Unter den Linden

Unter den Linden
Unter den Linden ist die zentrale Prachtstraße Berlins und eine beliebte Flaniermeile. - Foto: © philipk76

Straße Unter den Linden: Berlins historische Prestige- und Flaniermeile

Schon zu Zeiten des Alten Fritz flanierten Berliner und ihre Gäste gern über die Prachtstraße Unter den Linden. Daran hat sich bis heute nichts geändert, denn die Straße verbindet nicht nur den Ost- und den Westteil der Stadt miteinander, sondern führt auch zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten und wichtigen Einrichtungen. Besucher, die nur für kurze Zeit in Berlin weilen, sollten ihren Stadtrundgang hier beginnen, denn in kaum einer anderen Straße der Stadt kann man so viel erleben.

Unter den Linden - Hier lebt das historische Berlin

Künstler, wie Marlene Dietrich und Harald Juhnke sangen bereits Walter Kollos Schlager "Untern Linden, untern Linden", der von den vielen Menschen erzählt, die über den Prachtboulevard spazieren. Vor allem der breite Mittelstreifen, auf dem die Linden eine Allee bilden, lädt dazu ein. Besonders schön ist es hier zur Weihnachtszeit, wenn die Bäume mit Lichterketten geschmückt sind und leuchten wie im Zauberwald. Die Straße Unter den Linden beginnt am Brandenburger Tor, wahrscheinlich dem berühmtesten Wahrzeichen Berlins, und führt bis zur Schlossbrücke, die die Museumsinsel und den historischen Ortsteil Friedrichswerder miteinander verbindet. Den Weg dorthin säumen historische und bekannte Bauwerke sowie viele Geschäfte, Restaurants und Cafés. Außerdem sind eine Reihe von Skulpturen zu bewundern, wie zum Beispiel das Reiterstandbild Friedrich des Großen von Christian Daniel Rauch.

Straße Unter den Linden bei Nacht
Die Straße Unter den Linden in Berlin bei Nacht!
Foto: © rebellion

Kultur, Politik und Wissenschaft ganz nah beieinander

In der Straße Unter den Linden haben zahlreiche Institutionen ihre Heimat in prachtvollen historischen oder neu erbauten Gebäuden gefunden. Unter anderem befinden sich hier die Staatsbibliothek zu Berlin, die als größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands gilt, die Akademie der Künste und die Humboldt-Universität. Auch Vertreter aus verschiedenen Ländern haben sich in der Straße niedergelassen - die französische, der russische, der ungarische und der amerikanische Botschafter residieren hier. Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus gehört zu den am häufigsten besuchten Museen der Stadt. Die ständige Sammlung umfasst zahlreiche Exponate der deutschen und der europäischen Geschichte. Außerdem werden hier regelmäßig Sonderausstellungen zu speziellen Themen gezeigt. Sehr große Aufmerksamkeit bei Besuchern erfährt noch immer der erst im Jahr 2003 eröffnete Museumsanbau des chinesischen Architekten Ieoh Ming Pei.

Sehenswürdigkeiten Unter den Linden

Auf der Straße Unter den Linden gibt es viele Sehenswürdigkeiten!
Zu den spannendsten historischen Gebäuden Unter den Linden gehört das mehr als hundertjährige Hotel Adlon, das auf eine bewegte Geschichte zurückblickt. Mit mehreren Kino- und Fernsehproduktionen wurden dem Hotel vor Jahren schon filmische Denkmäler errichtet. Hier logierten zum Beispiel der einstige Zar von Russland, John D. Rockefeller und Charlie Chaplin. Wer nicht im Adlon wohnt, sollte auf einen Besuch in dem traditionsreichen Haus dennoch nicht verzichten: Mehrere Restaurants, Cafés und Bars freuen sich darauf, ihre Gäste mit internationaler oder Berliner Küche sowie phantasievollen Drinks zu verwöhnen. Eine Institution unter den Kaffeehäusern ist indessen das Café Einstein im Haus Pietsch, in dem nicht nur Kaffee ausgeschenkt wird, sondern auch Werke renommierter Fotografen zu sehen sind. Nicht weit hiervon wurde im Jahr 2008 eine Niederlassung des Wachsfigurenkabinetts von Madame Tussaud eröffnet. Abbilder aus Wachs von Marlene Dietrich, Albert Einstein und Helene Fischer bringen diese sowie andere Stars und Prominente den Besuchern ganz nah.

Ausblicke in die Zukunft der Straße Unter den Linden

Mit der Staatsoper Unter den Linden beherbergt die Straße eines der bedeutendsten Theaterbauten und das erste Opernhaus von Berlin. Das als Königliche Hofoper in den Jahren 1741 bis 1743 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete Haus wird derzeit saniert und soll zur Spielsaison 2016/17 wieder eröffnet werden. Wer in der Zwischenzeit auf musikalische Unterhaltung nicht verzichten möchte, weicht auf die Komische Oper um die Ecke in der Behrenstraße aus oder besucht eine der Veranstaltungen in der Akademie der Künste oder Open-Air-Konzerte am Brandenburger Tor. Nicht weit von der Staatsoper wird seit dem Jahr 2013 das ehemalige Berliner Schloss wiederaufgebaut. Nach starken Zerstörungen im Krieg wurde es in den 1960er Jahren abgerissen und erfährt nun eine Renaissance. Nach Fertigstellung wird das Gebäude unter anderem dem Humboldtforum eine Heimat bieten, einem Projekt mit Kunstsammlungen, einem Wissenschaftsmuseum und einer Literatursammlung. In der temporär aufgestellten Humboldt-Box erhalten Interessierte derzeit Informationen zur Geschichte und Zukunft des Stadtschlosses. Text: H.J.

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