Hotel Adlon: Luxus mit Tradition

Die Liste an Promis, die bereits im hochfeudalen "Adlon", dem Traditionshotel in Berlin Unter den Linden,
Das Adlon in Berlin
Das Adlon vor dem Brandenburger Tor
Foto © Pressefoto Adlon
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abgestiegen sind, liest sich endlos. Angefangen bei Kaiser Wilhelm II., zu dessen Amtszeiten Lorenz Adlon das Hotel erbaute, reicht sie über Thomas Edison, Henry Ford, John D. Rockefeller, Gerhart Hauptmann, Albert Einstein, Herbert von Karajan, Charlie Chaplin, Marlene Dietrich, Bertold Brecht, Thomas Mann bis hin zu George W. Bush, Bill Clinton, Michael Jackson, Justin Timberlake, Pierce Brosnan, Condoleezza Rice und Tiger Woods. Dass gerade das Adlon solch magische Anziehungskräfte auf alles, was Rang und Namen hat, ausübt, hängt vor allem mit seiner glanzvollen Geschichte zusammen. Denn als das Adlon um die Jahrhundertwende unter großem Publikumsinteresse feierlich eröffnet wurde, war es in der europäischen Haute Volée gerade erst modern geworden, Bälle, Diners oder Empfänge auf öffentlichem Terrain zu feiern und nicht etwa - wie bisher üblich - in intimer Atmosphäre zu Hause. Hotels galten bis dahin als reine Übernachtungsmöglichkeit.

Das Hotel Adlon in Berlin - ein Haus mit viel Tradition


Nicht so in Amerika. Dort gab es schon deutlich früher Luxushotels in Metropolen wie New York oder Boston, wo es neben den üblichen Schlafmöglichkeiten auch
Spielzimmer, Rauchersalons und dergleichen gab, in denen sich das feine Großbürgertum traf. Dieser Trend im Hotelleben schwappte gegen Ende des 19.Jahrhunderts über den Großen Teich nach Europa und so öffnete beispielsweise in Paris und bald darauf in London das noble Ritz seine Pforten, in St. Petersburg das Hotel Astoria und in Wien das Hotel Imperial. Auch in Deutschland wollte man da nicht weiter hinten anstehen und den Aristokraten auch eine solche öffentliche Bühne bieten. Kaiser Wilhelm II. brannte darauf, in seinem Berlin möglichst schnell ein solches Super-Hotel zu etablieren und machte die Angelegenheit zur Chefsache. Zumindest unterstütze er den Hotelier Lorenz Adlon wo es nur ging, als dieser seine Pläne für die künftig beste Adresse in Deutschland vorlegte. Adlon kaufte zwei Grundstücke Unter den Linden, direkt neben dem Brandenburger Tor - ein repräsentativerer Ort hätte wohl kaum gewählt werden können. Kein Wunder, dass die Berliner zunächst spekulierten, dass Adlon einen echten Protzbau aus dem Boden, wo früher das heruntergewirtschaftete Palais Redern stand, stampfen würde. Doch als nach ca. zwei Jahren Bauzeit die Fassade so langsam ein erkennbares Gesicht bekam, waren die Berliner baff. Statt kaiserlichem Prunk dominierten klare, klassizistische Linien ohne überschwänglichen Zierrat. Hinter dem "schlichten" Mauerwerk hauste jedoch Luxus pur. Mal abgesehen vom herrschaftlichen neobarocken bzw. im Stil von Louis XVI gehaltenen Interieur, das zu beschreiben hier den Rahmen sprengen würde, war schon allein die technische Ausstattung einzigartig: fließend warmes Wasser und Elektrizität als Standard für jedes Gästezimmer - das war für damalige Verhältnisse ungewöhnlich.

Sehr schnell avancierte das Adlon zur festen Institution. Der europäische Hochadel veräußerte teilweise sogar seine zugigen Landsitze, um stattdessen in den gut
temperierten Räumlichkeiten des Adlon zu residieren. Kaiser, Könige und Zaren frönten hier dem Sehen und Gesehen Werden - erst nach dem 1. Weltkrieg, der die feudale Hofgesellschaft untergehen ließ, fanden sich auch betuchte Amerikaner ein. Vor allem die goldenen 20er Jahre ließen das Adlon kräftig florieren. Ende des 2.Weltkrieges brannte das Hotel jedoch bis auf einen hinteren Seitenflügel komplett aus - ein Feuer, ausgelöst angeblich durch sechs Russen, die in den Weinkeller eingedrungen waren und dort eine brennende Zigarette in die Holzwolle warfen. Besagter Seitenflügel, der die Flammen überlebte, wurde danach bis in die 1980er weiterhin als Hotel und Restaurant genutzt. 1984 schließlich war es aber so heruntergekommen, dass man es abriss, um an gleicher Stelle von 1995 bis 1997 eine freie Rekonstruktion des Adlon zu errichten, allerdings um zwei Stockwerke höher. Nach wie vor kann man hier feudal speisen (im Gourmetrestaurant "Lorenz Adlon"), repräsentativ feiern (in zwei großen Ballsälen), herrschaftlich residieren (2006 kam eine dritte Präsidentensuite hinzu) und stilvoll abtanzen (im hochexklusiven Nachtclub "Felix").

Besonders großer Beliebtheit beim "normalen" Volk erfreut sich übrigens die Eisbar, die das Adlon zwischen Weihnachten und Neujahr vor seinen Pforten aufbaut. Der Glühwein, der dort ausgeschenkt wird, lockt jedes Jahr tausende von Touris und Einheimischen an.
Text: ak


Hotel Adlon Kempinski Berlin
Unter den Linden 77
D-10117 Berlin
Reservierung
Telefon (030) 2261-1111
Telefax (030) 2261-1116


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