll, sorgen die eingelagerten "Senatsreserven" für ausreichend Essensvorräte. Wer sich den kühl-klammen Orkus jedoch einmal selbst angeschaut hat, kann sich das Chaos plastisch ausmalen, welches im atomaren Katastrophenfall in diesen Gemäuern ausbrechen würde. Wer hier tatsächlich nach wenigen Wochen lebend wieder herauskommen sollte, ist sicherlich auf Ewig traumatisiert.

Touren durch die Bunkeranlagen in Berlin


Eine weitere Tour führt in die unterirdische Ruinenlandschaft unter dem Flakturm im Volkspark Humboldthain. Im September 1940 wurde auf persönlichen Befehl Hitlers mit der Planung von Flaktürmen begonnen, die in den darunter liegenden Bunkeranlagen unter meterdicken Stahlbetondecken tausenden Berlinern Schutz bei Bombenangriffen boten. Nach dem 2.Weltkrieg sprengten die Alliierten die Flaktürme. Die Nordseite des Geschützturms im Humboldthain blieb jedoch erhalten, weil die nahegelegenen Gleisanlagen der Eisenbahn nicht durch die Sprengung beschädigt werden durften. Heute ist dies die größte noch existente Bunkeranlage Berlins. Zwei der insgesamt sieben Geschosse kann man heute noch besichtigen, wobei sich mitunter schwindelerregende Blicke in die Tiefe bieten.
Tipp: Führungen durch die Festung Küstrin

Adresse:
Berliner Unterwelten
Brunnenstraße 105
13355 Berlin
Tel.: 030 49910517

Öffentliche Verkehrsmittel:
U- und S-Bahnstation Gesundbrunnen

Weitere Informationen über Bunker in Berlin auch unter: www.berliner-unterwelten.de
Text: -AK-


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